Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

24.07.2016         Tag 6

Sonntag, 24. Juli 2016
Brot und Spiele!

Endlich... Der Jetlag ist nun auch bei mir vollständig überwunden und ich schaffe es mal über sieben Stunden durchzuschlafen. Da unser Tag erneut ohne geplantes Frühstück beginnt, hatten wir uns gestern schon mit ein paar Brötchen eingedeckt. Zur Feier des Tages habe ich mir auch noch einen halben Liter Milch gegönnt, der den Morgen perfekt macht. Heute wollen wir eigentlich Montreal am Tage bestaunen, doch das Wetter meint es heute leider nicht so gut mit uns. Es regnet. Daher lassen wir uns heute mal etwas länger Zeit und planen unseren Tag vom Zimmer aus. Als der Regen nachgelassen hat ging es für uns dann auch los. Wir liefen zur Metro Station und fuhren mit der Green Line in den Olympiapark. Hier in Montreal fanden 1976 die olympischen Spiele statt und die Sportstätten sind auch heute noch alle intakt.​

Eine Tour wollen wir zwar nicht machen, doch wir laufen einfach so ein bisschen durchs olympische Dorf und zwischen den Sporthallen umher. Neben dem Olympiastadion steht hier auch das Stadion der "Montreal Impact". Die Fußballer aus Montreal spielen in der Major League Soccer (MLS) und den Fußballfans ist sicher noch der Name Didier Drogba bekannt, der auf seine alten Tage hier noch etwas mit kickt. Eigentlich wollte ich in den Fanshop, doch der hat leider geschlossen, da an diesem Abend ein Heimspiel gegen Philadelphia stattfindet. Hätte ja mal was Fußball in Kanada zu gucken... Doch wir wollen erstmal die Stadt richtig erleben und machen uns auf den Rückweg zur Metro. Unser nächstes Ziel hieß Notre Dame.

Die Basilika ist bereits an die 200 Jahre alt und war mir in verschiedenen anderen Reiseberichten immer wieder positiv aufgefallen. Nach knapp 20 Minuten waren wir auch schon da und erholten uns im Schatten, denn mittlerweile war die Sonne wieder draußen und erhitzte die Stadt ungemein. Dann holten wir unsere Tickets (ja in die Kathedrale muss man Eintritt zahlen) und gingen rein. Auch wenn man sich für Kirchen nicht sonderlich interessiert, muss einen diese hier einfach umhauen. Die mit viel Gold verzierten Wände gipfeln in einem toll angestrahlten Hochaltar, der den Mittelpunkt der Kirche bildet. Wir setzen uns einfach ein wenig hin und hören einer der Führungen etwas zu. Nach einem ausgiebigen Rundgang in die verschiedenen Räume und die angrenzende Kapelle verlassen wir die Kirche wieder und werden von dunklen, fast schwarzen Wolke begrüßt, die sich als dicke Wand auf die Sonne zu bewegten. Also schlenderten wir noch ein bisschen über die Rue Saint Paul (der Straße mit den meisten Läden und Restaurants) und entschieden uns schließlich in eines der Restaurants zu gehen, um zum einen Mittagspause zu machen und zum anderen dem möglichen Regen zu entgehen. Wir gingen in eine kleine Brauerei namens Les 3 Brasseurs.

Hier werden fünf verschiedene Biersorten gebraut und auch verkauft. Wir entschieden uns für zwei unterschiedliche (hell und dunkel) und bestellten auch etwas zu essen, als es draußen wie aus Eimern anfängt zu schütten... Alles richtig gemacht. Die Zeit des Regens saßen wir bei zwei Bierchen, Burger und Flammkuchen wunderbar aus. Alles war hervorragend und wir verließen das Lokal erst, als es draußen zumindest trocken war. Doch gut sah das Wetter immer noch nicht aus weshalb wir in Richtung der unterirdischen Stadt liefen. Dieses Einkaufszentrum liegt, wie der Name schon sagt, unter der Erde und ist ziemlich groß, aber auf Grund des Wetters auch ziemlich voll. So machte uns das eher wenig Spaß. Wir beschlossen für eine Weile zurück zum Hotel zu fahren und wurden auf den letzten Metern auch noch komplett nass. Nach einer Pause auf dem Zimmer und frischen trockenen Sachen wagten wir uns nochmal raus. Wir wollten ja auch noch einmal auf den Mont Royal rauf und die Stadt im hellen sehen. Mit dem Bus fuhren wir bis kurz vor den Gipfel und liefen die letzten Meter. Hier sah man deutlich wie heftig es heute geregnet hatte. Doch dafür war es oben nicht ganz so voll.

Wir suchten uns ein schönes Plätzchen und betrachteten Montreal mal von oben. Die Sonne schaute auch nochmal vorbei und strahlte die hohen Türme schön an. Es war nun 18 Uhr und da Ann ziemlich platt war beschloss ich kurzerhand nochmal zum Stadion zu fahren um mir das Spiel der Impact anzusehen. Ann hätte da eher wenig Interesse dran und ging zurück zum Zimmer. Mit der Metro fuhr ich erneut zum Olympiapark. Ich musste mich beeilen, denn als ich ankam war es bereits 19 Uhr. Das Spiel begann um 19:30 Uhr. Zu allem Überfluss begann es erneut aus Eimern zu schütten. Ich wollte mir ein Ticket holen als ich erfuhr, dass das Spiel ausverkauft war!!!  So ein Mist. Doch es gab genug Leute die Tickets verkauften. Ich beschloss mir dort eines zu holen und machte mich mit meinem Ticket auf ins Stadion. Ich hatte gerade meinen Platz eingenommen, als die Mannschaften auch schon einliefen. Die live performten Hymnen von Amerika und Kanada gehören ja zu solchen Sportveranstaltungen einfach dazu.

Immerhin regnete es nicht mehr, denn überdacht waren die Plätze nicht. Doch mein T-Shirt war klitschnass, weshalb ich gezwungen war mir ein neues zu besorgen. Das Spiel gegen Philadelphia war überraschend gut und zudem konnte ich noch einen alten Bekannten aus Schalker Zeiten begucken. Tranquilo Barnetta spielt in Philadelphia und auch Drogba war dabei der gleichmal einen Hattrick schoss.

Das Spiel endete 5:1 für Montreal und war wirklich schön anzusehen. Mit einem Kanadier unterhielt ich mich etwas über Fußball und die Bundesliga und wurde von ihm darum beneidet. Er würde immer die Spiele der Bundesliga gucken, weil der Fußball dort eben viel besser sei. Nach dem Spiel fuhr ich zurück nach Downtown und lief zum Hotel zurück. Morgen geht unsere Reise wieder weiter und wir werden zu den Thousand Islands fahren. Mal sehen ob dann auch das Wetter wieder mitspielt.

 

Bis bald Frederic.

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© Frederic Linker