Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

Tage 11 und 12

Samstag,  11. Juli 2020
Regen und Regeln!

 

Den gestrigen Tag kann man wirklich schnell zusammenfassen. Die Meteorologen hatten leider recht behalten und es regnete von morgens 4 Uhr bis etwa 18 Uhr nahezu ununterbrochen durch. Zum Glück blieben die Gewitter aus. Für mich war gestern Schiri-Lehrgang angesagt. Aber wegen Corona wurde dieser in einen Online Lehrgang umgewandelt, sodass ich diesen auch bequem vom Camping Platz aus besuchen konnte. Ich hatte also von 9 bis 14 Uhr eine Beschäftigung, doch für Nele und somit auch für Ann war das Wetter natürlich eine Zumutung. Es wurden bereits morgens alle Spielsachen, die nur irgendwie im Wohnwagen Platz gefunden hatten durchgespielt. Auch die ersten Striche mit Wachsmalstiften wurden ausprobiert, doch einen ausgiebigen Spaziergang wie gestern konnte all das natürlich nicht ersetzen. Nele wollte immer wieder nach draußen, doch da war natürlich alles nass. Ann erbarmte sich dann irgendwann doch und zog Nele ihren Regenanzug an. Und was gibt es nicht schöneres als im Regen in Pfützen zu spielen. Das dachte sich Nele auch und sah bereits nach wenigen Minuten aus wie gebadet.
 

Aber sie hatte ihren Spaß. Nachdem sie wieder trocken gelegt war und mein Lehrgang zu Ende war, nutzten wir ein kleines regenfreies Fenster um uns auch mal draußen etwas zu bewegen. Wir fuhren zu einigen Läden in denen Ann auf Schnäppchenjagd war und kauften noch ein. Sonst passierte leider nicht mehr viel, außer dass wir abends gemeinsam kochten und Nele inzwischen jedes Essen von uns auch probieren (oder besser aufessen) möchte. Es gab selbstgemachte Schnitzel und Bratkartoffeln und für Nele noch Grießbrei. Dafür dass Nele heute nicht so wirklich ausgepowert wurde, klappte es mit dem Einschlafen erstaunlich gut. Ich ließ noch den dritten Malefiz-Streich hintereinander folgen und bleibe somit in diesem Urlaub ungeschlagen. Dann war auch für uns dieser Tag vorbei…

Sonntag,  12. Juli 2020
Farbenspiel und Wasser!

 

Heute war das Wetter wesentlich besser angesagt worden. Wir mussten heute was machen. Ich mag mir gar nicht vorstellen drei, vier oder mehr Tage am Stück im Regen im Wohnwagen zu hängen. Beim Frühstück sah es zwar noch sehr bewölkt und verhangen aus, doch dass besserte sich mit der Zeit. Wir wollten eigentlich heute erneut mit der Sommerkarte auf den Schmitten hochfahren und dort wandern gehen. Zumindest hatten wir uns dafür fertig gemacht. Aber erstens kommt es meist anders und zweitens als du denkst. Weil heute Sonntag war, gab es für uns leider keine Möglichkeit an die Karte zu kommen. Also mussten wir umplanen. Inzwischen war immer öfter die Sonne zu sehen und wir waren bereits in Kaprun, von wo aus es nicht mehr weit zu den Hochgebirgsstauseen ist. Die wollte ich noch unbedingt sehen und Ann hatte auch nichts dagegen. Also fuhren wir den Berg hinauf und parkten unseren Wagen im kostenfreien Parkhaus. Eigentlich wird man hier mit dem größten Freiluft-Schrägaufzug Europas den Berg hochgefahren. Doch leider ist dieser im Moment außer Betrieb und man wird stattdessen mit Bussen hochgefahren. Dadurch zweifelte Ann dann doch nicht hochzufahren, da die Kombi: Bus, Kurve, Nichtselberfahren und steil, bei ihr ja nicht so gut ankommt. Doch jetzt waren wir ja einmal hier und zogen das auch durch! Schnell hatten wir unsere Tickets gekauft und mussten auch nicht mehr lange auf den Bus warten. Hier gilt dann doch Maskenpflicht. Die Busse fahren durch mehrere in den Berg gehauene Natursteintunnel. Diese sind jeweils über 3 Kilometer lang und führen einen stetig bergauf. Die Fahrt dauerte knapp 25 Minuten bis wir ganz oben am zweiten der beiden Stauseen angekommen waren.

Sie führte uns dabei bereits am unteren Stausee, dem Stausee Wasserfallboden vorbei. Das Wasser schimmerte dabei so unwirklich türkis, dass man es eher für gefärbt hielt. Das letzte Stück war dann doch so, wie es Ann befürchtet hatte. Enge Serpentinen schlängelten sich den Berg hinauf und stellten für die Busse eine wirkliche Hürde dar. Doch wir sind alle gut oben angekommen und mussten uns erstmal sammeln. Schon der erste Eindruck der riesigen Staumauer und der Blick auf den Hochgebirgsstausee waren umwerfend. Im Hintergrund türmten sich die schroffen Felsen der Alpen auf und waren über und über mit Eis und Schnee bedeckt. Nur eins hatten wir natürlich nicht bedacht, als wir den Plan umgeworfen hatten. Schon im Namen „Hochgebirge“ könnte man erkennen, dass es hier eventuell etwas frisch sein könnte. Dafür waren wir (Ann mit kurzer Hose, Ich nur im T-Shirt) doch recht leicht bekleidet. Nur Nele hatte glücklicherweise noch ihren Softshellanzug an. Naja was sind schon 7 Grad? Da hilft nur bewegen. Doch das ist doof, wenn man gerne immer wieder stehenbleiben und gucken, staunen und fotografieren möchte. Die Staumauer ist schon ein krasses Bauwerk.

Aus 650.000 Tonnen Beton ist diese 107 Meter hohe Staumauer entstanden. Sie hält einen See mit einer Gesamtfassung von knapp 85 Mio Kubikmetern zurück. Leider muss erwähnt werden, dass ein Großteil des Baus während der Deutschen Besatzung ab 1937 entstanden ist. Hier mussten circa 6500 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene arbeiten. Doch vollendet wurde das Pumpwerk erst in den 1950er Jahren. Heute kann das Kraftwerk eine Jahresleistung von 950 Gwh!!! erzeugen. Unvorstellbar viel und zudem noch sehr flexibel abrufbar. Der Gang über die Staumauer war absolut lohnenswert. Am anderen Ende stiegen wir noch hoch zur Höhenburg auf 2108 Meter.

Ein super Ausblick von hier oben. Man kann sowohl den unteren Stausee als auch den oberen toll überblicken. Wir besuchten noch die Ausstellung zur Erbauung und Funktionsweise, die interaktiv angelegt war und machten hier auch für uns und Nele eine Mittagspause. Gut gestärkt ging es weiter. Das Wetter war optisch ein Traum, doch sobald sich mal eine Wolke vor die Sonne schob, wurde es kalt. Hier oben war für wirklich jeden etwas geboten. Wir wollten noch einen Kräuterlehrpfad wandern, der am Berg entlang zu einer Alm führte, von wo aus man ebenfalls mit dem Shuttle runterfahren konnte.

Unzählige verschiedene Höhenkräuter wuchsen hier. Der Weg führte sehr idyllisch durch ein Tal, in dem es auch verschiedene Wildtiere geben sollte. Wir haben einige Murmeltiere beobachten können. Nach einer guten Stunde erreichten wir die „Fürthermoaralm“. Bei Livemusik und wahnsinnigem Ausblick machten wir eine weitere Pause mit Kaiserschmarren und frischer Almmilch. Die schmeckt schon anders als unsere Milch die wir so kennen. Da der letzte Shuttle bereits gegen 16.45 Uhr fahren sollte, nahmen wir den Bus gegen 16:15 Uhr nach unten.

Alle drei waren wir hellauf begeistert von diesem Ausflug. Wieder unten angekommen fuhren wir noch kurz an einem kleinen Laden vorbei, wo Ann sich eine neue Wanderhose kaufte, ehe wir zurück zum Wohnwagen fuhren, wo wir den Abend gemütlich ausklingen lassen wollten. Wir kochten uns noch etwas und tobten noch eine Runde mit Nele herum. Doch wir waren beide auch ziemlich erschlagen von dem Tag und gingen heute früh ins Bett. Morgen soll das Wetter ebenfalls nochmal gut werden und wir planen einen weiteren Wanderausflug.Mal sehen mit wievielen Umplanungen…

 

Bis bald Frederic 

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© Frederic Linker