Herzlich Willkommen
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Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

07.08.2015        Tag 15

Freitag, 7. August 2015
A cup of Hoffnung zum Frühstück.

Unsere erste Nacht in Cape Town war wirklich wunderbar. Wir hatten uns nicht wirklich einen Wecker gestellt, da wir durch die letzten Wochen das frühe Aufstehen ja sowieso gewohnt waren. Frühstück wird hier erst ab acht serviert, sodass wir heute wirklich bis kurz vor halb acht im Bett bleiben. Die Betten sind herrlich und auch sonst ist das Haus hier wirklich gut. Unser Balkon fällt etwas auf, weil er leicht bergab gebaut ist. Hier müssen wir wirklich aufpassen, um nicht vorne über zu kippen und im Pool zu landen. 

Ziemlich pünktlich um acht Uhr erscheinen wir auch tatsächlich beim Frühstück. Ein Buffet mit allem was man haben möchte und zudem frische Eispezialitäten machen aus dem Frühstück wieder einmal einen herrlichen Start in den Tag. Doch leider erfahren wir von Gibson, dem Besitzer des Guesthouses, dass es bei unserer Umbuchung von zwei auf drei Nächte Probleme mit booking.com gegeben hat, und die Umbuchung bei dem Haus nicht angekommen ist. Wir sind nur für zwei Nächte vorgesehen und es ist auch kein Platz mehr da. Na super jetzt fangen die Probleme schon wieder an. Doch Gibson verspricht uns, sich darum zu kümmern und lässt uns in Ruhe frühstücken. Nach dem Frühstück erzählt er uns, dass wir in einem der Partnerhäuser übernachten könnten, welches sich nur einige Meter die Straße entlang befindet. Dort sollen wir das gleiche bezahlen wie hier und dieses Angebot nehmen wir dann auch an. Wir holen uns noch einige Tipps für unseren Kapstadt Aufenthalt und buchen bei ihm einen Helikopterrundflug über die Stadt für den nächsten Morgen. Doch dann wollen wir auch keine Zeit mehr verlieren, holen nur noch die wichtigsten Sachen und sind gegen kurz nach nun Auto um den ersten Kapstadt-Tag zu starten. 

Für heute haben wir uns vorgenommen, weil das Wetter einfach perfekt ist, die Kap-Runde zu fahren. Eigentlich wäre es perfektes Tafelberg-Wetter, doch die Seilbahn ist wegen Bauarbeiten leider noch bis zum 10.08. gesperrt. Also wollen wir uns zum Kap der guten Hoffnung begeben und unterwegs die eine oder andere Sehenswürdigkeit besuchen. Wir fahren also auf den Camps Bay Boulevard und fahren in Richtung Landesinnere, weil wir gerne nach Muizenberg fahren möchten. Muizenberg ist kein besonders schönes Städtchen, doch es bietet eine der bekanntesten Foto-Points in ganz Kapstadt. Denn in Muizenberg befinden sich die bunten Surferhäuser. Diese sind von Surfern für eine ganze Saison anzumieten, um dort ihre Surfutensilien unterzubringen. Denn wer schon mal gesurft ist weiß wie schwer so Bretter sind. Doch für viele Touris sind die Häuser wohl der Inbegriff für Südafrika. Bunt, ungleich und nah am Ozean. Am Strand ist es jedoch menschenleer und wir können schöne Fotos schießen. Dabei spielt das Wetter erneut wunderbar mit und Sonne, Meer und schneeweißer Sand bieten wirklich eine traumhafte Kulisse. Ansonsten gibt es allerdings in Muizenberg nicht wirklich was zu sehen. Wir steigen wieder ins Auto und die Tour geht weiter.

Nächstes Ziel ist Simon Town. Dies ist ein kleines Fischerdorf, welches ursprünglich dadurch bekannt wurde, dass sich hier der größte Marinestützpunkt der südafrikanischen Armee befand. Der ist auch heute auch noch da und wir sehen einige große Kriegsschiffe vor der Küste ankern. Doch das ist heute nicht mehr der Grund, warum so viele Leute extra nach Simons Town kommen. Denn heute wollen alle zum Boulders Beach. 

Dies ist kein einfacher Strand, sondern eine von nur noch drei vorhandenen Brutplätzen der afrikanischen Pinguine. Der Strand ist heute nur noch über Holzstege zu betreten und ein Eintritt wird fällig, der für uns wegen der Wild-Card aber entfällt. Hier ist es wirklich brechendvoll, doch die putzigen Frackträger sind es echt wert hier anzuhalten. Es sollen knapp 2500 Tiere hier leben, wovon wir einen Großteil auch zu Gesicht bekommen. Ist echt witzig wenn 50 Pingus gleichzeitig ins Wasser watscheln. Wir gehen die Holzwege entlang und schauen uns in Ruhe um. Da haben sich die Tiere wirklich einen sehr schönen Strand ausgesucht. Es wird gefühlt immer voller und uns schließlich zu voll. Wir machen uns wieder auf den Weg, laufen aber an der Strandpromenade außerhalb des NP entlang, wo man auch viele Pinguine sieht.

Bisher eigentlich ein sehr schöner Tag, doch uns ist ja schon länger nix passiert, also wurde es mal wieder Zeit. Anns Handy bimmelt und eine E-Mail flattert herein. Sie blieb stehen um zu lesen und ich dachte erst wieder sie tippt unnötig auf dem Ding herum. Nach einer Weile verrät sie mir dann, dass ihre Kreditkarte gesperrt wurde, weil die Bank den Verdacht des Missbrauchs hat. Richtig doof, da meine nur noch mit einem kleinen Betrag ausgerüstet ist. Wir fahren weiter und Ann versucht auf der Fahrt sich darum zu kümmern...

Es ist bereits Mittag und nun soll es endlich ans Kap gehen. Die Fahrt bis zum "Table-Mountain-Nationalpark" ist nicht sehr lang und schon bald sind wir drinnen. Die Landschaft ändert sich relativ schlagartig. Wir fahren auf den südlichsten Zipfel des südafrikanischen Kontinents... Halt das ist falsch!!! Es denken ja immer alle, dass das Kap der guten Hoffnung der tiefste Punkt sei, doch der befindet sich etwa 200 Kilometer weiter östlich am Kap Aghulas. Doch da ist es nicht ansatzweise so spektakulär wie hier. Rechts und links sieht man auf den Ozean und verschiedene tolle Aussichtspunkte zwingen einen quasi zum Anhalten. Trotz des Winters blühen hier verschiedene Pflanzen und überall macht sich Heide breit. Von weitem können wir den Leuchtturm schon sehen. Selbst jetzt ist der "Cape Point" super voll. Wir wollen uns beide nicht vorstellen, wie es hier in der Hochsaison aussieht. Doch einen Parkplatz finden wir dennoch leicht und zum Leuchtturm sind es noch gut 500 Meter den Berg hoch. Diese können mit einer Zahnradbahn zurückgelegt werden. Wir kaufen die Tickets und schnappen uns die nächste Bahn, ehe der nächste Reisebus auf die Idee kommt.... Dann sind wir endlich oben am Cape Point. 

Die Aussicht ist gigantisch. Nach hinten sieht man die breite Landzunge und rechts, links und vorne nur Meer! Man hätte uns vor dem starken Wind gewarnt, doch Pustekuchen... Es ist warm, windstill und sonnig. Perfektes Wetter für diesen Ort. Wir genießen die Aussicht von verschiedenen Orten und laufen etwas herum. Oben steht der alte Leuchtturm, der nicht mehr in Betrieb ist, weil bei Nebel nichts von ihm zu sehen ist. Der neue steht einige Meter weiter unten. Ein Schild sagt an, das die Wanderung hin und zurück gut 1,5 Stunden dauern würde. Bei Wind kann man gar nicht hin, weil man sonst wohl weggeweht wird. Eine schöne Wanderung, für die wir jedoch nur gut 45 Minuten brauchen. Die gewaltigen Felsen sind sehr beeindruckend. Wir fahren mit der Bahn wieder runter, holen uns einen kleinen Mittagssnack und fahren mit dem Auto nun zum Kap der guten Hoffnung.

Dabei handelt es sich eigentlich nur um ein Schild, welches in einer Bucht zu finden ist, doch zumindest vom Namen her, ist es deutlich bekannter als der Cape Point. Hier schießen wir nur ein paar Fotos müssen dann aber leider schon los. Es ist 16 Uhr als wir den Park verlassen und bis zum Sonnenuntergang in knapp 2 Stunden, wollen wir ja noch den Chapmans Peak fahren. Dabei handelt es sich um eine sehr enge Straße die in den Berg geschlagen wurde. Sie schlängelt sich entlang der Küste bis nach Hout Bay. Die Fahrt dahin ist wirklich beeindruckend. Viele Puderzuckerstrände, weite Landschaften und hohe Berge sind da absolut charakteristisch. Den Peak schaffen wir auch noch im Hellen und haben auch noch die Zeit an den unterschiedlichen Haltebuchten zu halten und den Blick auf Hout Bay, Camps Bay und die wirklich enge Straße zu genießen. Gegen 17:30 sind wir dann endlich wieder in Camps Bay angekommen.

Die Sonne ist kurz vor dem Untergang und bevor wir ins Hotel fahren, wollen wir noch den Lions Head hoch, da der Sonnenuntergang und der Blick auf Kapstadt hier echt super seien sollen. Wir erleben auch tatsächlich noch die Endzüge des Sonnenuntergangs, doch für einen tollen Blick auf Tafelberg und Stadt sind wir etwas zu spät. Völlig platt aber glücklich kommen wir gegen halb sieben im Hotel an. Dort entspannen wir eine Weile, ehe wir gegen acht auch wieder los wollen. Ist ja kein Erholungsurlaub hier. Ziel ist die Victoria & Alfred Waterfront. Hier tobt das Nachtleben und wir wollen uns später mit Fabi, Can und Marcel treffen, die heute auch nach Kapstadt kommen. Wir gehen etwas essen und treffen die Jungs schließlich. In einer Bar erzählen wir von unseren doch unterschiedlichen Erfahrungen. Und ehrlicherweise muss ich zugeben, gegen deren Pech sind wir wahre Glücksritter. Ihr Auto wurde aufgebrochen und alle, wirklich alle Sachen gestohlen. Das bedeutete neu einkleiden, einen Tag beim Shoppen verlieren und natürlich nicht gerade aufgeschlossener dem Land gegenüber zu werden. Dennoch gibt es auch echt witzige Geschichten zu erzählen und obwohl Ann und ich eigentlich hundemüde sind, sitzen wir bis halb eins zusammen und haben Spaß. Die drei wollen morgen etwas Aktion erleben und Quad fahren und paragliden, während wir uns die Stadt anschauen wollen. Am Sonntag planen wir aber zusammen in die Winelands zu fahren. Doch jetzt ist Feierabend. Gute Nacht. Morgen früh heben wir erstmal ab... Ach und das Kreditkarten Problem haben wir auch gelöst.

 

 

Bis bald Frederic. 

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© Frederic Linker