Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

07.09.2013        Tag 14

Donnerstag, 7. September 2013

Yosemite Park im Zweiten: Mit Steve O. und Goliath

 

Den Stress vom Vortag hatten wir relativ gut verdaut. Wir hatten das Glück, in einer Lodge zu wohnen, die so groß war, dass auch locker sechs Personen hier hätten wohnen können. Klar konnten wir in dieser Nacht auch gut schlafen, da uns der Tag zuvor echt viel abverlangt hatte. Doch trotz alledem, wollten wir nicht allzu lange schlafen, da die Strapazen sonst nichts gebracht hätten. Also stand der Wecker wieder auf sieben Uhr, sodass wir unser Zimmer gegen acht verlassen konnten. 

Von Mariposa aus bis zum Parkeingang war es dann nicht mehr sehr weit. Nach einer knappen Stunde Autofahrt fuhren wir auf dem Highway 140 von Osten her kommend in den Park. So richtig viel hatten wir uns bewusst nicht vorgenommen, da wir gerne ein wenig wandern gehen wollten. Sobald wir den Parkeingang passiert hatten, schlängelte sich der Pass über den wir fuhren wieder ins Tal und schon bald erreichten wir das Yosemite Village.

Kurz vor der Einfahrt machten wir an einem Parkplatz halt und liefen zu einem kleinen Fluss herunter um dort zu frühstücken. Die Füße im Wasser baumelnd und mit Bageln, Wasser und Keksen bepackt, stärkten wir uns für den Tag. Die schlechte Laune vom Vortag war längst vergessen und wir genossen die annehmen Temperaturen, die im Park herrschten. Wir fuhren mit dem Auto nun noch ein Stück weiter und parkten vor dem Village Store, wo es bereits sehr voll war. Viele Campingplätze liegen hier verteilt, und so ist dieser Laden der einzige im Umkreis von bestimmt 60 Meilen. Wir schauten uns nach kartenmaterial um, damit wir eine gut geeignete Route zum Wandern finden würden. Dabei viel unser Blick auf einen Flyer, der neben den Karten ausgehangen war. Wir empfanden ihn als besonders interessant und gingen zum Schalter, wo man sich für Touren anmelden konnte.

Wir hatten Glück, denn es war für 15 Uhr noch Platz für uns beide und so Buchten wir auch gleich. Wow... Um 15 Uhr startete also unsere Tour. Und zwar per Pferd !! Wir hatten uns für einen zweistündigen Ausritt durch den Park angemeldet. Bis dahin war jedoch noch eine Menge Zeit, die wir dennoch wandern wollten. Wir beschlossen den "Mist Trail " zu nehmen, der an einigen der berühmten Wasserfälle des Parks entlang führte. Bepackt mit genug Wasser für uns zwei ging's dann steil bergauf am Berg entlang. Die Aussicht auf die Berge, den Fluss und die unzähligen Bäume war herrlich. Es roch wie nach einem frischen Pinien-Aufguss, doch die Steigung war mörderisch. Für knapp 1,5 Kilometer benötigten wir fast 1,5 Stunden. Bis zur Brücke des ersten Wasserfalls schafften wir es, doch dann mussten wir leider schon umdrehen, um pünktlich am Stall zu sein. Dort angekommen wurden wir zunächst in die Sicherheitsvorkehrungen eingeweiht. Ann-Kristin ist zwar gut geübt im Reiten, doch einen Bergpass hinauf reitet auch sie nicht alle Tage. Schließlich wurden uns die Pferde zugeteilt.

Ann-Kristin bekam ein Muli... Ich das wohl größte Pferd was der Stall zu bieten hatte... Goliath. Jedoch ein sehr ruhiger Zeitgenosse. Ann's Muli hieß Steve O. Und so ging's dann auch bald los über Stock und Stein quer durch den Wald. Im langsamen Schritttempo konnte nicht viel passieren. Mir kam es trotzdem so vor als würden wir Rasen, während Ann-Kristin wohl gerne mal in den fünften Gang geschaltet hätte. Mir reichte das... :-) Doch den Ausritt fanden wir beide herrlich. In zwei Stunden sahen wir viele Wege und Ecken des Parks, die nur mit dem Pferd zu erreichen waren. Nachdem wir zurück waren, sahen wir beide aus wie in Staub gebadet. Doch Goliath und Steve O. Hatten uns sicher wieder im Valley abgesetzt.

Es war bereits fünf Uhr und wir mussten uns für einen weiteren Tagespunkt entscheiden, ehe wir den Park wieder verlassen müssten. Die Wahl musste zwischen dem "Glacier Point" (ein Aussichtspunkt über den gesamten Park) oder dem " Mariposa Groove" ( Ansammlung von Mammutbäumen ) fallen. Wir entschieden uns für die Bäume und wurden nicht enttäuscht. Im Mariposa Groove machten wir schließlich zum Abschluss des Tages nochmal eine drei Kilometer lange Wanderung und kamen dabei an einigen sogenannten "Sequoias" vorbei. Diese Bäume können sehr alt werden. Der " Grizzly Giant" zum Beispiel ist geschätzte 1800 Jahre alt und seine Äste haben einen Durchmesser von zwei Metern. Er selber hat einen Stammumfang von gut neun Metern. Ein Super Anblick. Mit Sonnenuntergang kamen wir wieder am Auto an und machten uns auf den Weg. Wir hatten ja noch kein festes Ziel und so entschieden wir uns schon mal in Richtung San Francisco zu fahren, da wir ab morgen hier sein werden. Wir fuhren noch etwa zwei Stunden ehe wir in Modesto ein Hotel nahmen und hier jetzt die Nacht verbringen werden. Heute hatten wir zwar "nur" etwa 310 Kilometer mit dem Auto hinter uns, doch die Wanderungen und der Ausritt waren sehr Kräfte zehrend. Daher jetzt ab ins Bett. Und morgen... " If you're going, to San Francisco...."

Bis bald Frederic.

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© Frederic Linker