Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

05.10.2015          Tag 2

Montag, 5. Oktober 2015

Faílte gu Alba!

"Good Morning Ladies and Gentleman...", hallt es um Punkt acht Uhr durch unsere Kabine. Wir werden von einem der Crewmitglieder geweckt, doch zu dem Zeitpunkt waren wir bereits wach aber lagen noch in unseren Betten. Bis wir anlegen haben wir noch gut 2 Stunden Fahrt vor uns und das Frühstück in den unterschiedlichen Restaurants wird beworben. Wir haben allerdings noch genug Reste vom Vortag übrig und beschließen, nach einer schnellen Dusche, draußen auf dem Skydeck zu frühstücken. Aus unserer Kabine konnten wir gar nicht sehen, dass es draußen regnet, doch wir haben uns dann einfach unter den überdachten Teil gesetzt und waren dort vor dem Regen geschützt. Die Nacht verlief sehr ruhig und man hatte eigentlich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass wir gerade über offene See fahren. Kein Schaukeln war zu spüren und auf unserem Deck haben wir sogar kaum etwas von den Motoren gehört. Beim Bingo gestern Abend sind wir übrigens nur knapp an 100 Euro vorbei geschrappt. Uns fehlten genau drei Zahlen um als erster das gesamte Blatt voll zu haben. Aber es hat dennoch viel Spaß gemacht.

Die Einfahrt in den Hafen von Newcastle erleben wir natürlich vom obersten Deck aus. Das typisch englische Wetter begrüßt uns herzlich mit leichtem Nieselregen und dichten Wolken. Bis wir zum Stehen kommen vergehen noch einige Minuten, denn die 162 Meter und hunderte Tonnen müssen ja erstmal zum Stillstand gebracht werden.

Doch dann geht alles ziemlich schnell und nach der kurzen Pass Kontrolle dürfen wir nun endlich nach England einfahren. Natürlich LINKS... Es fällt eigentlich kein bisschen schwer links zu fahren, da uns eigentlich auch nichts anderes übrig bleibt. Wir haben uns vorgenommen heute zunächst nach Newcastle zu fahren. Bei unserem letzten Besuch konnten wir die Stadt ja beide nicht so sehr genießen, da wir beide von der Überfahrt noch etwas geschädigt waren. Das ist diesmal anders und wir fahren ins gleiche Parkhaus wie vor 6 Jahren. Nach einem kurzen Bummel durch die Stadt, wo wir sowohl durch den "Intu Eldon Square", den "Grainger Market" und die bereits 1906 eröffnete " Central Arcade" gelaufen sind, machen wir uns in Richtung "St. James Park" auf, welchen wir diesmal gerne von innen sehen wollen.

Das Stadion von Newcastle United ist zur Zeit eines der Stadien, wo die Rugby WM  ausgetragen wird. Daher ist auch alles demnach dekoriert. Nachdem wir herausgefunden haben, wo wir nach Tickets für eine Tour fragen können, tun wir dies auch und haben wieder Glück, dass wir nur wenige Minuten bis zum Start warten müssen. Die Tour dauert insgesamt 90 Minuten und wir dürfen in fast alle wichtige Räumlichkeiten blicken. Angefangen in den Logen, über die Tribünen und die Umkleideräume bis hin zum Rasen. Schon lustig, dass sowohl bei unserer Tour durch die Amsterdam Arena als auch hier, man stolz darauf zu sein scheint, dass man die Gäste Umkleide und Gästebank deutlich schlechter ausgestattet hat als die des Heimteams. Die Umkleiden erinnerten tatsächlich eher an die des Wanne Eickler Solbades als an ein modernes Fußballstadion. Doch die Tour ist wirklich super und wir lernen wieder einmal näheres über einen europäischen Traditionsverein kennen.

Nach der Tour ist es bereits 13 Uhr, doch bevor wir weiter fahren, wollen wir noch einen Abstecher an die "Tyne" machen. Der große Fluss der durch die Stadt fließt, wird von einigen wirklich schönen Brücken überspannt, die den Mix aus hochmodernen und sehr alten Bauwerken super verdeutlichen. Am Wasser setzen wir uns in eine Bar um eine Kleinigkeit zu essen, ehe wir im Bogen zurück zu unserem Auto laufen. Wir parken im 15. Stock, aber finden schnell wieder in den Linksverkehr und nach kurzer Schleife auch die richtige Richtung. Bis zu unserem Ziel "Glasgow" sind es etwa 270 Kilometer, doch auf dem Weg wollen wir ja noch ein Stück vom Hadrians Wall wandern. Diese von den Römern errichtete Mauer sollte die wilden keltischen Horden aus dem Norden abhalten und kennzeichnet gleichzeitig den nördlichsten Punkt, den die Römer vor gut 2000 Jahren erreicht haben. Wir fahren von der A69 bei "Haltwistle" ab und hier durch das typisch britische Dorf bis zu einem Parkplatz, von wo aus wir ein gutes Stück an der Mauer entlang wandern. Inzwischen ist auch die Sonne etwas rausgekommen aber außer uns sind nur sehr wenige Wanderer hier unterwegs. Die Aussicht in beide Richtungen ist fantastisch  und die Überreste der Mauer lassen erkennen, dass hier einst eine mächtige Grenze entlang führte.

Doch da es bereits halb fünf ist müssen wir leider zum Auto zurück, um nicht in völliger Dunkelheit erst in Glasgow anzukommen. Wir fahren also weiter bis Carlisle und von dort auf die M74 North, die bis Glasgow durchläuft. Nach etwa 5 Meilen überqueren wir die schottische Grenze, was nicht viel spektakulärer ist, als die Grenzüberfahrt bei Venlo. " Fàilte gu Alba" heißt es hier. Willkommen in Schottland . Die nächsten gut 130 Kilometer sind super ausgebaut und führen auf drei Spuren bis nach Glasgow. Unterwegs bekommen wir schon einen Vorgeschmack auf die Highlands. Nachdem wir durch Glasgow durch sind, fahren wir kurz hinter dem Flughafen von der Autobahn ab und folgen den Schildern zum "Gleddoch Golf House". Es ist fast dunkel als wir am Hotel ankommen. An einem schönen Golfplatz  mit Blick auf den "Clyde River" liegt unser Hotel und unser Zimmer ist wunderbar. Im Restaurant bestellen wir uns noch Burger  und Fish and Chips mit einer Extraportion "Mashed Peas". Dem typisch britischen Erbsenpüree. Alles ist wunderbar und schmeckt mit einem "Pint beer" noch besser.

Ein langer Tag geht heute zu Ende und nun liegen wir in unseren Betten. Die vielen Eindrücke müssen erstmal verarbeitet werden, denn morgen kommen sicher viele neue hinzu. Wir werden nach Glasgow reinfahren und dort mal schauen, was die drittgrößte britische Stadt so zu bieten hat. Bis dahin werden wir jetzt erstmal eine Runde schlafen. "Good Night"

 

Bis bald Frederic

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© Frederic Linker