Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

28.08.2013        Tag 3

Mittwoch, 28. August 2013

Die Wüste ruft!

 

Die Nacht war eigentlich wieder viel zu kurz. Bereits um sechs Uhr konnte ich wieder nicht mehr schlafen. Aber immerhin schon fast zwei Stunden länger als gestern, eine deutliche Steigerung. Nur Ann-Kristin schien vom Vortag so geschafft gewesen zu sein, dass sie wieder mal deutlich länger schlafen konnte als ich. Heute sollte also unsere erste längere Route anstehen. Bis zum nächsten angestrebten Hotel zeigte uns das Navi etwa 560 Kilometer an. Zwar eine wahnsinnig lange Strecke, doch hatten wir unterwegs eine Menge vor und bereits mehrere Stopps im Vorfeld eingeplant. Nach dem Auschecken und dem kurzen Frühstück im Hotel machte wir uns auch direkt auf den Weg in Richtung Osten auf der Interstate 110. Der Wahnsinn !! Typisch Amerika... Jede Fahrtrichtung bestand aus 6 (!) Spuren plus den Standstreifen und den teilweise doppelspurigen Aus- und Auffahrten, konnte man manchmal echt die Übersicht verlieren. Gefühle zwischen Angst und Erstaunen wechselten sich bei uns immer wieder ab. Doch zum Glück wurde die Straße, je weiter wir aus Los Angeles herausfuhren immer kleiner und dafür qualitativ besser. Unseren ersten Stopp hatten wir für ein Outlet Center vorgesehen, welches sich direkt auf unserem Weg befand eingeplant. In Ontario fuhren wir also von der Interstate ab und waren direkt da. Das "Ontario Mills Outlet Center" war absolut riesig. Eigentlich wollten wir nur kurz reinschauen und dann direkt weiterfahren, doch die Outlets (und die Preise...;-) ) ließen uns keine Chance. Wir verlängerten unseren Aufenthalt kurzer Hand um eine Stunde und stöberten munter durch die Outlets von Abercrombie, Hollister, Nike und American Polo. Unsere Ausbeute war auch dem entsprechend gut und wir mussten uns gegenseitig zur Beherrschung ermahnen um das gesteckte Tagesziel zu erreichen. Also machten wir uns gegen 12 wieder auf den Weg, ohne auch nur die Hälfte des Centers gesehen zu haben. Unser nächstes Ziel sollte dann schon der "Joshua Tree Nationalpark" sein. Ca. 100 Meilen trennten uns von ihm, doch auf diesen 100 Meilen musste Ann-Kristin einiges ertragen, da ich durch meine Geschwister durch Kurzmitteilungen immer wieder über das Ergebnis von Schalke auf dem Laufenden gehalten wurde. Die leichten Stimmungsschwankungen wurden aber durch die Landschaft gut überspielt, die immer wüstenähnlicher wurde. Bald bogen wir auch endlich ab von der Interstate, und fuhren auf einen Highway.

DAS IST AMERIKA!

 

So hatten wir uns das vorgestellt. Eine Straße... keine Autos vor oder hinter einem... Ab und zu entgegenkommende Riesentrucks... Zum Schwärmen schön. Natürlich rechts, links, vorne und hinten nichts als Berge, Sand und Steine. Bald erreichten wir auch endlich den Eingang zum Nationalpark wo wir ausstiegen und direkt den Duft eines frischen Saunaaufgusses in der Nase hatten. Im Visitor Center kauften wir uns einen Jahrespass für alle Nationalparks und fuhren los. Keine 2 Meilen nach der Einfahrt begannen auch schon die riesigen Felder mit den berühmten Joshua Trees und den absolut markanten Felskombinationen. Wir machten einige Stopps um Fotos zu machen und ein wenig von der Straße ab in die Wildnis zu wandern.

Es war Totenstille und nur das knistern der kleinen Tiere war zu hören. An einem kleinen Parkplatz stellten wir unser Auto ab und wanderten einen 1,2 Meilen langen Rundweg, der zwischen großen Gesteinsmaßen und vielen kleinen Kakteen herführte. Es war wunderbar, aber auch brüllend heiß. In der Sonne waren es 39° Celsius und der Boden schien nochmal heißer zu sein. Generell sind die Wetterbedingungen hier sehr extrem. Während nur einige hundert Kilometer weiter westlich mit schwersten Waldbränden gekämpft wird ist hier im Park eine der Hauptverkehrsstraßen wegen Überflutung (!) gesperrt. Nachdem wir weiter durch den Park gefahren sind und uns fasziniert die Landschaft angeschaut haben, fuhren wir nach etwa 4,5 Stunden wieder aus dem Park heraus und fuhren nach kurzem Tankstopp (oje sehr kompliziert...) weiter in Richtung Ziel, nach Lake Havasu City.

Die letzten knapp 220 Kilometer fuhren wir fast nur geradeaus. Gegen kurz vor acht erreichten wir ziemlich geschafft endlich unser Hotel. Es war bereits dunkel geworden und wir wollten eigentlich nicht mehr viel machen. Nur der Hunger trieb uns nochmal raus. Ein sehr ereignisreicher Tag ging zu Ende. Morgen wollen wir uns ein wenig hier in der Stadt umsehen und dann über die berühmte Route 66 nach Flagstaff fahren.

 

So ab ins Bett...Bis bald Frederic.

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© Frederic Linker