Herzlich Willkommen
Herzlich Willkommen
Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

02.08.2015        Tag 10

Sonntag, 2. August 2015
Bavaria, Gandaganda und Zweiräder!

Den gestrigen Abend haben wir beide jeder für sich sehr entspannt ausklingen lassen. Während ich draußen in der Pool Lounge mir den Supercup zwischen Bayern und Wolfsburg angeschaut habe, war Ann-Kristin schon ins Bett gegangen um dort noch etwas zu lesen. Das Klima hier in St. Lucia ist so angenehm, dass es selbst um kurz vor Mitternacht noch angenehme 17 Grad sind. Da unsere Lodge zudem sehr geschützt liegt, bekommen wir vom teilweise schon sehr starken Wind vom Meer so gut wie gar nichts mit. Gestern Abend sind uns noch keine Hippos über die Füße gelaufen, aber das kann hier durchaus passieren. June sagte zu uns, dass wir immer eine Taschenlampe abends dabei haben sollten um die Tiere im Notfall eventuell so vertreiben zu können. Denn so ein drei Tonnen schweres Tier ist nicht zu unterschätzen. ​

Heute Morgen gehen wir gegen acht Uhr zum Frühstück, da wir heute ja eine weitere Safari machen werden. Um neun Uhr beginnt unsere Tour. Das Frühstück ist auch hier wieder absolut top. Wir machen uns unser Müsli und unsere Toasts selber, können dann aber bei June noch verschiedenste warme Speisen bestellen. Für mich gibt's heute ein Omelett mit Zwiebeln und Bacon und für Ann einen Obstsalat. June gibt sich wirklich Mühe, doch wir müssen uns heute ein bisschen beeilen und haben daher nicht so viel Zeit mit ihr zu quatschen. Wir bitten sie darum für uns eine Kayak Tour durch die Wetlands zu buchen, wo wir uns den Hippos und Krokos auf dieses Weise nochmals nähern wollen. freaky

Gegen 8:40 machen wir uns schließlich auf zu unserem Treffpunkt am Iphiva Camp. Obwohl wir eine genaue Wegbeschreibung haben und der Weg eigentlich nicht wirklich weit ist, können wir den Stall aber einfach nicht finden. Wir irren eine Viertelstunde durch das Dorf, aber haben keinen Erfolg. Durch einen Anruf erfahren wir wo wir hin müssen und kommen mit 25 Minuten Verspätung endlich an. Am Telefon klärt Ann bereits welche Pferde für uns geeignet seien und als wir ankommen sitzen die anderen sechs Teilnehmer bereits auf ihren Pferden. Ein bisschen peinlich ist es uns schon, doch keiner nimmt uns die Verspätung übel und wir reiten schon bald los. Es geht querfeldein durch den iSimangaliso Park. Das ist ein Park der direkt mit St. Lucia verbunden ist und indem Rhinos, Zebras, Impalas, Gnus, Büffel und Leoparden leben. Wir reiten durch hohes Gras und sehen bereits nach einigen wenigen Minuten ein paar Gnus grasen. Unsere beiden Guides reiten mit uns direkt auf die Herde zu und diese beachtet uns zwar, doch die Tiere grasen genüsslich weiter. Wir reiten mitten hindurch und kommen wenige Meter an die Tiere heran. Absolut überwältigend. Nur wenig später tun wir das gleiche mit Zebras, die noch entspannt in der Sonne liegen. Sie stehen zwar auf und beobachten uns, doch die Pferde scheinen einen beruhigenden Einfluss auf sie zu haben und auch hier sind wir nur wenige Meter von den Tieren entfernt. Es ist eine weitere sehr positive Safari Erfahrung. Wir lassen die Gnus und Zebras schließlich hinter uns und reiten weiter durch den Park.

Ich unterhalte mich eine ganze Weile mit einem der beiden Guides. Er ist Zulu und wohnt in einem Dorf einige Kilometer vor St. Lucia. Wir unterhalten uns bei dem Ausritt über die Zulu Kultur, über die Zulusprache und seine Liebe zu Pferden. Ist schon sehr interessant, wenn einer 26 Jahre alt ist erzählt, dass er schon seit vier Jahren spart um zu Hause auszuziehen. Aber nicht etwa weil eine Wohnung zu teuer wäre, sondern weil er nur ausziehen darf, wenn er heiratet. Und eine Frau müssen sich die Zulus genau wie die Swasis erkaufen. Tatsächlich werden auch heute noch hier die Frauen mit Kühen bezahlt. Er spart darauf, genug Kühe zusammen zu bekommen. Ich lerne außerdem von ihm, wie ich auf Zulu Hallo sagen kann und danach fragen kann wie es dir geht (Sauyabona). Er findet das deutsche Wort Nilpferd sehr lustig. Aber wir sind ja in erster Linie wegen des Ausrittes unterwegs und erreichen einen Punkt im Park, wo alle nun beginnen können zu traben wenn sie wollen. Ich bin da schon ziemlich nervös, denn Gandaganda (so hieß mein Pferd) ist schon ein Riese. Ihm fehlt ein Auge, was jedoch überhaupt nicht auffällt. Ann-Kristins Pferd hieß Bavaria und war ein bisschen kleiner. Das erste Traben war zwar seeeeehr wackelig, doch ich hab mich schadlos gehalten und hatte nun auch etwas Blut geleckt. Nach einer Weile wurde gefragt wer denn alles galoppieren möchte, doch da war mein Mut dann wieder etwas verflogen.... 

Jetzt hatte ich schon die Raubtierbegegnungen in einem Stück überstanden und dann sollte ein Pferd mich erwischen Neeee... Das galoppieren überließen ich und zwei andere den Profis, doch prompt fiel nach einigen Metern eine Teilnehmerin vom Pferd. Sie hatte richtig Glück, dass nichts Schlimmeres passiert war. Daraufhin schnappte sich unser Guide Ann-Kristin und wollte nur noch mit ihr galoppieren, weil er sie als die beste Reiterin des Feldes identifiziert hatte. Die beiden drehten dann auch eine große Runde im Galopp und warteten darauf, dass der Rest der Gruppe sie wieder eingeholt hatte. Wir kamen am Ende des Parks an und ritten nun eine Straße entlang um zum Strand zu kommen. Am Strand angekommen, gab es zunächst eine Getränkepause für die Reiter und eine Graspause für die Pferde, ehe wir zum Strand ritten.

Ein Supergefühl durch die Brandung zu traben. Die Strände sind wirklich sehr weitläufig und wunderschön hier und wir reiten bestimmt 5 Kilometer einfach am Wasser entlang, bis wir zu der Stelle kommen, wo sich Ozean und Die Wetlands treffen. Dort biegen wir wieder ab in Richtung Land und reiten nur etwa 20 Meter an zwei schlafenden Hippos vorbei. Kurz dahinter liegt ein mächtiges Krokodil und sonnt sich. Wir sollen leise sein, denn wenn wir sie aufschrecken und sie uns als Gefahr sehen, haben wir keine Chance.

Die Nilpferde sind schneller als die Pferde... Wir machen ein paar Fotos und reiten den Weg am Strand zurück bis wir nach gut 3,5 Stunden wieder am Stall ankommen. Bereits beim Absteigen merke ich, dass ich das Souvenir am Hintern bestimmt bis nach Hause mitnehmen werde. Mir tut alles weh... Ann hat da weniger Probleme, da sie das ja vom Reiten her kennt. Wir unterhalten uns anschließend noch mit zwei Holländern  über Kapstadt, da sie unsere Route anders herum fahren und einige Tipps für uns parat haben. Wir bedanken uns und verabschieden uns von den Pferden und fahren zu unserer Lodge zurück.

Es ist inzwischen sehr warm draußen, daher ziehen wir uns nun endlich mal die kurzen Hosen an und schnappen uns die Mountain Bikes, welche wir kostenlos in unserem Guesthouse leihen können, um die Stadt und den Strand etwas zu erkunden. Wir fahren eine große Runde beginnend im Süden der Stadt. Wir fahren außerdem auch noch einmal mit dem Rad in den iSimangaliso Park und sehen erneut Gnus und Zebras. Nachdem wir auf dem Rückweg noch etwas Bargeld besorgt haben, halten wir noch an einem Bootssteg, wo wir dem Sonnenuntergang ein Weilchen zusehen. Dort unterhalten wir uns noch mit einem deutschen Diplomaten, der zurzeit in der Botschaft in Mozambik arbeitet und auch in unserem Guesthouse untergebracht ist. Schon ein spannendes Leben, doch tauschen möchten wir glaub ich nicht. Wir stellen die Fahrräder wieder ab und ziehen uns erneut um, da es nachts deutlich kälter wird.

Unser Dinner nehmen wir im Oceans Sizzler ein, doch ist es bei Weitem nicht so gut wie gestern. Morgen Abend wollen wir mal selber grillen, was bei uns wohl möglich ist. Nachdem Ann-Kristin bereits ins Bett verschwindet, unterhalte ich mich draußen in der Lounge noch mit 4 Schweizern, die die gleiche Route wie wir fahren. Wir spielen noch eine Runde Kniffel  und erzählen ein bisschen über die Eigenheiten der Deutschen und Schweizer. Ein sehr lustiger Abend. Morgen haben wir das Ziel "Cape Vidal". Dort soll es wunderschöne Strände geben und auf dem Weg dorthin leben sehr viele Nashörner. Man sagt, dass 95 % aller Breitmaulnashörner der Welt hier ihren genetischen Ursprung haben!!!  Wir lassen uns mal überraschen. Für mich geht's jetzt auch ins Bett.

Bis bald Frederic

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Frederic Linker