Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

10.10.2015        Tag 6

Samstag, 10.10.2015

Ein goldener Tipp!

Ein neuer Tag in Schottland lässt sich am besten mit einem guten Frühstück an. Heute haben wir ja sehr viel vor, so dass wir uns sehr darauf freuen heute noch einmal ein deftiges englisches Frühstück zu bekommen. Doch da dieses erst ab 8:30 Uhr serviert wird, wir aber schon vor acht aufstehen, packe ich meine Koffer zusammen und Basti holt sich noch vor dem Frühstück die erste Salzwasser-Spülung ab. Um Punkt halb neun stehen wir aber beim Restaurant auf der Matte und bekommen den besten Platz im Raum. In einem kleinen Erker mit Rundumblick auf den Loch Linh, bestellen wir Porridge, Lachs mit Ei  und ein komplettes schottisches Frühstück. Mit Toasts und Müsli  versuchen wir genug Power für den Tag zu tanken. Bohnen, Pilze, Würstchen, Rösti und eine Art Blutwurst zeigen uns die deftigen schottischen Frühstücksgewohnheiten. Wir essen alles auf und machen uns fertig um loszufahren.

Unser Plan sieht ja vor erst nach Glenfinnan zu fahren und von dort zurück und nach Donan Eilean Castle. Wir bezahlen und der wirklich sehr nette Chef unseres kleinen Hotels empfiehlt uns, von Glenfinnan weiter zu fahren und mit der Fähre von "Mallaig" nach "Armadale" zu fahren. Das liegt auf der Isle of Skye, die wir eigentlich gestrichen hatten, weil es ein zu großer Umweg gewesen wäre. Doch die Idee finden wir beide großartig und wir bekommen noch weitere Tipps, wo wir denn auf der Insel alles hinfahren sollten. Er empfiehlt uns nach "Portree", der größten Stadt der Insel zu fahren und von dort zu den beiden schönen Aussichtspunkten, "The Old Man of Storr" und den "Kiltrock" wo wir einen wunderschönen Wasserfall sehen könnten. Außerdem empfiehlt er uns die Küstenlinie zu nehmen, da hier einige weiße Sandstrände sein sollen. Dieser Tipp ist wirklich absolut Gold wert und genau so werden wir den Tag heute auch verbringen. Wir packen also unsere Sachen ins Auto und machen uns auch sogleich auf den Weg, um über Fort William nach Glenfinnan zu fahren.

Das kleine Dorf Glenfinnan liegt mitten in den Highlands und ist nicht sonderlich spektakulär. Doch auf Grund zweier Punkte ist der Ort einer der beliebtesten Touristenorte in den gesamten Highlands. Zum einen steht hier ein schönes Monument, was in den Himmel ragt und eine Art Leuchtturm am Ende von "Loch Shiel" darstellt, und zum anderen erlangte der Ort Anfang des Jahrtausends besondere Berühmtheit durch die Verfilmung der Harry Potter Bücher. Dort fuhr der "Hogwarts-Express" über eine Viaduktbrücke, die in Glenfinnan zu finden ist. Der Zug aus dem Film fährt auch heute noch zweimal am Tag darüber. Wir haben das Glück, dass der Zug zu der Zeit als wir vor Ort sind auch über die Brücke fährt. Ich fühle mich tatsächlich in den Film versetzt, doch Basti kann mit dieser Verbindung leider nichts anfangen. Doch das Klappern der Räder, der Dampf  und dazu das Tuten des Zuges  lassen einen für einen Moment in die Vergangenheit eintauchen. Das Spektakel dauert keine 5 Minuten dann ist es im Tal auch wieder still. Wir laufen zum Auto zurück und fahren die Straße weiter nach "Mallaig". 

Unterwegs schlängelt sich die Straße um viele Landzungen und Lochs herum. Die Landschaft ist rau und genauso wie man sich Schottland und speziell die Highlands vorstellt. Unterwegs sehen wir dann tatsächlich einige Sandstrände die zumindest im Vergleich zu den übrigen Stränden weiß wirkten. Mit Pudersand und Karibik hatte das zwar eher wenig zu tun, doch sah es schon sehr schön aus. Leider war unsere Zeit ja heute ziemlich knapp, sodass wir nicht ausstiegen, sondern den Ausblick aus dem Auto genossen. Bis Mallaig war es dann nicht mehr weit und wir hatten Glück pünktlich für die nächste Fähre zu kommen. Schnell kauften wir unsere Tickets und stellten uns in die Reihe um auf die Insel überzusetzen. Die Fähre wurde nicht ganz voll und war mit der Fähre von Amsterdam nach Newcastle überhaupt nicht vergleichbar. Dagegen dauerte die Fahrt auch nur eine gute halbe Stunde, doch die Sicht in alle Richtungen war wirklich schön und Basti konnte sogar eine kleine Robbe im Meer verschwinden sehen. Die Überfahrt war sehr kurzweilig und schon bald legten wir wieder in Armadale an, wo wir nun mit dem Auto die Insel betraten...

Auf der Insel angekommen, machten wir uns also auf den Weg nach Portree. Obwohl wir uns immer noch in den Highlands befinden, ist die Umgebung und das Ambiente auf der Insel wieder etwas anderes. Wir haben das Gefühl, dass es hier noch feuchter ist als schon auf dem Festland, denn aus allen Bergen sehen wir hunderte Bäche und Flüsse den Berg hinab fließen. Selbst aus den kleinsten Löchern sprudelt es. Die Straße schlängelte sich um mehrere Ausläufer der "Inner Sound", also der See vor der schottischen Westküste. Passender Weise hören wir einen Reisebericht über Schottland bei der Fahrt. Nach etwa 25 Meilen halten wir an einem kleinen Parkplatz direkt an der Straße, um uns einen größeren Wasserfall anzuschauen. Das Wasser schießt auch hier aus allen Löchern hervor und wir müssen aufpassen nicht irgendwo falsch aufzutreten und mitten im Sumpf stecken zu bleiben. Auf der anderen Seite der Straße schauen wir auf einen weiteren Arm der "Inner Sound" und wir genießen ein bisschen die Gegend.

Doch dann fahren wir weiter, denn bis Portree sind es noch an die 20 Meilen. Unterwegs sehen wir dann auch die typischen Highland Rinder auf einem Hügel stehen und beschließen hier auf dem Rückweg einmal anzuhalten. Wir erreichen schließlich Portree. Der Ort ist wirklich etwas größer, doch bis auf eine kurze Pause um die typischen bunten Häuschen an der Promenade zu fotografieren, lassen wir den Ort hinter uns und machen uns auf die Suche nach dem "Old Man of Storr". Nach weiteren 10 Meilen finden wir auch den Parkplatz und hier ist eine Menge los. Es handelt sich dabei um eine Felsspitze die senkrecht auf einem Berg in die Höhe ragt. Das sieht wirklich unnatürlich aus, doch wir erfahren, dass man dafür Ca. 720 Höhenmeter klettern muss... Die Zeit haben wir leider nicht. Hier müssten wir eine Wanderung von Ca. Drei Stunden einplanen. Wir laufen dennoch ein Stück nach oben um wenigstens die Aussicht über die schottische See etwas zu genießen. Den ganzen Tag über regnet es immer mal wieder leicht, was uns überraschenderweise aber überhaupt nicht stört. Mit Blick auf die Uhr entscheiden wir uns den letzten Tipp nicht mehr wahrzunehmen und stattdessen uns auf den Weg nach "Donan Eilean Castle" zu machen. Dieses hat nur bis 17 Uhr geöffnet und es war unser Wunsch, es auf jeden Fall zu besichtigen. Also fuhren wir den Weg wieder zurück und hielten nur noch kurz bei den Highland cows, ehe wir über die "Skyebridge" wieder aufs Festland zurückführen.

Nach wenigen Meilen hielten wir noch kurz an einem Kriegsmemorial an. Ähnlich wie die Engländer haben die Schotten wohl eine Vorliebe für diese Art der Erinnerung. Überall finden sich schön gepflegte Denkmäler. Dieses liegt direkt am Meer mit Blick über "Loch Eil". Das Wetter bessert sich zudem deutlich und wir haben die Hoffnung die Sonne heute nochmal zu sehen. Weiter geht unsere Fahrt und der nächste Stopp ist nun wirklich "Donan Eilean Castle". Als wir ankommen ist es noch immer sehr voll. Mehrere Busse parken auf dem Parkplatz und auch zahlreiche Autos sind noch da. Doch bereits der erste Blick von außen auf das Castle lässt uns verstehen, warum es so voll ist. Diese Burg ist als Modell für eine mittelalterliche Burg zu gebrauchen. Genau so stellt man sich eine Burg vor. Sie liegt auf einer kleinen vorgelagerten Insel und ist über eine Brücke mit dem Festland verbunden. Sie ist erstklassig erhalten, da sie erst 1912 wieder aufgebaut wurde, nachdem sie zuvor 200 Jahre als Ruine da stand. Die erste Burg an diesem Ort entstand bereits im 7. Jhd. und wurde in den nächsten Jahren immer wieder erweitert und verändert.

Wir kaufen unsere Tickets und machen uns auf den Weg die Burg zu erkunden. Bereits im ersten Raum erfahren wir alles, was wir über Donan Eilean wissen müssen. Über Beamer werden kurze Filme an die Burgmauer geworfen, welche die Geschichte der Burg gut zusammenfassen. Im ersten Stock ist dann das Highlight der Burg zu finden. Hier wurde ein Saal sehr detailliert nachgebaut. Mit Kaminen, Bildern und einer riesigen Tafel. Außerdem wurde die Küche, die Schlafgemächer und kleinere Räume gezeigt, wie sie damals ausgesehen haben könnten. In der zweiten Etage zeigt sich dann, dass das Castle erst Anfang des 20 Jhd. Wieder aufgebaut wurde. Im Stile der 30er Jahre sind hier mehrere kleine Räume zu sehen.

Als wir wieder nach draußen kommen, ist tatsächlich die Sonne raus gekommen. Die Reisebusse sind verschwunden und wir befinden uns mit nur noch wenigen Personen an der Burg und schauen zu wie die Flut langsam die Brücke unterspült. Etwas abseits setzen wir uns ans Ufer und genießen den milden Oktoberabend mit diesem einzigartigen Panorama. Es ist wohl eine der schönsten Burgen die wir bisher je gesehen haben. Doch es dämmert leider und wir müssen weiter, denn bis zu unserem Hotel in Fort Augustus sind es noch circa 100 Kilometer.

Dort kommen wir gegen 19 Uhr an und sind sehr positiv überrascht. Hier haben junge Leute ein altes Haus mit klassischen und neuen Elementen renoviert und treffen damit ziemlich unseren Geschmack. Wir essen noch etwas im Restaurant und lassen bei einem Tennent's noch einmal den Tag revue passieren. Nach dem Essen laufen wir noch ein bisschen durch den Ort und gehen in einem klassischen schottischen Pub dem "Soldiers Club" noch eine Runde Billard spielen. Zurück im Hotel sitzen wir noch gemütlich im Kaminzimmer und spielen eine Runde Monopoly. Ich Sahne richtig ab und gewinne sowohl alles beim Billard als auch Monopoly. Basti ist schon im Bett und ich schreibe meinen Blog, doch jetzt werde ich auch ins Bett gehen, denn morgen gehen wir auf Monstersuche...

 

Bis bald Frederic

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