Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

06.09.2013        Tag 12

Freitag, 7. Oktober 2011
June Lake oder Sonora Pass?

Ein neuer Tag brach an. Gut erholt wachten wir in unserem Hotel kurz vor Lone Pine auf und genossen den Blick in die Berge. Nur wenige Meter von unserem Hotel entfernt ragte der Mount Whitney über 4400 Meter in die Höhe. Damit ist er der höchste Berg der USA außerhalb von Alaska. Gut gelaunt gingen wir zum Frühstück und erfreuten uns über frisches Obst, Brot und Müsli. Wir wollten nicht zu viel Zeit vertrödeln, da wir bis nach June Lake, unserer nächsten geplanten Übernachtung nur etwa zwei Stunden brauchen würden, jedoch noch ein Stück auf dem Tioga Pass in den Yosemite Park fahren wollten, der nur etwa 11 Meilen von June Lake entfernt lag. Doch wir ahnten nicht, dass an diesem Tag einiges anders kommen würde als wir uns das vorgestellt hatten... Mit einem heißen Kakao to go packten wir unsere sieben Sachen wieder ins Auto und machten uns auch wieder auf den Weg. Der Tank war relativ leer und so mussten wir mal wieder einen Tankstopp einlegen. Mit fast vollem Tank ging's dann denn Highway 395 in Richtung Norden fahrend nach June Lake. Unterwegs wurde die Landschaft immer grüner, da wir uns immer weiter vom Death Valley und damit von der Wüste entfernten. 

Einige "Scenic Points" entlang der Straße nutzten wir dazu, einige tolle Bilder zu machen und gleichzeitig uns dabei die Beine zu vertreten. Schließlich lag June Lake direkt vor uns, und Ann-Kristin beschloss, da sie heute fuhr, dass wir bevor wir in den Park fahren zunächst eine Runde durch den Ort fahren sollten. Gesagt getan und wir fuhren um den gleichnamigen See herum in die Stadt. Sehr idyllisch gelegen und mit hohen Tannen bewachsen lag die Stadt etwas über dem See. Er war sehr klein und unser Hotel fanden wir auch nicht sofort. Nach wenigen Metern war der Ort auch wieder zu Ende und so drehten wir um an den Strand des Sees zu fahren. Hier legten wir eine Pause ein und machten ein schönes Picknick direkt am Wasser. Die Temperatur war im Vergleich zum Vortag um satte 25° (!) gesunken. Das Wasser war zudem eiskalt, doch mit den Füßen wagten wir uns rein.

Doch dann wollten wir endlich in den Park fahren. Kurz vor der Auffahrt zum Tioga Pass hielten wir noch am Visitor Center an. Hier stand zwar geschrieben dass der Pass gesperrt sei, doch das machte uns zunächst nichts, da wir wussten, dass er im Park wegen der Löscharbeiten für ein Stück gesperrt war. Doch vom Ranger erfuhren wir, dass die Sperrung ausgeweitet wurde und der Pass bereits 35 Meilen nach dem Eingang nicht mehr passiert werden kann. Wegen des Brandes musste der Pass komplett gesperrt werden. Als er uns dann jedoch die Ausweichroute zeigte, traf uns der Schlag. Uns stand ein Umweg von 5 STUNDEN voraus!! Das traf uns sehr hart. Wir waren geschockt und wussten gerade nicht was wir machen sollten. Dies warf unsere gesamte weitere Planung durcheinander. Doch um uns ein wenig abzulenken fuhren wir trotzdem ein paar Meter in den Park und hielten an einigen schönen Punkten an um ein wenig zu wandern. Doch die Stimmung war auf dem bisherigen Tiefpunkt angelangt. Es war bereits 14 Uhr und der halbe Tag war rum. Im Park kamen wir nicht weiter und die Gewissheit, dass der nächste Tag mit einem 5 stündigen Umweg starten würde plus der eigentlichen Fahrtzeit war Zuviel. Nun hieß es eine Entscheidung zu treffen. Das Hotel in June Lake war bereits bezahlt und konnte auch nicht mehr storniert werden, doch wenn wir bleiben würden, wäre nicht nur der heutige, sondern wahrscheinlich auch der morgige Tag gelaufen gewesen. Die Alternative war den Umweg über den Sonora Pass bereits heute anzutreten um uns morgen mehr Zeit im Park zu verschaffen. Es war keine leichte Entscheidung, doch wir entschieden uns dazu lieber einen Tag komplett zu verpatzen und nur im Auto zu sitzen, als zwei halbe Tage.

Also war die Entscheidung, dass wir nach den bisherigen 200 Kilometern den Rest nun auch noch fahren würden und uns ein neues Hotel in Mariposa zu suchen. Doch wir mussten auch bald los um noch einigermaßen im hellen anzukommen. Also ging's los. Der Sonora Pass lag 30 Meilen nördlich von uns. Dort angekommen waren es nur noch 80 Meilen bis Sonora. Von hier sollten es nur 30 bis Mariposa sein. 110 Meilen also, und dafür nun 4,5 Stunden? Kaum zu glauben, doch nur wenige Meter weiter klärte sich alles auf. Ein Schild wies uns auf 26% Steigung hin. Diese zog sich in sehr engen Serpentinen über 35 Meilen hin... Allein für diese benötigten wir satte 2,5 Stunden. Zudem war der Pass in dichte Rauchschwaden gehüllt, die vom großen Rimfire her wehten. Es roch nach verbranntem Holz und Rauch. Die Strecke zog sich wie Kaugummi. Nach guten 4 Stunden erreichten wir endlich Sonora.

Von hier aus führte ein kleiner Bergpass nach Mariposa. Nach fast genau 5 Stunden Autofahrt erreichten wir völlig Platt den Ort. Die Suche nach einem Hotel ging relativ schnell, sodass wir nach einem kurzen Imbiss nun nur noch ins Bett wollen. Doch nach insgesamt etwa acht Stunden Autofahrt und gut 560 Kilometern auch verständlich. Ob es nun die richtige Entscheidung war, wird der morgige Tag zeigen. Von hier aus sind es nur noch etwa 40 Autominuten zum Yosemite Valley, wo keine Sperrung zu erwarten ist. Für morgen müssen wir uns auch noch um eine Unterkunft kümmern, doch wir schauen mal wie lange wir für den Park brauchen. So die Entscheidung ist gefallen. Und die Stimmung ist auch schon wieder etwas besser. ;-)

Bis morgen, wo auch immer her. Frederic

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© Frederic Linker