Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

Tag 9

Dienstag, 14. August 2017
Tiefe Schluchten und die wilden Tiere!

Puuuh die 26 gelaufenen Kilometer gestern stecken uns heute Morgen aber noch ordentlich in den Knochen. Wir haben noch immer schwere Beine und kommen nur schwer aus dem Bett. Doch gleichzeitig freuen wir uns auf einen ereignisreichen und tollen Tag. Unser Zimmer liegt im dritten Stock und aus dem Fenster können wir sehen, wie der Nebel noch tief über dem Lodge-Gelände hängt. Nur selten schafft es die Sonne durch diese milchige Brühe. Da wir für die kommenden zwei Nächte kein Frühstück gebucht hatten, machten wir es uns auf unserem Zimmer bequem und ließen uns die gekauften Bagel mit Käse und Milch schmecken. Als wir uns gegen 8:15 Uhr auf den Weg zum Auto machten, wurde es langsam trubelig auf dem Parkplatz. Für uns also höchste Zeit hier weg zu kommen. Draußen waren volle 46 Grad und Ann hatte mutigerweise eine kurze Hose angezogen. Ja mutigerweise… denn die 46 Grad waren leider Fahrenheit, also etwa 6 Grad Celsius… 

Wir hatten uns heute vorgenommen, dass wir die Nordrunde durch den Park fahren wollten. Sie ist etwas kleiner als die südliche Runde, doch wir sollten trotzdem den ganzen Tag brauchen. Unser erstes Ziel war der Grand Canyon of The Yellowstone. Wir hatten zwar etwas bedenken wegen der schlechten Sicht, doch außerhalb des Camps hatte die Sonne bereits die Oberhand gewonnen. Wir beschlossen an der Südseite des Canyon entlang zu fahren und hielten am Artist Point. Von hier konnte man bereits erahnen, warum der Canyon den gleichen Namen bekommen hatte wie sein Namensvetter in Arizona. Eine herrliche Aussicht in die Schlucht und in der Ferne prasselte ein riesiger Wasserfall im Yellowstone River in die Tiefe. Hier wollten wir noch nicht wandern, da die Temperaturen noch immer sehr niedrig waren. Also fuhren wir weiter in Richtung Norden.

Ein Ziel von uns war es ja heute Tiere zu finden. Bereits bei der Ausfahrt aus dem Canyon musste Ann-Kristin den Wagen stoppen, weil ich im Wald einen dunklen Flecken ausmachen konnte. Bei näherer Betrachtung konnten wir einen Bison erkennen. Er lag seelenruhig in der Sonne und versuchte sich anscheinend auch zu wärmen. Da er noch sehr weit weg war fuhren wir weiter. Unterwegs hielten wir an verschiedenen Aussichtspunkten an und fuhren ein Stück auf den Mount Washburn, den höchsten Berg des Parks. An einem Parkplatz sahen wir mehrere Autos und Personen mit Ferngläsern stehen. Aus unserer Afrikareise wissen wir noch: Das bedeutet meist Tiersichtung! Wir stoßen also dazu und können zwei Kojoten beobachten, wie sie ihr Revier markierten und umherstreiften. Toll schon so früh am Morgen und wir hatten schon zwei der großen Tiere des Parks gefunden.

An einem weiteren Parkplatz sahen wir dann auch noch eine kleinere Herde Wapiti Hirsche. Es war wirklich toll. Schon bald erreichten wir die Nordost Basis. Hier hatte ich den Tipp gelesen ein Stück in Richtung Parkausgang zu fahren. Dort kommt man ins Lamar Valley, wo man auch sehr gut Tiere beobachten könne. Wir finden auch schon bald einen weiteren Bison und eine Gazelle. Doch dann nahm der Wahnsinn seinen Lauf. Wir fuhren ein Stück weiter und standen mit dem Auto plötzlich in mitten einer großen Bisonherde, die gerade die Straßenseite wechseln wollte. Riesige Bullen, Jungtiere und ihre Mütter, alles war dabei. Einfach gigantisch.

Als wir weiterfuhren fanden wir noch einen Biber und ein Nest von Ospreys. Der Tipp war wirklich Gold wert. Doch die Zeit blieb ja nicht stehen und wir hatten noch mehr als die halbe Runde vor uns. Also gings zurück zur Hauptstraße ne weiter im Kreis. Nächstes Hauptziel waren die Mammouth Springs. Hier gibt es Terassen auf denen schwefelhaltiges Wasser aus dem Boden austritt. Es riecht überall ziemlich mies und sieht aus wie auf dem Mond.

Wir drehen eine Runde um das gesamte Areal und holen uns anschließend eine Eis zur Erholung. Anschließend wanderten wir noch von einem Wasserfall-Overlook hinunter zum Yellowstone River und verstanden nun warum der Park wohl Yellowstone heißen müsste. Der Boden bestand zu großen Teilen aus gelbem stinkendem Material, was sich im Wasser auch schnell auflöste. Schon irre welche Farben so von Steinen angenommen werden können.

Wir fuhren schließlich die Runde zu Ende und wollten uns zum Abschluss noch den Grand Canyon von der Südseite aus anschauen. So wanderten wir erneut ins Tal und hatten einen wundervollen Blick von den lower falls auf den gesamten Canyon. Wir waren beide platt und machten uns wieder auf den Weg zurück zu unserer Lodge.

Dort kamen wir gegen 18:45 Uhr an und wollten den Nachmittag auf dem Zimmer ausklingen lassen. Wir hatten uns gestern einen Tisch in dem Restaurant des Village reserviert und fuhren mit dem Auto hin. Nachdem ich die Tiere am Vormittag noch so bestaunt hatte, probierte ich einen  Bisonburger und war wirklich begeistert. Ann bekam ein Pastagericht und schien auch zufrieden mit dem Essen und dem gesamten Tag. Ja und da ist der Aufenthalt im Yellowstone Nationalpark für uns auch schon fast wieder vorbei. Morgen wollen wir zwar den Vormittag noch hier verbringen, doch vor uns liegen dann noch etwa 400 Kilometer zum nächsten Hotel. Daher werden wir uns gut überlegen, wieviel wir wirklich noch hier machen werden. Es war aber schon jetzt eine wundervolle Erfahrung und absolut die Reise hierhin wert. Wir gehen dann mal schlafen. 

 

Bis bald Frederic 

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© Frederic Linker