Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

Tag 14

Sonntag, 20. August 2017
Lass uns zum Strand...!

Ach was haben wir gut geschlafen. Nach der Tour waren wir aber auch so platt, dass wirklich gar nichts mehr ging. Mit noch etwas schweren Beinen starteten wir dann aber in den Tag. Frühstück viel heute zwar aus, doch wir genossen noch den Blick von unserem Balkon auf den Berg und das kleine Dorf Snoquera. Im Winter muss das hier eine traumhafte Schneelandschaft abgeben. Es gibt auch mehrere Lifte zu den unterschiedlichen Skigebieten. Doch auch im Sommer hatte der Ort seinen Charme. Im Bett planten wir noch kurz, wie unser heutiger Tag aussehen sollte. Unsere Fahrt sollte uns ans Meer führen. Wir entschieden uns gegen einen Stopp in Portland, da wir zum einen zu wenig Zeit gehabt hätten uns die Stadt anzuschauen und zum anderen nochmal 200 Meilen mehr fahren müssten. Also planten wir auf direktem Wege nach Cannon Beach zu fahren. Es fiel heute etwas schwerer das Auto zu packen, da wir noch den Aufstieg von gestern in den Knochen hatten, doch auch heute klappte alles reibungslos. Beim Losfahren bemerkten wir, dass unser Tank nur noch für 70 Meilen reichen würde… mmmh im Park gab es keine Tankstellen und der nächste Ort ist circa 40 Kilometer weit weg. Müsste also reichen, doch viele Stopps dürften wir nicht mehr machen. Also hielten wir nur einmal um den heute klaren Blick auf Mount Rainier zu bewundern. Die erhoffte Tankstelle fanden wir schließlich in Packwood.

Voll getankt ging es nun immer in Richtung Westen. Etwa 300 Kilometer waren es bis Canon Beach. Im Ort Astoria fuhren wir dann auf den Highway 101, der die gesamte Küste entlang von Nord bis Süd verläuft. Es war sehr bedeckt, doch wir bekamen ab und zu einen Blick auf den Pazifik. Von Astoria waren es nur noch 40 Kilometer südlich bis Cannon Beach. Wir entschieden uns dazu, zuerst in den angrenzenden Ecola State Park zu fahren. Eine enge und kurvige Hangstrasse führte uns zur Einfahrt. Wir bezahlten die fünf Dollar Eintritt und fuhren zum Ecola Point. Leider war die Wanderung zu diesem wegen Witterungsschäden gesperrt, doch von einem höhergelegenen Punkt hatten wir einen Wahnsinnsblick auf die felsige Küste, den Pazifik und die charakteristischen Felsbrocken im Meer.

Wie auf Kommando kam nun auch die Sonne zum Vorschein. Wir schauten uns in Ruhe um und fuhren weiter zum Indiana Point. Hier konnten wir zum Strand gehen. Mit Handtuch und Kamera bewaffnet, gingen wir zum Strand und schauten den Surfern beim Wellenreiten zu. Der Wind wirbelte den feinen Sand auf, so dass wir nicht wirklich im Sand liegen konnten. Ich ging die etwa 1000 Meter breite Bucht einmal auf und ab und war überrascht wie kalt der Pazifik ist. Selbst die Nordsee dürfte wärmer sein. So entspannten wir trotzdem etwas in der Sonne, bis wir mit dem Wagen den State Park wieder verließen, um in Richtung Cannon Beach zu fahren. Hier stand Tourismus über allem. Es war voll und die vielen Hotels und Souvenirläden machten das deutlich.  Wir fanden einen tollen Parkplatz und schnappten uns alle nötigen Strandutensilien. 

An einer kleinen Pizzabude nahmen wir uns eine große Pizza mit und gingen mit dieser zum Strand. Wow… kilometerlanger und irrsinnig breiter feiner Sandstrand, der übersäht war mit großem angespültem Treibholz. Im Wasser sah man den berühmten Haystack Rock. Der Monolith der wie aus dem Boden gestampft im Wasser steht lag gerade wegen der Ebbe frei. Wir setzten uns auf einen Stamm und freuten uns über die Pizza. Dann machten wir uns auf zum Fels. Die Sonne hatte inzwischen gegen die Wolken gewonnen, doch wegen des Windes waren die Temperaturen trotzdem frisch. Am Felsen angekommen, konnten wir um ihn herum viele Anemonen in den Pfützen sehen. Außerdem riesige Seesterne und unzählige Muscheln, die sich an die Steine hefteten. Das Wasser war glasklar, sodass wir die Unterwasserwelt bewunderten.

Da es schon 18 Uhr war, beschlossen wir uns ein schönes Plätzchen zu suchen und den Sonnenuntergang hier zu genießen. Er war für 20:15 Uhr vorhergesagt. Zunächst an einem dicken Stamm und später hinter einem Windfang eines Hotels schauten wir der Sonne zu. Je weiter sie jedoch sank, umso bedeckter wurde es und so ging die Sonne für uns quasi schon um 19:30 hinter den Wolken unter. Wir gingen also zurück zum Auto und fuhren Richtung Long Beach.

Unterwegs holten wir noch Frühstück für den nächsten Tag und telefonierten mit meinen Eltern, die sich inzwischen in Lake Havasu befanden. Unsere Orte trennten nicht nur etwa 4000 Kilometer, sondern auch mindestens 30 Grad Celsius. Unser Hotel erreichten wir erst im Dunkeln, doch wir hörten das Meer noch rauschen. Es liegt direkt am Meer und überzeugte von Beginn an. Das wohl zweitbeste diesen Urlaub. Wir waren allerdings zu k.o. und es war zu kalt, als dass wir nochmal zum Meer gehen wollten. Morgen steht die „eclipse“ an. Wir hoffen, dass wir nicht so viele Wolken hier haben und etwas sehen können. Aber wir wollen auf jeden Fall hier bleiben und sie anschauen. Bis Port Angeles sind es dann nochmal knapp 300 Kilometer. Mal schauen was der Tag so bringt. Also...


Bis bald Frederic. 

 

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© Frederic Linker