Brücken und Wasserfälle

Nach unserem erlebnisreichen Tag im Yoho-Nationalpark ließen wir es heute Morgen zunächst etwas ruhiger angehen. Wir hatten in unserer Lodge gefrühstückt und dabei ganz entspannt den Tag geplant. Anschließend packten wir unsere Rucksäcke zusammen und machten uns auf den Weg zur Golden Skybridge, die wir als erstes Tagesziel ansteuerten.

 

Schon bei unserer Ankunft wurde schnell klar, dass hier nicht nur spektakuläre Ausblicke auf uns warteten, sondern auch jede Menge Abenteuer. Bevor wir überhaupt die beiden Hängebrücken überquerten, zog es Nele und mich direkt zum neuen Netzparcours. Zwischen den Bäumen konnten wir über gespannte Netze klettern und springen. Es fühlte sich fast an wie ein riesiger Spielplatz mitten in den Rocky Mountains. Vor allem Nele hatte riesigen Spaß daran, die verschiedenen Elemente auszuprobieren – und ehrlich gesagt ging es mir genauso.

Anschließend machten wir uns auf den Weg zu den beiden Skybridges. Hoch über der tiefen Schlucht boten sich fantastische Ausblicke auf den Canyon, die umliegenden Wälder und die beeindruckende Bergkulisse. Obwohl die Brücken leicht schwankten, überwog schnell das Staunen über die gewaltige Landschaft. Immer wieder blieben Nele und ich stehen, machten Fotos und genossen den Blick in die Tiefe. Ann war doch eher froh wieder unten zu sein.

 

Überall entlang des Rundwegs warteten kleine Abenteuerstationen, sodass der Besuch deutlich abwechslungsreicher war, als wir zunächst erwartet hatten. Gerade für Familien ist die Golden Skybridge viel mehr als nur zwei Hängebrücken – es gibt an jeder Ecke etwas zu entdecken.

Bevor wir den Park wieder verließen, mussten Nele und ich unbedingt noch die Sommerrodelbahn ausprobieren. Weil sie uns schon nach der ersten Fahrt so viel Spaß gemacht hatte, fuhren wir direkt noch ein zweites mal und sausten gleich noch einmal den Hang hinunter. Mit jeder Kurve wurde das Grinsen größer und am Ende waren wir uns beide einig, dass sich die Fahrt absolut gelohnt hatte.

 

Bevor wir den Park verließen, stand für Nele noch eine letzte Aufgabe an. Über das gesamte Gelände verteilt hatte sie verschiedene Stationen absolviert und konnte schließlich ihre kleine Entdecker-Challenge erfolgreich abschließen. Als Belohnung erhielt sie eine schöne Überraschung: einen liebevoll gestalteten Aufnäher, über den sie sich riesig freute. Natürlich musste dieser sofort begutachtet werden und wird zu Hause sicherlich einen besonderen Platz finden.

Anschließend machten wir uns auf den Weg zu den Takakkaw Falls. Die Fahrt führte erneut durch den Yoho-Nationalpark und schon unterwegs wurden wir wieder von der beeindruckenden Berglandschaft begleitet. Am Wasserfall angekommen, fanden wir glücklicherweise schnell einen Parkplatz und konnten direkt loslaufen.

 

Der Weg bis zu den Takakkaw Falls war angenehm kurz und schon nach wenigen Minuten standen wir vor einem der höchsten Wasserfälle Kanadas. Gewaltige Wassermassen stürzten etwa 370 Meter in die Tiefe und erzeugten einen feinen Sprühnebel, der selbst in einiger Entfernung noch deutlich zu spüren war. Je näher wir den Wasserfällen kamen, desto lauter wurde das tosende Wasser.

Direkt am Fluss legten wir noch eine kleine Pause ein. Nele sammelte Steine und ließ sie über das Wasser hüpfen, während wir einfach die beeindruckende Kulisse genossen. Es sind oft genau diese kleinen Momente, die eine Reise so besonders machen.

 

Als wir wieder am Auto ankamen, standen wir vor der Entscheidung, ob wir noch einen Abstecher zum Bow Lake machen oder bereits den Rückweg antreten sollten. Inzwischen war es allerdings schon 15 Uhr und der See hätte noch einmal rund eine Stunde Fahrzeit in die entgegengesetzte Richtung bedeutet. Nach zwei aktiven Tagen entschieden wir uns deshalb, den Ausflug auf einen anderen Tag zu verschieben und stattdessen zurück nach Golden zu fahren.

Dort hielten wir noch einmal am Supermarkt, um Grillgut und ein paar Kleinigkeiten für den Abend einzukaufen. Anschließend ging es zurück hinauf zu unserer Unterkunft.

 

Während Ann und ich den Hot Tub genossen und die müden Beine im warmen Wasser entspannten, machte es sich Nele lieber drinnen gemütlich und spielte noch eine Weile. Danach heizten wir den Grill an und ließen den Tag bei einem leckeren Barbecue ausklingen. Zum Abschluss durfte natürlich auch eine Runde Uno Flip nicht fehlen, bei der Nele als Gewinnerin vom Tisch ging.

Eigentlich hätten wir den Abend nun gemütlich ausklingen lassen können. Doch bevor wir unsere Koffer für den nächsten Morgen packten, wollten wir unser Glück noch einmal bei einem kleinen Safari Drive versuchen. In der Dämmerung fuhren wir langsam die Straßen rund um Golden entlang und hielten aufmerksam Ausschau nach Wildtieren. Lange Zeit blieb die Suche allerdings erfolglos und wir hatten die Hoffnung fast schon aufgegeben.

 

Doch kurz bevor wir wieder umkehren wollten, entdeckte Ann plötzlich zwei kleine Rotfüchse am Straßenrand. Neugierig liefen sie vor uns entlang und verschwanden schließlich wieder im hohen Gras. Zwar waren es keine Bären oder Elche, dennoch freuten wir uns riesig über diese unerwartete Begegnung. Ein schöner Abschluss unseres Aufenthalts in Golden.

Zurück in der Unterkunft ging Nele bereits schlafen, während Ann und ich noch unsere Koffer packten. Morgen wird der Wecker früh klingeln, denn unser nächstes Ziel wartete bereits auf uns: der Banff-Nationalpark. Wir müssen bereits um sieben Uhr am Lake Louise sein, um unseren Shuttle Bus zu bekommen. Von daher wird die Nacht heute sehr kurz und der Tag morgen umso länger.

 
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© Frederic Linker