Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

30.07.2016        Tag 12

Samstag, 30. Juli 2016
Royaler Besuch und Safari 2.0!

Heute Morgen war bei mir ein Moment erreicht, wo ich am liebsten einfach mal im Bett geblieben wäre. Die letzten Tage waren alle zwar wunderschön, doch auch sehr anstrengend. Daher würde ich von Ann heute Morgen geweckt. Sie war schon fertig angezogen und wartete darauf, dass auch ich wieder "reisetauglich" bin. Doch lange ließ ich mich nicht bitten und machte mich schnell fertig. Wir gingen zum Frühstück, welches wohl eher nicht als größtes Highlight in diesen Urlaub eingehen wird. Typisch amerikanisches Motel Frühstück. Die Krönung war das Omelett aus der Tüte, welches in der Mikrowelle erwärmt werden sollte. Naja wers mag... Doch zur ersten Stärkung des Tages war es dennoch zu gebrauchen. Da Ann noch gerne in den Pool wollte, nutzten wir die aufgehende Sonne und die bereits morgens tollen 27 Grad um ein paar Bahnen zu schwimmen. Jetzt war auch ich dann so wirklich wach und unsere Reise konnte weitergehen. Wir packten unsere Sachen und machten uns mit dem gesamten Gepäck auf den Weg. Es stand der königliche Besuch in "meiner" Stadt an. Frederick wird zwar hier mit K am Ende geschrieben, doch das liegt lediglich daran, dass ich mir damals überlegt hatte, dass die Stadt eigentlich Frederic King heißen sollte.

Der Name war aber zu lang und deshalb entschied ich mich für Frederick. Der Punkt hinter dem "K" ist im Laufe der Jahre verschwunden und deshalb heißt sie heute Frederick. Wir halten am Besucher Zentrum und schauen uns ein wenig um. Natürlich wurde ich auch am Ortseingangsschild gefeiert. Gut, nicht so sehr wie die europäischen Könige und Königinnen bei Staatsbesuchen, aber zumindest ein paar Autos hupten, als die Presse dieses Foto schoss. 

Doch obwohl ich gerne für meine Untertanen noch etwas länger für Fotos, Handshakes und Autogramme zur Verfügung gestanden hätte musste ich mich auf Grund des dichten Terminplaners verabschieden. Ein letztes royales Winken und schon waren wir wieder auf der Interstate. Wir hatten uns dazu entschlossen nicht den direkten Weg nach Washington zu fahren, da wir hier morgen den Tag geplant haben, sondern wir folgen einem der Tipps von Kevin und Miriam und fahren den Umweg über den Shenandoah Nationalpark. Dieser ist zwar etwa 100 Kilometer entfernt von uns, doch das war es uns wert. Außerdem sind 100 Kilometer hier eher ein Katzensprung wenn man die ganzen Entfernungen hier betrachtet. Da die Fahrt aber nicht nur über die Interstate verläuft konnten wir wenigstens eine Menge sehen. So erreichten wir auch schon bald den Eingang des Nationalparks und machten uns auf den Weg auf den Skyland Drive.

Durch den Park verläuft nur diese eine Straße, die sich über 104 Meilen durch den Park schlängelt. Im Visitor Center erfragen wir noch wo wir eventuell am besten wandern könnten und bekommen noch Tipps zur Bärensuche... Ja hier im Park gibt es eine übermäßig große Schwarzbärenpopulation. Immer wieder kann man hier Bären beobachten. Unser Safarifieber war also wieder geweckt... Im Park gibt es unzählige Aussichtsplattformen, von denen man unfassbare Blicke in die bergige Ferne schmeißen konnte. Wir hielten an beinahe jedem zweiten und waren immer wieder fasziniert. Neben einigen Autos waren auch viele Fahrräder und Motoräder im Park unterwegs. Diese waren so laut, dass wir nicht davon ausgingen Bären zu sehen. Denn sie waren einfach soooo laut.

Da im Park ein Tempolimit von 35 Meilen pro Stunde herrscht, könnten wir jedoch den Wald rechts und links nach Auffälligkeiten absuchen. Ann fuhr und ich versuchte mich in der Bärensuche. Doch in einem dunklen Wald schwarze Bären zu suchen ist schon eine Herausforderung. So tuckerten wir also mit unseren Blicken in den Wald oder die Ferne gerichtet durch den Park... EIN BÄR !!!! Ann ging nach einem kurzen Blick in den Rückspiegel voll in die Eisen. Ich hatte im Wald einen Bären entdeckt. Wir fuhren langsam rückwärts und da saß er. Misstrauisch schaute er uns an. Als ich dann die Kamera greifen wollte verschwand er tiefer in den Wald. Doch ein bisschen ist er zu sehen. Genial... Unser zweiter Bär in diesem Urlaub.

Glücklich fuhren wir weiter. Und jetzt war unser Ehrgeiz so richtig geweckt einen Bären noch näher zu sehen. Tja und was soll ich sagen... Nur etwa 5 Meilen später musste Ann wieder in die Eisen gehen. Direkt an der Straße nur etwa ein Meter im Wald saß ein Bärenbaby. Ich stieg leise aus und lief die Straße zurück wo er saß. Nur knapp 5 Meter vor mir schlich der Kleine aus dem Wald, sah mich an und spazierte seelenruhig über die Straße ehe er auf der anderen Seite im Wald verschwand. Diese süße Begegnung alleine war diesen Umweg schon wert.

Nach einer kurzen Mittagspause in einem der Camps machten wir uns auf den zweiten Teil der 65 Meilen die wir heute vom Skyland Drive fuhren. In einer Baustelle sahen wir noch einen Bären. Wir stiegen wieder aus und konnten diesen nun wunderbar aus etwa  10 Metern Entfernung beobachten. Er war schon etwas größer und suchte in den Pflanzen nach Nahrung. Bären gibt es hier wohl wirklich sehr häufig. Insgesamt fanden wir 4 Bären heute. Kurz vor dem Ende unseres Ausflugs kamen wir dann noch an einem Wandertrail an, der zu den Dark Hollow falls führte.

Dieser knapp 2 Kilometer Trail wurde der perfekte Abschluss für diesen tollen Tag im Nationalpark. Wir verließen den Park und machten uns nun in Richtung Washington DC. auf. Unsere letzte längere Fahrt mit dem Auto stand also an. Denn anders als in allen Urlauben zuvor, werden wir morgen unseren Wagen bereits abgeben und den Rest der Reise mit dem Zug vollziehen.

Nach etwa 120 Kilometern legten wir noch einen letzten Stopp in einer riesigen Outlet Mall ein und gingen dort in der Cheesecake factory noch lecker essen. Die letzten 35 Kilometer nach Arlington (wo unser Hotel für die nächsten zwei Nächte liegt) schafften wir auch ohne Probleme. Was war das heute für ein erfüllter Tag. Meine Stadt besucht, tolle Erlebnisse mit wilden Schwarzbären, und zum Abschluss noch ein gutes Steak. Jetzt geht's gleich ins Bett, denn morgen werden wir uns das wohl berühmteste Haus der Welt ohne Farbe ansehen. Weiß soll es sein. Zudem natürlich noch sämtliche Highlights der Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Wird bestimmt wieder aufregend. Also gute Nacht.

 

Bis bald Frederic(k)

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© Frederic Linker