Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

Tag 17

Mittwoch, 23. August 2017
Seattle an einem Tag!

 

Also schlaflos in Seattle, wie ein Film mit Tom Hanks erzählt, waren wir definitiv nicht. Ganz im Gegenteil. Wir haben nach dem aufregenden Tag gestern mehr als nur gut geschlafen. Unser Zimmer glich zwar heute morgen einem kleinen Schlachtfeld, da die ganzen Einkäufe in Tüten um uns herum gestapelt waren, doch ansonsten fühlten wir uns super. Wir freuten uns beide auf den bevorstehenden Tag und die Stadt, die wir teils mit öffentlichen Verkehrsmitteln und teils zu Fuß erkunden wollten. Immerhin hat die Stadt ja so einiges zu bieten. Seattle wird auch als Emerald City (Smaragdstadt) oder Rain City gennant. Smaragd soll auf das viele Grün in und um Seattle hindeuten, und da es hier so häufig regnen soll, Rain City. Lustigerweise ist allerdings in einer typischen amerikanischen Studie herausgekommen, dass in Seattle die meisten Sonnenbrillen pro Einwohner zu finden sind. Nun ja gestern haben wir gesehen wie sonnig es hier sein kann, heute ist es zwar bewölkt, jedoch sind wir vom Regen noch weit entfernt. Wir gehen zunächst zum wirklich guten Frühstück. Eine frische Waffel später, machten wir uns noch ein paar Brote für unterwegs fertig und brachen auch langsam auf. 

Bepackt mit allem nötigen liefen wir los. Unser Hotel hat eine spitzen Lage. Zum Wahrzeichen der Stadt, der Space Needle, brauchen wir zu Fuß weniger als 10 Minuten. Hier soll unser Tagesausflug in die Stadt starten. Wir kaufen uns ein Ticket und fahren auch sogleich die 184 Meter nach oben. Von hier oben hat man einen wundervollen Ausblick auf die gesamte Stadt und die Bucht. Diese ist eine der tiefsten natürlichen Buchten der Welt, mit einer maximalen Tiefe von 350 Metern. Die Stadt besteht zum einen aus den dichtgebauten Hochhäusern in Downtown und den flacheren umliegenden Stadtteilen. Die Space Needle wurde 1962 zur Weltausstellung eröffnet und hatte seit dem mehr als 60 Millionen Besucher. Hier oben genießen wir den Ausblick und fahren nach einer Weile wieder runter.

Direkt an dem Wahrzeichen stehen noch einige der beliebtesten Museen der Stadt, doch da sind wir ja beide nicht die größten Fans von. Wir lassen diese also links liegen und fahren mit der Monorail Bahn nach Downtown. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten. Unser nächstes Ziel wurde von mir bestimmt. Ich wollte unbedingt zum Century Link Field. Dem Stadion der Seattle Seahawks. Wir beschlossen die zwei Kilometer zu laufen. Unterwegs fanden wir eher wenige spanende Ecken. Am Stadion kauften wir uns zwei Tickets für die Besichtigungstour, die 15 Minuten später begann. Im Fanshop drehten wir noch eine Runde und dann ging es auch schon los.

Wir erhielten tolle Einblicke in die Arena, die Presseräume, die Umkleideräume, die Suiten und die Sitzränge. Unser Guide war leider nicht sonderlich mitreißend, doch uns hat es dennoch gefallen. Da das Stadion sowohl für Fußball als auch für Football genutzt wird, werden vor jedem Spiel die Linien und Werbungen neu aufgemalt. Was ein Aufwand. Die Tour dauerte gute 1,5 Stunden. Danach nahmen wir uns vor zur Waterfront zu laufen. 

Es war nicht sehr weit, doch unterwegs bekamen wir dann auch die eher schmuddeligen Ecken der Stadt zu sehen. Bisher empfanden wir Seattle als extrem sauber. Als wir die Waterfront erreichten, hatten wir beide großen Hunger. Wir kauften uns an einer Fischbude eine Clam Chowder. Die typische Muschelsuppe der Westküste wird traditionell im ganzen Brot angerichtet. Wir kannten diese schon aus San Francisco, aber sie schmeckte wieder sehr gut. Gut gestärkt setzten wir unseren Weg entlang des Wassers fort. Unzählige kleine Geschäfte und Restaurants reihten sich am Hauptpunkt (Miners Landing) aneinander. Hier steht auch das große Riesenrad. Wir schauten uns ein bisschen um und kauften uns noch ein Eis. Inzwischen kam auch die Sonne heraus und lies es schnell sehr warm werden. Wir gingen weiter und wollten nun noch zum Public Market Place.

Diese offene Markthalle ist berühmt für ihre „werfenden Fischhändler“ und die vielen frischen Angebote. Uns fielen zunächst die tollen Blumensträuße auf, die hier relativ günstig zu kaufen waren. Die üppig gefüllten Fischstände hatten alles zur Auswahl, was es rund um die Stadt zu fangen gibt. Alle paar Minuten schreien die Fischhändler los und werfen mit fertig ausgenommenen Lachsen durch die Halle. Dabei fliegen einem dann schon mal Fische über den Kopf. Ein lustig anzusehendes Schauspiel. Es gab tolle Stände mit Obst, Gemüse und Kleinkunst. Die Menschen strömten nur so durch die Hallen.

Wir machten noch einen Abstecher zum Hard Rock Café und fuhren dann mit der Monorail zurück zur Space Needle. Von hier aus war es dann ja nicht mehr weit zum Hotel, wo wir gegen 17 Uhr wieder ankamen. Seattle ist eine schöne Stadt mit einem Hauch von Hamburg-Flair. Am Pool konnten sich unsere Beine etwas von der vielen Lauferei erholen. Dann ging die Kofferschlacht los. Alles musste ja verstaut werden, da morgen unser Flug nach Las Vegas auf dem Programm steht. Mit Geschick und Zuversicht packten wir alle Sachen in unsere Koffer und waren gegen 21 Uhr endlich fertig. „Leider“ hatten wir noch drei-vier Bier über, die nicht im Koffer Platz fanden. Diese schmeckten dafür umso besser. Morgen geht’s schon früh los. Wir haben ein Date mit meinen Eltern am Pool in Vegas. Also ab ins Bett. 

 

Bis bald Frederic. 

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© Frederic Linker