Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

23.07.2014        Tag 8

Mittwoch, 23. Juli 2014
Eine andere Welt!

Heute beginnen wir den Tag sehr entspannt. Wir wissen, dass wir bis um elf das Hotel verlassen müssen und zur selben Zeit uns bei der Sundiver Station melden müssen um unsere vorgebuchte Schnorcheltour zu bestätigen. Doch unser Tag beginnt wie gewohnt mit dem amerikanischen Frühstück, welches heute überraschenderweise sehr kontinental daher kommt. Die Auswahl der Speisen ist für amerikanische Verhältnisse riesig, und wir genießen frische Waffeln, Omeletts und French Toast. Das Hampton Inn Hotel in Key Largo ist also nicht nur von der Lage und der Zimmer her zu empfehlen, sondern es kann auch mit dem reichhaltigen Frühstücksbuffet punkten. Nach dem Frühstück wollen wir heute mal ausnutzen, dass wir für 11 Uhr verplant sind und uns mit allem etwas mehr Zeit lassen. Ann Kristin legt sich noch ein wenig mit Buch aufs Bett, während ich mein Glück versuche um ein Manatee in der "Manatee Bucht" zu finden. Leider bleibt es beim Versuch und ich drehe eine Runde über die Hotelanlage. Das Wetter ist heute leider etwas bedeckt, doch noch regnet es nicht und für unsere gestresste Haut tut so ein wenig mehr Schatten sicherlich gut. Gegen 10 beginnen wir mit dem packen. Heute werden wir ja nicht noch eine Nacht auf den Keys verbringen, sondern etwa 30 Meilen weiter und auf Höhe des Everglades Nationalparks in Florida City. Aber bis dahin wollen wir noch den Tag auf der Insel verbringen. 

Wir packen also alles zusammen und machen uns pünktlich auf den Weg. Es beginnt zu regnen und ein heftiges Gewitter zieht über die Insel mit Blitz, Donner und allem was dazu gehört. Unser, oder vor allem mein Traum im Korallenriff schnorcheln zu gehen droht zu platzen...  Wir kommen an der Station an und es regnet in Strömen. Ohne viel Hoffnung betreten wir den Laden um zu fragen wie die Lage ist, als uns die nette Dame bestätigt, dass wir trotzdem rausfahren, da über dem Riff meistens gutes Wetter ist. Puuuuh.... Tag gerettet..., doch Ann-Kristin bekommt etwas kalte Füße bei dem Gedanken bei diesem Wetter aufs offene Meer zu fahren. Doch die Tickets sind bereits bezahlt und nun hat sie eine Stunde Zeit sich darauf vorzubereiten. Der Regen lässt auch nach und die Sonne schielt immer mal wieder durch die Wolken. Am Hafen angekommen wird Ann langsam klar worauf sie sich da eingelassen hat und zweifelt stark daran mitzukommen. Die Panik vor zu starkem Seegang ist ihr buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Dann ist es 12 und sie nimmt allen Mut zusammen und kommt mit aufs Schiff. Wir fahren mit der " Sundiver III".  Und ich kann es vorweg nehmen..., sie hat es nicht nur nicht bereut, sondern ist nun auch heil froh dabei gewesen zu sein.  Das Schiff legt mit ca. 35 Personen ab und wir erhalten die Sicherheit Infos zur verpflichtenden Schwimmweste und den Flossen.

Der Seegang ist bei weitem nicht so schlimm wie erwartet und die Reise zum John Pennekamp Reef verläuft problemlos. Nach knapp dreißig Minuten halten wir mitten im Atlantik. Die Küste ist nur noch weit weg zu erahnen und außer einer Boje ist weit und breit nur Wasser zu sehen. Nun geht’s los... Schwimmweste angelegt, Flossen fertig, Brille auf und Schnorchel dran und dann geht’s los. Ann springt vor mir von Bord und ich kurz danach hinterher.... Wir tauchen ein in eine andere Welt.

Der genaue Punkt wo wir tauchen nennt sich "White Banks dry Rocks". Das Meer ist hier zwischen einem und fünf Metern tief. Schon beim Eintauchen sehen wir unzählige bunte Fische, die sich in den ebenfalls bunten Korallen tummeln. Wir sind beide überwältigt von der Schönheit und wissen gar nicht wo wir zuerst hingucken sollen. Es gibt so viele verschiedene Arten hier zu sehen. Um nur einige zu nennen die wir gesehen haben: Baracuda, Doktorfische, Papageienfische, Neons, Falterfische und Sergeants. 

Es ist einfach nur wunderschön und man fühlt sich wie in einer fremden Welt. Zudem sind hier viele sehr große und lustige Korallen zu sehen. Es ist wie gesagt das einzige lebende Korallenriff in den USA. Mit der Unterwasserkamera versuchen wir einige Dinge festzuhalten, was jedoch wahrscheinlich nicht ausreichend gut gelingen wird, da man das hier live gesehen haben muss. Ein kleines Video dazu findet ihr  Hier. Die fast 2 Stunden vergehen wie im Flug ehe wir leider wieder an Bord kommen müssen.

Ich hätte den ganzen Tag hierbleiben können um weiter zu schnorcheln, da wir in den zwei Stunden immer wieder Fische gefunden haben, die wir noch nicht gesehen haben. Doch die Zeit geht zu Ende und wir fahren zurück in den Hafen. Das Wetter hat sich gut gehalten und zwischendurch kam gar die Sonne raus und ließ das Riff noch schöner erstrahlen. Der dreistündige Ausflug hat sich sehr gelohnt und war auf jeden Fall jeden Cent wert. Wer auch mal auf die Keys fährt MUSS diesen Ausflug machen. Wieder an Land überlegen wir schließlich, was wir mit dem restlichen halben Tag noch anfangen wollen, da zwischen der Schnorcheltour und der Fahrt nach Florida City nichts geplant ist. Nach kurzer Erholung mit ordentlich viel Wasser und einem kleinen Snack überlegen wir uns noch in den zum Riff gehörenden State Park zu fahren. Dieser liegt nur wenige Meilen vom Hafen entfernt und erstreckt sich über nur ein kleines Gebiet. Neben zwei kleinen Badebuchten können auch von hier Schnorcheltouren und Kanutouren gebucht werden, doch wir legen uns einfach nur an den Strand und relaxen in der inzwischen vollständig durchgebrochenen Sonne.

Auch hier sind einige Schnorchler im Wasser, doch ein Test von mir zeigt, dass es nicht ansatzweise so schön ist wie draußen im Riff. Gegen 17:30 Uhr wird der Park leerer und auch wir machen uns langsam auf den Weg um zu unserem Hotel, der Travelodge von Florida City zu kommen. Nach nur knapp 30 Minuten Fahrt erreichen wir dieses auch und sind auch hier sehr zufrieden was Lage und Ausstattung betrifft. Wir werden zwei Nächte hierbleiben und morgen von hier aus in die Everglades fahren. Doch unser Tag ist noch nicht vorbei. Kurz bevor wir am Hotel eintreffen, sehen wir noch die kleine Outlet Mall die wir nach einer verdienten Dusche und frischen Sachen noch besuchen fahren. Hier ist nicht sonderlich viel los, was das shoppen sehr angenehm macht. Draußen wird es dunkel und wir fahren mit einigen neuen Sachen noch etwas essen. Nach Burger, Steak und Hot Dog gab es heute Spare Ribs. Einfach genial und nicht mit deutschen Spare Ribs zu vergleichen. Da wir beide ziemlich müde von dem Tag sind fahren wir die halbe Meile noch zurück zum Hotel und liegen nun auf dem Bett...Das heißt ich... Ann räumt in ihrem Ordnungswahn mal wieder alle Koffer und Taschen auf. Komisch meine sind immer ordentlich...

 

Bis bald Frederic

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© Frederic Linker