Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

Tag 2

Donnerstag,  2. Juli 2020

Der große Regen

 

Was eine erste Nacht. Aber sie war erwartbar. Nele ist im großen Bett irgendwann eingeschlafen und wir haben sie einfach liegen gelassen. Ann hat dafür auf dem Wickeltisch geschlafen… gut der ist eigentlich ein Einzelbett. Nach unserem ersten Camping-Frühstück verstauten wir wieder alles rutschfest in den ganzen Schränken und bereiteten alles für die Weiterfahrt vor. Alles in der Hoffnung, dass wir die Pechsträhne von gestern nicht fortführen würden. Die haben wir wohl dem Camping-Pech meiner Eltern zu verdanken, die quasi auf jeder ihrer Fahrten auch irgendeine ähnliche Panne hatten. Doch um es vorwegzunehmen, blieb es bei der Panne am Morgen, dass der Wagen nicht anspringen wollte. Doch hierfür hatten wir ja die Lösung mit der Mover-Batterie für uns entdeckt. Gegen 10 Uhr rollten wir schließlich vom Platz, um weiter in Richtung München zu fahren. Soweit wollten wir heute mindestens kommen. Schnell waren wir auf der Autobahn und es dauerte auch nicht mehr lange, bis unser Auto richtig Arbeit bekam. Steigungen von bis zu 11 Prozent ließen die Tanknadel zusehends sinken und die Temperatur des Motors erglühen.

Nele scheint die Reise bisher eher zu genießen, denn die ersten knapp 200 Kilometer ist nichts von ihr zu hören. Besänftigt durch Musik, Hörspiel und Reiswaffeln. Die erste Pause machten wir auf einem Autohof etwa 140 Kilometer vor München bei Sindersdorf. Nele staunte über jeden einzelnen LKW der an uns vorbeifuhr. Natürlich musste alles auf eigenen Füßen erkundet werden. Es war immer noch sehr heiß, was durch den Asphalt noch verstärkt wurde, doch gleichzeitig zogen auch die ersten dunklen Wolken auf. Als wir weiterfuhren kam die ganze Ladung herunter. Doch Nele war weiter sehr entspannt und schlief sich die Fahrt schön. Dies lies uns dahingehend umdenken, dass wir wenn möglich einfach direkt durchfahren. Ein kurzer Anruf bei unserem Camping Platz in Zell am See genügte. So ließen wir also München hinter uns und fuhren auf der A9 in Richtung Rosenheim und österreichischer Grenze. Kurz vor dieser machten wir eine weitere kurze Rast, um Nele nicht verhungern zu lassen. Doch die hatte mehr Augen für die LKWs und Autos um uns herum, als für den „leckeren“ Mango-Zwieback Brei. Doch Autofahren reichte ihr langsam. Nur widerwillig nahm sie erneut im Kindersitz Platz und zeigte uns dies auch durch gelegentliches Meckern, was jedoch mit einem Buch, Spielzeug oder Fingerspiel schnell beseitigt war. Wir beschlossen, lieber den kürzeren Weg über die Deutsche Alpenstraße zu nehmen, anstatt über die Autobahn zu fahren. Landschaftlich sicher der schönere Weg, doch mit Wohnwagen auch teilweise recht anspruchsvoll. Doch der Regen hatte zum Glück aufgehört und Ann überlebte die Serpentinenstraße mit Sing- und Atemübungen unbeschadet. Nele hatte dies schon wieder verschlafen. So kamen wir ziemlich k.o. Gegen 19:30 Uhr am Panorama Camp in Thumersbach bei Zell am See an.

Der wirklich kleine (65 Stellplätze) aber dafür sehr gepflegte Platz überzeugte schon auf den ersten Blick. Wir wurden unheimlich freundlich empfangen und bekamen einen besonders schönen Platz zugeteilt, der dem Namen des Campingplatzes alle Ehre machte. Ein umwerfendes Bergpanorama in alle Richtungen zeigte sich. Wir richteten den Wohnwagen aus und wollten eigentlich die trockene Phase nutzen, um das Vorzelt aufzubauen. Unheimlich nette Camper kamen ungefragt vorbei, um uns zu helfen. Doch der Wind wurde stärker und stärker. Ein Gewitter zog auf. Und obwohl das Zelt fast stand, entschieden wir uns lieber abzubrechen. Schnell stopften wir alles ins Auto und verkrochen uns im Wohnwagen. Noch gerade rechtzeitig ehe die Blitze und Donner um die Wette schlugen und der Regen sich im Wohnwagen anhörte, wie ein nicht endender tobender Applaus. Dies sollte sich auch bis zum nächsten Morgen nicht ändern, was es Nele und auch uns natürlich schwer machte einzuschlafen. Neles Nacht war daher gegen fünf beendet und so teilten wir uns noch ein bisschen die warmen Decken, denn es war schon ziemlich abgekühlt. Was wir am ersten Tag erlebten gibt es morgen. 
 

Bis bald Frederic. 

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© Frederic Linker