Ganz entspannt starteten wir heute Morgen in den Tag. Das Wetter sollte bis etwa 10 Uhr noch etwas wechselhaft sein, weshalb wir uns entschieden, die Zeit bis zur Abholung unseres Mietwagens ruhig anzugehen. Schließlich mussten wir unsere Koffer wieder reisetauglich packen und anschließend noch zum Flughafen gelangen.
Doch zunächst genossen wir unser Frühstück, das wir am Vortag auf dem Granville Market gekauft hatten. Nachdem wir alle Sachen verstaut und die Koffer verschlossen hatten, verließen wir unser Hotel im Herzen der Stadt und machten uns auf den Weg zur U-Bahn. Nach nur wenigen Gehminuten erreichten wir die Canada Line, mit der wir direkt zum Flughafen fuhren. Da Wochenende war, zahlten wir zu dritt für die Fahrt tatsächlich nur rund 4,50 Euro. Gut 20 Minuten später kamen wir bereits am Flughafen an.
Schon unterwegs liefen die ersten Wetten, welche Farbe unser Auto wohl haben würde. Wieder waren es nur wenige Minuten zu Fuß bis zu den Mietwagenstationen. Unser Anbieter „Budget“ war schnell gefunden. Im Gebäude erwartete uns allerdings eine längere Schlange, und zunächst schien nur ein Schalter besetzt zu sein.
Doch gute Vorbereitung zahlt sich manchmal aus. Wir hatten bereits in Deutschland nahezu alle notwendigen Unterlagen online ausgefüllt und durften deshalb die Fastbreak-Line nutzen. Dort wartete niemand vor uns. Zwar gab es leichten Protest von einigen anderen Wartenden, doch der Mitarbeiter am Schalter bestätigte sofort, dass wir diese Berechtigung hatten – und das ganz ohne zusätzliche Kosten. Das hat uns mit Sicherheit fast eine Stunde Wartezeit erspart.
Nun hielten wir endlich unseren Autoschlüssel in den Händen und wussten bereits, dass uns ein VW durch Kanada begleiten würde. Also machten wir uns auf die Suche nach der Parkplatznummer. Schnell war klar: Nele hatte die Farbenwette gewonnen. Es war tatsächlich ein weißer VW Taos geworden. Dieses Modell gibt es in Europa nicht, es erinnert aber an eine Mischung aus einem T-Cross und einem Tiguan.
Alle Koffer fanden problemlos Platz im Kofferraum, und auch der Kindersitz ließ sich ohne Schwierigkeiten einbauen. Besonders begeistert war Nele von dem integrierten Becherhalter an ihrem Sitz. Außerdem war unser Auto nahezu neu und hatte erst knapp 2.000 Kilometer auf dem Tacho. Da werden wir in den nächsten Wochen wohl noch einige dazulegen.
Auch die Ausfahrt vom Mietwagenparkplatz verlief völlig problemlos. So schnell und unkompliziert sind wir wohl noch nie zu unserem Mietwagen gekommen.
Da wir vor der langen ersten Etappe in Richtung der Nationalparks noch etwas umpacken und uns ein wenig bewegen wollten, legten wir zunächst einen Stopp am Outlet ein und drehten eine kleine Runde. Ann fand dabei sogar ein neues Laufshirt, bevor wir uns wieder am Auto für die ersten knapp 400 Kilometer vorbereiteten.
Ganz entspannt verließen wir die Stadt über Richmond in Richtung Süden. Nur wenige Kilometer vor der US-Grenze bogen wir schließlich nach Osten ab und fuhren von nun an im Wechsel über Freeways und Landstraßen und auch die ersten Kilometer über den TransCanada Highway One den Bergen entgegen.
Zwischendurch zeigte sich das Wetter von seiner ungemütlichen Seite, und es regnete teilweise kräftig. Nach einiger Zeit kam jedoch nicht nur die Sonne wieder zum Vorschein, sondern man konnte der Luft regelrecht ansehen, dass es in der Umgebung Waldbrände gegeben haben musste. Ein kurzer Test mit geöffnetem Fenster bestätigte den Verdacht: Es roch deutlich nach Kaminfeuer und verbranntem Holz. Der diesige Rauch begleitete uns noch eine ganze Weile. Immer wieder sahen wir außerdem größere Flächen, die offenbar in den vergangenen Jahren den Bränden zum Opfer gefallen waren.
Mittlerweile befanden wir uns bereits mitten im Gebirge. Die Außentemperaturen schwankten unterwegs zwischen 8 und 22 Grad. Mehrfach entdeckten wir Rehe am Straßenrand und schließlich sogar für einen kurzen Augenblick einen trinkenden Elch. Leider konnten wir an dieser Stelle nicht anhalten, aber wir hoffen natürlich auf weitere Tierbeobachtungen in den kommenden Tagen.
Nach insgesamt 403 Kilometern erreichten wir schließlich Kelowna – eine Stadt direkt am Okanagan Lake, in der wir eine Zwischenübernachtung eingeplant hatten. Es war überraschend windig, und die Stadt wirkte deutlich größer, als wir sie uns anhand der Karte vorgestellt hatten.
Unser Hotel, die Siesta Suites, liegt in zweiter Reihe zum See und machte sofort einen sehr guten Eindruck. Nach drei Nächten auf gerade einmal rund zwölf Quadratmetern erwarteten uns hier sogar zwei Zimmer – sehr zur Freude von Nele.
Nachdem wir unsere Koffer abgestellt hatten, gingen wir zunächst in den gegenüberliegenden Supermarkt, um unsere Vorräte aufzufüllen. Da das Hotel sowohl über einen Außenpool als auch über ein Hallenbad und einen Whirlpool verfügt, wollten wir diese natürlich unbedingt ausprobieren. Wegen des starken Windes entschieden wir uns jedoch zunächst noch etwas zu essen und anschließend einen kleinen Spaziergang zum See zu machen.
Bei ruhigerem Wetter wäre es dort sicherlich traumhaft gewesen. Doch der Wind peitschte den Sand teilweise so stark über den Strand, dass er wie kleine Nadelstiche gegen unsere Beine flog. Deshalb blieben wir nicht lange und machten uns wieder auf den Rückweg.
Nun war endlich Poolzeit angesagt. Wir tobten noch einmal ausgelassen im Wasser und genossen anschließend den angenehm heißen Whirlpool.
Gegen 21:30 Uhr ging es schließlich zurück aufs Zimmer. Endlich blieb auch einmal wieder Zeit zum Vorlesen. Nele war todmüde und schlief schon kurze Zeit später ein.
Morgen werden wir mit unserem „Taos“ endlich in die Rockies fahren. Das wird ganz sicher eine „goldene Zeit“…