Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

14.10.2015        Tag 11

Mittwoch, 14. Oktober 2015
Ein Edinburgh Schnupperkurs.

Heute war der beste Tag... Ne eigentlich war gestern der beste Tag...  Was war eigentlich am Freitag nochmal??? Ach ja stimmt da war der beste Tag... So oder so ähnlich fangen viele Gespräche abends an, wenn wir in einem Pub oder einer Bar ein Bier trinken  und überlegen, was wir denn so alles erleben durften. Das ist ja wohl ein mehr als gutes Zeichen, das diese Rundreise bisher absolut positiv verlaufen ist. Vom Wetter hatten wir alles was Schottland ausmacht und in den letzten Tagen durften wir die spätsommerlichen Temperaturen genießen, die wir gar nicht erwartet hatten. Heute Morgen ist wieder so ein Morgen, wo die Sonne über den mit Tau bedeckten Golfplatz scheint und wir nochmal einen bis zum äußersten Rand gefüllten Tagesplan zusammengeschnürt haben. Unser Hotel ist wirklich wunderbar und wir haben beide sehr gut geschlafen. An unserem letzten vollständigen Tag in Schottland, wollen wir uns der Hauptstadt widmen. In Reiseführern steht nicht selten, dass Edinburgh eine der schönsten Städte der Welt sei. Nun gut in diesen Büchern kann ja viel stehen, nur um die Leute neugierig zu machen. Ob etwas Wahres dran ist wollen wir heute herausfinden. Bevor wir uns jedoch ins Großstadt-Gewimmel stürzen, drehen wir noch eine große Runde um den Golfplatz  und genießen das Wetter und die Frische am Morgen. Doch gegen kurz vor neun machen wir uns auf den Weg. Bis zum Stadtzentrum rund um Edinburgh Castle benötigen wir knappe 20 Minuten.

Wir parken in sehr guter Lage am Fuß des Castles und packen alles für einen langen Tag in der Stadt zusammen. Unser Ziel ist es möglichst viel zu sehen, aber auch gleichzeitig die Stadt zu genießen ohne dabei zu hetzen. Dabei wollen wir möglichst viel zu Fuß erledigen. Unser erster Weg führt aber auf den Berg zum Castle. Wir kommen so zeitig an, dass wir quasi mit Öffnung der Tore da sind und die ersten sind, die rein gehen. Bei momentan 4000 Besuchern täglich und über 1,2 Millionen jährlich schon schön fast alleine durch die wirklich sehr große Anlage zu laufen, doch das ändert sich sehr schnell. Edinburgh Castle ist, wie gesagt, eine riesige Anlage, die sehr stark an das Sterling Castle erinnert. Etwas anders sind hier die Einrichtungen der "Great Hall" und der übrigen Gemächer, die wesentlich näher am Original liegen als in Sterling Castle. Ansonsten finden sich unzählige Kriegsmuseen auf dem Gelände, die quasi alle kriegerischen Auseinandersetzungen, an denen Schottland beteiligt war, bis ins kleinste Detail wiedergeben. Ähnlich wie die Engländer lieben die Schotten diese Museen und die Denkmäler an gefallene Soldaten. Uns wird es etwas viel, immer nur etwas über Krieg und Schlachten zu sehen. Wir laufen also nicht durch alle Museen durch, sondern interessieren uns eher noch für die Kronjuwelen Schottlands, die hier im Original ausgestellt sind. Diese Ausstellung ist wirklich sehr gelungen und vermittelt mit Wachsfiguren und Szenerien die Geschichte der 500 Jahre alten Krone. Dieser Teil gefällt uns sehr gut und beendet unseren Aufenthalt im Castle.

Die Aussicht über die Stadt ist von hier oben unbeschreiblich. Man sieht alle weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt inklusive dem Meer und dem Hausberg der Stadt, dem "Arthur Seat". Wir verlassen die Burg und schlendern von hier die Royal Mile entlang, welche bergab bis zur Stadtmitte führt. Eine wundervolle alte Straße voller Pubs, Souvenirläden und alten Häusern. Ein Dudelsackspieler erzeugt die passende Schottland-Stimmung und die Sonne tut ihr Übriges dazu.

Auf etwa der Hälfte der Meile finden wir einen Pub der uns besonders gut gefällt und wir gönnen uns ein halbes Pint. Die Bar ist wunderschön aufgemacht und insgesamt werden über 10 verschiedene Biere oder Ales frisch gezapft. Nach der Stärkung geht es weiter. Wir laufen die Royal Mile weiter mit einem Besuch der Kathedrale und überqueren schließlich den Bahnhof über die alte Brücke quer durch die Stadt. Unser Ziel ist Carlton Hill, von wo aus man ebenfalls einen tollen Blick aufs Castle und die Stadt hat. Hier machen wir ein paar Fotos  und warten auf 1 Uhr... Denn jeden Tag um 13 Uhr wird vom Castle aus die "One O'clock gun" abgefeuert. Die Kanone soll traditionell an die Zeit erinnern, wo es noch keine Uhren gab. Damals war das die einzige Möglichkeit um die Uhrzeit zu erfahren. Heute ist es eine Touristenattraktion und vom Carlton Hill aus nicht sonderlich spektakulär.

Von hier aus führt unser Weg den Hügel wieder hinab und in Richtung Nord Westen der Stadt. Wir wollen den "Royal botanical Garden" besuchen. Zu Fuß ist das schon ein kleiner Kraftakt und wir sind sicher gut 5 Kilometer unterwegs. Doch der Weg führt uns quer durch die City, sodass wir viel zu sehen bekommen. Im botanischen Garten ist Basti total scharf auf die Gewächshäuser mit Pflanzen aus aller Welt, die wir uns dann auch in aller Ruhe anschauen.

Wirklich eine sehenswerte Geschichte. Als wir alles gesehen haben, wollen wir uns wieder in Richtung "Old town" aufmachen, doch benötigen wir eine kleine Pause und nehmen hierzu den Bus. Auch sehr stilvoll mit dem Doppeldecker durch Edinburgh zu fahren. Die Stadt ist wirklich schön und beinahe alle Häuser halten sich an den Baustil der durch die Old town vorgegeben wird. Dadurch wirkt alles sehr homogen und passend. Wir steigen nahe der schottischen Nationalgallery aus und laufen von hier zunächst nochmal ein Stück der Royal Mile und von hier in Richtung Süd-Westen der Stadt, wo wir da schottische Nationalmuseum besuchen wollen. Der Eintritt ist frei  und wir sind zunächst mal von dem riesigen und alten Gebäude fasziniert. Besonders der Raum mit den vielen ausgestopften Tieren aus allen Teilen der Welt ist beeindruckend. Wir sind jedoch schon ziemlich k.o und schauen uns alles nur noch oberflächlich an.

Gegen halb vier wollen wir uns ganz langsam wieder zum Auto aufmachen, doch zunächst besuchen wir noch einmal den Pub vom Mittag und nehmen noch ein halbes Pint. In einem großen Bogen rund um das Castle laufen wir zu unserem Auto und machen uns glücklich auf den Rückweg.

Parken war sicher auch schon mal günstiger, doch so ist das hier leider...Zwar verfahren wir uns kurz, doch gegen sechs kommen wir wieder am Hotel an. Die letzten hellen Momente des Tages wollen wir dann wieder auf dem Golfplatz verbringen. Wir holen uns nochmal 100 Bälle, doch unser Anfängerglück ist etwas verflogen und wir haben einige Probleme. Aber Spaß hats gemacht. Heute merken wir unsere Beine sehr stark und beschließen diese im Spa Bereich wieder etwas zu entspannen. Bei Pool, Sauna und Dampfbad lassen wir unseren letzten schottischen Abend ausklingen und bestellen uns anschließend noch einmal typisches "Fish and Chips“. In der Bar des "Country Clubs" lassen wir dann den Abend zu Ende gehen und freuen uns über wieder einmal den schönsten Tag des Urlaubs. Morgen ist aber ja noch ein Tag. Wir müssen bis um 16 Uhr in Newcastle sein, wollen unterwegs aber nochmal ans Meer und eventuell ein letztes Castle besichtigen. Also nochmal viel vor und dann natürlich nochmal eine kleine Kreuzfahrt. Könnte also der schönste Tag...

 

Bis bald Frederic

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© Frederic Linker