Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

Tag 15

Montag, 21. August 2017
The total Eclipse of The hear.... Sun!

Es gibt für jeden so Tage, da kann man sich noch Monate, Jahre oder sogar Jahrzehnte später noch dran erinnern. Wer weiß noch, was er am 11. August 1999 gemacht hat? Echt nicht… wenn ich jetzt sage, dass da die letzte totale Sonnenfinsternis über Deutschland stattgefunden hat, wird sich bestimmt noch jeder daran erinnern können, wo oder wie er diese verfolgt hat. Ein um das vielfache höherer Hype fand in den letzten Wochen in den Medien in den USA statt. Denn heute fand die erste totale Sonnenfinsternis seit 99 Jahren statt. Diese war quer über das ganze Land zu sehen und besonders in Oregon und den anderen zentralen Bundesstaaten sogar zu 100 Prozent. Wir befanden uns ja an der Grenze zu Oregon in Long Beach, wo die Sonnenfinsternis immerhin zu 97,2 % zu sehen sein wird.

Wir standen heute Morgen gegen 8:00 Uhr zu unserer üblichen Uhrzeit diesen Urlaub auf, und machten uns auf unserem Zimmer ein Frühstück aus den gestern eingekauften Lebensmitteln. Wir hatten gestern erfahren, dass wir uns gratis Fahrräder in der Lobby ausleihen konnten mit denen wir am Strand eine Runde fahren wollte. Der Startpunkt für die Sonnenfinsternis war für 9:05 Uhr angesetzt. Zu dieser Uhrzeit schnappten wir na die Räder und fuhren in den Nebel hinaus. Wir befürchteten bereits, dass wir von dem Ereignis gar nichts zu sehen bekommen würden, da uns die Wolken einen Strich durch die Rechnung machen könnten. Auf einem Dünen Radweg hielten wir an und kramten aus den Taschen unsere Schutzbrillen. Die Wolken waren zum Glück nicht dicht genug, sodass wir einen tollen Blick auf das Spektakel bekamen. Einfach faszinierend. Auf einer Bank machten wir es uns gemütlich und warteten den Höhepunkt ab, der für 10:17 Uhr vorhergesagt war. Um uns herum wurde es dunkler, als ob die Sonne bereits vor untergehen würde.

Pünktlich erreichte der Mond dann auch den für uns besten Punkt. Mehr ging nicht. Es wurde langsam kalt und um 11 mussten wir auch auschecken. Daher fuhren wir zum Hotel zurück. Um Punkt 11 Uhr fuhren wir aus Long Beach weg. Ein wunderschöner kleiner Ort, der auf Grund der Dünen, dem Meer und dem Wind sehr an Holland erinnerte. Doch wir wollten und mussten weiter.

Unsere Strecke führte heute den Highway 101 entlang. Von Long Beach bis zu unserem Ziel in Port Angeles waren es knapp 300 Kilometer. Wir fuhren durch den Olympic Nationalpark, der besonders für seine Regenwälder bekannt ist. Unseren ersten interessanten Stopp planten wir in Ruby Beach. Einem schönen natürlichen Strand, der für sein vieles Treibholz und die schönen vorgelagerten Felsen bekannt ist. Doch unterwegs hielten wir noch an einem tollen Aussichtspunkt mit Wahnsinnsblick über den Pazifik. Die Sonne strahlte und die Gischt war auch noch 200 Meter vom Wasser entfernt zu spüren. Dann sahen wir im Wasser etwas prusten. Vor der Küste schwammen Wale. Nicht nur ein oder zwei, sondern eine ganze Schule mit mehr als 10 Tieren. Sie spielten in den Wellen und steckten immer wieder ihre Flossen aus dem Wasser. Wow. Jetzt war meine Lust auf eine Wal Tour noch größer.

Wir beobachteten die Tiere eine Weile und fuhren dann zum Ruby Beach. Nach einem kurzen Wanderweg kamen wir am Strand an. Nun ja wir mussten noch über mehrere Lagen Treibholz klettern, doch es lohnte sich. Der Strand war traumhaft und durch die Ebbe auch breit genug, um nicht nur über Holz laufen zu müssen. Wir wanderten durch den Sand und genossen das tolle Wetter eine ganze Weile. Als es uns dann zu voll wurde, fuhren wir weiter. Nach etwa 35 Kilometern erreichten wir Forks. Dieser Ort wird allen was sagen, die schon mal die Twilight Filme geschaut haben. Diese spielen hier und wurden auch hier gedreht. Doch der Ort ist nicht sehr hübsch. Wir fuhren nur hindurch und weiter nach La Push zu kommen. 

Hier wollen wir zum Second Beach. Auch dieser Strand ist ähnlich wie der Ruby Beach und übersät mit Baumstämmen. Um dort hinzukommen mussten wir jedoch eine 15 minütigen Wanderweg durch dichten Wald in Kauf nehmen. Dieser Weg alleine war allerdings schon super. Am Second Beach war wesentlich weniger los als noch am Ruby Beach. Zwar standen hier ein paar Zelte von Campern, doch dafür waren außer uns nur eine Hand voll Menschen da. Außer der inzwischen wieder ganzen Sonne, war am Himmel nichts zu sehen. Wir setzten uns auf einen Holzstamm und schauten den Wellen zu, wie sie in die Bucht peitschten. Es war Ebbe und das Wasser ging weiter und weiter zurück. Hie wäre heute ein Sonnenuntergang sicher klasse, doch wir mussten noch weit fahren und wollten nicht im dunkeln durch den eh schon dunklen Wald zurück. Am Auto wieder angekommen, fuhren wir die letzten 65 Kilometer nach Port Angeles.

Wir checkten ein und liefen an der Waterfront entlang, um etwas zu essen zu finden. Viele lokale machten jedoch bereits um 21 Uhr zu, so dass es etwas dauerte, bis wir etwas fanden. Ich hatte mich noch wegen der Wal Tour erkundigt und werde morgen spontan entscheiden, ob ich fahre oder nicht. Ja und dann werden wir morgen bereits unsere letzte weite Tour nach Seattle antreten. Drei Wochen neigen sich langsam dem Ende entgegen. Doch auf Seattle freue ich mich auch noch mal sehr. 

 

Bis bald Frederic. 

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© Frederic Linker