Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

20.07.2016      Tag 2

Mittwoch, 20. Juli 2016
Ein Boston Intensivkurs!

Obwohl der gestrige Tag durch den langen Flug doch sehr anstrengend gewesen ist, macht der Jetlag auch in diesem Jahr vor uns keinen Halt. Wir beide schauen uns gegen vier Uhr hellwach im Bett an und können beide nicht mehr einschlafen. Doch draußen ist es ja noch dunkel, weshalb wir beschließen uns nochmal umzudrehen und zumindest versuchen zu entspannen. Bis kurz vor sechs halte ich es noch im Bett aus, bis mich die ersten Sonnenstrahlen aus den Kissen schmeißen um endlich rauszugehen. Ich mache mich direkt auf den Weg um uns ein kleines Frühstück zu organisieren, da die Übernachtungen in Boston ohne Frühstück gebucht waren. Gut... Bei amerikanischem Frühstück verpasst man in der Regel aber auch nicht viel. Draußen ist es bereits weit über 20 Grad und das Wetter scheint heute traumhaft zu werden. "Good Morning Amerika!!!" denke ich mir nur, und schaue mich auf unserer kleinen Halbinsel mal um. Von Großstadt ist hier noch nicht viel zu sehen. Ganz im Gegenteil... Die kleinen Gassen erinnern an eine Stadt auf dem Land. Zwischen den beiden Küsten liegen nur drei Häuserblogs, sodass ich in knapp 30 Minuten schon eine Menge von Winthrop gesehen habe. In einem kleinen Kiosk kaufe ich noch ein paar Muffins und eine Gallone Wasser, mit der ich zurück ins Zimmer gehe, wo Ann sich in der Zwischenzeit optisch und mental auf unseren Tag in Boston vorbereitet hat. Die Haare liegen, die Sonnencreme ist verteilt und das Lampenfieber ist greifbar. Nicht unbedingt aus Angst vor der Stadt, sondern eher wegen unserer Anreise. Durch Zufall hatte ich herausgefunden, dass direkt gegenüber unseres Hotels eine Fähre ablegt, die direkt bis Boston Harbour fährt. Natürlich nehmen wir die, allein schon um Zeit zu sparen... Doch Ann und Wasser ist nicht so die beste Kombi. Ihr wird eigentlich schon beim Anblick der schaukelnden Zitrone in einer eiskalten Cola schlecht...Doch da musste ich mich einfach mal durchsetzen und ehe große Überlegungen über Sinn und Unsinn angestellt werden konnten, saßen wir auch schon mit unseren Tickets an Board.

Die Fahrt war wirklich harmlos, brachte uns aber wundervolle Blicke auf die Skyline der Stadt und den davor liegenden Flughafen. Das Schiff war ein Katamaran, der auch wirklich Gas geben konnte. Durch die hohe Geschwindigkeit fiel es auch Ann nicht schwer. Nach zwanzig Minuten waren wir auch schon mitten in Boston Downtown, wo wir uns zunächst ein schönes Plätzchen suchten, wo wir ein paar Fotos machen konnten. Es war erst 8:30 Uhr und somit war nicht viel los. Wir liefen die Hafenroute entlang und kamen am "Boston Teaparty Museum" vorbei. Hier wurde bereits deutlich wie eng Historie und Moderne hier beisammen liegen. Unser nächstes Ziel sollte der "Boston Common" sein. Der kleine Bruder vom Central Park in New York ist nämlich der Startpunkt für den sogenannten "Freedom Trail". Dieser ist durch eine fast sechs Kilometer lange rote Linie auf dem Boden gekennzeichnet und führt an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zu Fuß vorbei. Den Startpunkt fanden wir auch sehr schnell.

Die Straßen waren immer noch angenehm leer und so konnten wir die hohen Wolkenkratzer genießen ohne dabei im Slalom um andere Menschen herumeiern zu müssen. Der Trail führte uns vorbei am Old State House, der Fenunion Hall, der South Old church und dem Monument Hill. All diese Gebäude sind Teil der Geschichte der Vereinigten Staaten. Es würde hier den Rahmen sprengen darüber zu berichten. Bei etwa der Hälfte legten wir einen kurzen Zwischenstopp ein und schlenderten durch den "Quincy Market". Eine knapp 800 Meter lange Halle in der sich ein Essensstand an den anderen reihte. Doch es war noch etwas früh für Mittagessen. Die Sonne und die Temperaturen stiegen langsam auf ihren Höhepunkt, doch in den Häuserschluchten schafften wir es immer mal wieder ein bisschen im Schatten zu laufen. Zudem drehten wir eine Runde durch den Public Garden, der mit vielen tollen Beeten und vielen Eichhörnchen und anderen Tieren toll anzusehen war.

Auf dem Rückweg zum Common hielten wir noch kurz am Hard Rock Café und für mich gab seinen waschechten Cheese Hot Dog. Weiter ging unsere Intensivtour durch die Stadt. Inzwischen war es deutlich voller weshalb wir uns in die etwas ruhigeren Viertel des "Beacon Hill" aufmachten um von dort aus auf der anderen Seite der Bucht in Richtung Fenway Park zu laufen.  Das berühmte und  älteste Baseballstadion der USA wollte ich mir eigentlich gerne ansehen, doch später am Abend fand hier ein Spiel der Red Sox gegen die San Francisco Giants statt, so dass es am Stadion brechend voll war und man ohne Ticket auch nicht mehr reinkam. Also drehten wir nur eine Runde drum herum und machten uns langsam wieder auf den Weg zum Boston Harbour. Unterwegs machten wir weitere Stopps am John Hancock Tower und dem Prudential Center. Dort kann man im 50. Stock auf eine Aussichtsplattform, die uns aber deutlich zu teuer war weshalb wir nur einmal raufgefahren sind und direkt weiter gingen.

Auf der Wiese vor dem Hancock Tower machten wir eine weitere kurze Pause und marschierten anschließend zum Hafen zurück, wo wir uns nach über 25 Kilometern zu Fuß ein frischgezapftes Bier und eine eiskalte Cola gönnten. Wir nahmen die letzte Fähre zurück nach Winthrop, um auf dem Wasser den Sonnenuntergang mitzubekommen. Alleine diese Fahrt wäre den Ausflug wert gewesen, doch Boston ist wirklich eine wunderschöne Stadt mit einem perfekten Mix aus alt und neu. Da stehen Häuser aus dem 17. Jahrhundert direkt zwischen über 200 Meter hohen Wolkenkratzern. Der Tag war wirklich sehr schön aber auch sehr anstrengend.

In Winthrop sind wir dann noch eine Kleinigkeit essen gegangen und liegen nun mit schweren Beinen im Bett. Morgen geht die Reise dann so richtig los, denn wir machen uns auf in den Norden. Unser Ziel ist der White Mountain National Forrest. Was uns auf dem Weg sonst noch so über den Weg läuft werden wir sehen. Mal sehen vielleicht gehen wir ja jetzt noch raus, hab gehört da ist irgendwo so eine Tee Party.

 

Bis bald Frederic 

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© Frederic Linker