Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

25.07.2014        Tag 10

Donnerstag, 25. Juli 2014
Tief im Westen...!

Man oh man die letzten Tage vergingen einfach wie im Flug. Nun sind wir schon neun Tage hier, aber wir haben ja auch noch sechs vor uns also von daher noch alles im grünen Bereich. Heute werden wir die Reise in den Westen antreten. Quer durch die Everglades brauchen wir nur dem "Tamiami Trail" folgen, um nach Naples zu gelangen. Doch wollen wir natürlich nicht nur stupide im Auto sitzen, sondern uns die Fahrt so angenehm wie möglich machen und uns zwischendurch immer wieder kleine Highlights suchen, wo wir entweder pausieren oder sonst was machen. Wie bereits gestern gehen wir zunächst gegen kurz vor neun zum Frühstück. Wir setzen uns an den gleichen Platz wie gestern und obwohl wir im bereits 6. Hotel sind, ist das Frühstück doch überall fast gleich und daher etwas eintönig. Doch wir finden schließlich noch etwas um satt zu werden und machen uns auf unsere Koffer zu packen. Nach einem kurzen Skype Gespräch mit zu Hause, stehen die Koffer schnell im Auto und nach einem kurzen Tankstopp geht die Reise los. Von Florida City bis Naples sind es etwa 120 Meilen, die wir in mehreren Etappen zurücklegen wollen. Unsere erste Etappe führt uns etwa 25 Meilen tief in die Everglades. Hier halten wir am "Gator Park".​

Hier wollen wir eine Airboat-Tour machen und uns einige Alligatoren aus nächster Nähe anschauen. Kurz nachdem wir die Tickets gekauft haben, werden wir auch schon zum Boot gerufen. Ann-Kristin und ihr Magen hatten nicht mal genug Zeit über Sinn und Unsinn dieser erneuten Bootstour nachzudenken, da legen wir bereits ab. Unser Bootsführer hat eine Stimme wie ein Pirat, der jeden Tag ein Fässchen Rum trinkt und zudem viel schreit. Seine rauhe aber zugleich liebevolle Art uns die Pflanzen und Tiere zu erklären ist herrlich. Zunächst fahren wir im Schneckentempo eine Schneise entlang wo wir auch einige Gators zu sehen bekommen. Aber nach etwa 500 Metern biegen wir schließlich ab und sind auf offenem Feld. Nun geht’s los... Mit rasender Geschwindigkeit und vielen gedrifteten Kurven, heizten wir über Wasser und Gras hinweg. Der Motor des Airboats dröhnt. So fahren wir einige Minuten im Zick-Zack durchs Gelände. Mitten im Nichts halten wir schließlich und erhalten einige interessante Infos zu den Everglades. Unser "Pirat" macht seine Sache wirklich gut und ruft immer wieder nach seiner "Nelly" einem Alligator-Weibchen, welches angeblich nur auf seine Stimme hört. Doch ohne Erfolg treten wir die Rückfahrt an. Wieder rasen wir übers Wasser und werden dabei richtig nass. Doch es ist eine riesen Gaudi und macht super Spaß. Noch einige Alligatoren und Schildkröten später legen wir leider schon wieder am Hafen an. Kann man auch einfach nur empfehlen. Nachdem wir wieder an Land sind, geht es in eine Wildlife Show. Hier werden uns viele Tiere der Sümpfe präsentiert. Skorpione, Kröten, Kakadus und natürlich Alligatoren. An einigen ausgewachsenen Tieren zeigt uns der Ranger, wie groß und kräftig die Tiere sind... In Deutschland würde man dies wohl mit Modellen und nicht mit lebenden Tieren machen, aber informativ und spannend war es schon. Im Anschluss konnte man sich mit einem Babyalligator auf dem Arm fotografieren.

Die fühlen sich echt ganz anders an als man es meinen würde. Eine nette Sache. Den zum Park gehörenden Tierpark mit vielen Alligatoren konnte man da eher vergessen. Aber insgesamt eine tolle Sache. Wir machen uns weiter auf den Weg in Richtung Westen und biegen nach etwa weiteren 25 Meilen auf die Loop Road ab. Dies ist eine ca. 15 Meilen lange Schotterstraße, die immer geradeaus quer durch die Everglades führt. Hier möchte man keine Autopanne haben, da uns vielleicht zwei Autos entgegen gekommen sind.

Während in den Monaten der Trockenzeit hier die Krokos sich oft auf der Straße sonnen, können wir leider nur zwei kleine in den Böschungen entdecken. Für die Strecke benötigen wir etwa eine Stunde und auf den letzten Metern liegt Ann Kristin dösend neben mir auf dem Beifahrersitz. Als wir wieder befestigten Boden unter den Rädern haben, fahren wir weiter bis Okechobee. Dieser kleine Ort liegt mitten in den Glades und beheimatet das kleinste Postamt der USA, welches direkt am Straßenrand liegt. Hier machen wir die nächste kurze Pause. Eigentlich wollen wir nun durchfahren bis nach Naples, doch unterwegs kommen wir an einem sehr schön aussehenden Trail im "Big Cypress Preserve" vorbei. Bisher hatten wir heute noch kein Mosquitoproblem und wir überlegen uns dreimal, ob wir es wagen sollen, doch entscheiden uns schließlich dafür. Wie im Regenwald laufen wir einen schmalen Holzsteg entlang und können völlig unbekannte Töne hören und viele Zypressen. Mosquitos sind auch hier kein Problem und so laufen wir die etwa 2,5 Km lange Strecke sehr entspannt. Zwar finden wir leider keinen der hier lebenden Florida Panther, doch eine kleine Wasserschlange und viele Insekten. Wieder am Auto angekommen, fahren wir nun die verbleibenden 30 Meilen bis Naples. Unser Hotel liegt direkt am Tamiami Trail und ist wieder einmal gut.

Die deutschen Besitzer geben uns einige Tipps, wo wir am besten zum Strand gehen und wo am besten zum Sonnenuntergang. Den Strandtip nehmen wir sofort an und machen uns auf. Naples ist eine sehr schöne kleine Stadt, wo anscheinend eher die gutbetuchten "Floridianer" wohnen. Der Strand ist karibisch schön mit weißem Pudersand. Das Wasser fällt sehr seicht ab und man kann sehr weit reinlaufen. Nach einer ausgiebigen Schwimmrunde legen wir uns einfach in den Sand und lassen uns "braten". Als unsere Parkuhr leider abläuft kehren wir ins Hotel zurück um nach kurzer Stippvisite am Pool uns für den Abend umzuziehen. Wir fahren zum Naples-Pier um uns hier den Sonnenuntergang anzusehen. Der Maße an Leuten zufolge, muss es auch echt schön sein. Zwischen den vielen "Fototouristen" stehen auch sehr viele Angler. Wir suchen uns ein schönes Plätzchen und genießen den wirklich wunderschönen Sonnenuntergang. Plötzlich meine ich eine Haifloße gesehen zu haben.... Ann Kristin hat sie nicht gesehen und ich denke bereits mich geirrt zu haben, als beinahe direkt vor uns ein Delfin auftaucht.

Er schwimmt langsam den Pier entlang und zeigt immer wieder seine Rückenflosse. Sonnenuntergang,...Delfin,...Traumstrand.... Kitschiger geht’s eigentlich kaum noch, aber schön war es trotzdem. Gepackt von dem Tier, suchen wir nun natürlich das Meer ab um weitere Delfine zu finden. Ab und zu taucht er nochmal kurz auf. Zudem schwimmt ein großer Rochen unter uns her. Hier könnte sich schnorcheln auch lohnen. Nachdem die Sonne komplett verschwunden ist und sich der Pier langsam leert, fahren wir schließlich auch und gehen noch in der "Cheesecake factory" essen.  

Super gut und da wir den ganzen Tag noch nichts gegessen hatten außer Frühstück hatten wir auch einen Bärenhunger. Gut gesättigt fahren wir ins Hotel und liegen nun bereits im Bett. Morgen geht’s nach Fort Myers weiter, doch wollen wir uns vorher noch Naples etwas anschauen. Nach Fort Myers sind es auch nur knapp 30 Meilen, weshalb wir richtig Zeit haben.

 

Bis bald Frederic

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