Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

24.07.2014        Tag 9

Mittwoch, 24. Juli 2014
Die Everglades!

Florida City, könnte man meinen, sei die größte Stadt in Florida oder sogar seine Hauptstadt. Ähnlich wie bei Mexiko City oder Panama City. Doch Florida City passt da nicht in diese Reihe. Es handelt sich um eine winzig kleine Stadt, die eher als kleiner Vorort von Homstead gesehen werden kann. Und Homstead ist nur ein Vorort von Miami. Also kurz gesagt: hier liegt der Hund begraben! Dennoch haben wir den Ort ja nicht ohne Hintergedanken gewählt. Von hier aus sind es nur etwa 10 Meilen bis zum Eingang des Everglades Nationalparks, den wir heute besuchen wollen...​

Es ist bereits halb neun als mich Ann Kristin weckt. Etwas erschrocken von der, für diesen Urlaub späten Zeit zum Aufstehen, stehen wir beide auf und gehen zum Frühstück. Draußen regnet es, was uns inzwischen kaum noch stört, da es in fünf Minuten auch schon wieder nach Temperaturrekord aussehen kann. Das Hotel ist schön angelegt und trotz der Nähe zum Highway One sehr ruhig. Beim Frühstück ist es ziemlich voll, weshalb wir uns nach draußen unter ein mit Palmenblättern bedecktes Häuschen setzen. Das Frühstück ist recht vielseitig und es ist für jeden etwas dabei. Heute lassen wir uns etwas mehr Zeit als die letzten Tage, da sowohl die Fahrt zum Nationalpark nicht sehr weit ist und es noch immer in Strömen regnet. Nachdem wir beide satt sind gehen wir zu unserem Zimmer zurück um uns zu " bewaffnen". Überall werden und wurden wir vor den Mosquitos gewarnt und hatten ja auch bereits unsere Bekanntschaft mit Ihnen auf den Keys. Schlau wie wir uns fühlten haben wir extra für die Everglades lange dünne Hosen eingepackt, die nun endlich zum Einsatz kommen. Zudem ziehen wir auch langärmlige Oberteile an. Um dann noch die letzten Mücken abzuschrecken, sprühen wir uns großflächig mit Mückenabwehrspray ein. Nun fühlen wir uns startklar und gut gerüstet um den Kampf anzunehmen. Der Regen hat leicht nachgelassen und die Fahrt zum Park verläuft äußerst entspannt. Gegen 11 erreichen wir die Rangerstation und unser Jahrespass für alle Nationalparks Amerikas aus dem letzten Jahr beschert uns freien Eintritt.

Dann geht’s in den Park. Nach wenigen Metern bereits erreichen wir den ersten "Trail" den wir wandern möchten. Im Park gibt es nicht sonderlich viele, aber der "Anhinga Trail" wurde uns empfohlen. Als wir aussteigen hat der Regen kurz zuvor aufgehört, doch sowohl die Temperaturen von über 90 Grad Fahrenheit und die extrem hohe Luftfeuchtigkeit erschweren das Wandern. Bereits in der ersten großen Wasserfläche liegt ein sehr großer "Gator" (Alligator). Unser erster in freier Wildbahn den wir sehen.

Schon sehr beeindruckend wie groß diese Tiere werden und wenn sie dann mal nicht hinter Gittern liegen, sondern freiwillig vor dir schwimmen ist das schon schön zu sehen. Wir machen uns auf den Weg, den knapp 1,5 km langen Rundweg zu laufen. Uns kommen einige Menschen entgegen, die sich heftige Mosquitokämpfe liefern, doch wir sind ja gerüstet... AUA ! Was ist passiert? Ann Kristin hat's auch erwischt. Langsam dämmert uns, dass unsere glorreiche Idee mit den langen Sachen und das Spray hier wohl keine Gültigkeit hat. Um uns herum schwirren immer wieder gleich mehrere Mosquitos. Besonders auf unsere Rücken scheinen sie es abgesehen zu haben, und sich dabei auch nicht an der Kleidung stören. Wir sehen unterwegs noch einige Tiere, doch wirklich genießen können wir den Rundgang nicht. Immer wieder müssen wir uns gegenseitig von Mosquitos befreien. Völlig durchgeschwitzt und mit einigen neuen Stichen kehren wir zum Auto zurück. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Wir beschließen zunächst nach Flamingo zu fahren um uns den einzigen Ort im Park mal anzusehen. 

Die 30 Meilen führen wie an der Schnur gezogen geradeaus. Erinnerungen an Kalifornien werden wach, da uns auch hier vielleicht ein Auto entgegen gekommen ist. Ansonsten sehen wir nicht sonderlich viel. Die Landschaft ist sehr weitläufig und flach, aber aufgrund der hohen Sträucher entlang der Straße sieht man nicht sehr weit. Auf halber Strecke versuchen wir es mit einem anderen Trail nochmals. Doch keine Besserung. Auch Flamingo ist nichts Besonderes und besteht eigentlich nur aus einem (momentan) geschlossenen Camping Platz und einem Hafen. Etwas enttäuscht steigen wir wieder ins Auto.  Im Park darf Ann Kristin mal fahren, da hier die Unfallgefahr ja eher gering ist. Doch aufgeben wollen wir noch nicht. Nach einem erneuten Bad im Mückenspray versuchen wir den ersten Trail erneut. Zunächst schauen wir sehr skeptisch immer wieder an uns herab ob sich weitere Mosquitos dem Kampf stellen, doch als diese ausbleiben schauen wir mehr und mehr nach Tieren. Es scheint, als wenn alle Mücken verschwunden wären und wir entdecken verschiedene Schildkröten, Alligatoren, riesige Heuschrecken, Fische und Vögel. .. So erscheint der Park in einem anderen Licht. Der Weg macht viel Spaß und wir halten immer wieder an um nach Tieren Ausschau zu halten.  Als wir rum sind verlassen wir schließlich den Nationalpark. Nach einem kurzen Abstecher zum anderen großen Nationalpark, wollen wir eigentlich zum Hotel zurück. Doch unterwegs halten wir noch an einem Walmart um uns einige Dinge zu besorgen und gehen anschließend noch in " Sonnys BBQ " essen. Doch zum ersten Mal in diesem Urlaub sind wir enttäuscht, da das Essen nicht sonderlich gut war... Ne es war schlecht. Die knappe Meile zum Hotel fahren wir zügig und nun liegen wir zum ersten Mal in diesem Urlaub zusammen am Pool. Den Abend werden wir ganz ruhig ausklingen lassen. Unser kurzer Ausblick für morgen: Wir wollen eine Airboat Tour machen und eine Alligator Farm besuchen. Unser Ziel morgen ist "Naples" an der Westküste. So ich geh schwimmen...

 

Bis bald Frederic

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© Frederic Linker