Herzlich Willkommen
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Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

31.07.2015        Tag 8

Freitag, 31. Juli 2015
Kulturschock mit Kerzen.

Ein guter Morgen beginnt immer mit einem schönen Sonnenaufgang. Nach diesem Motto muss mein Körper mir heute Morgen gesagt haben, dass ich ruhig mal um 6:15 aufstehen könnte, um die tolle Aussicht von unserer Lodge zu genießen. Ich stehe also auf und lasse Ann Kristin noch ein bisschen die Bilder im Kopf verarbeiten. Unser direkter Terassenzugang erlaubt es mir, mich leise aus unserem Zimmer zu schleichen, ohne sie zu wecken. Auf der Aussichtsplattform, von der man wunderschön auf den Nationalpark schauen kann, komme ich quasi auf die Minute genau pünktlich an und sehe, wie sich die Sonne langsam über die Berge zieht. Es ist nur etwa 9 Grad warm, doch es wirkt irgendwie wärmer. Über dem Fluss stehen noch die Nebelfelder und die wenigen Tiere die zu sehen sind, versuchen jeden Sonnenstrahl zu sammeln den sie kriegen können. Mit Fernglas und Kamera bewaffnet sitze ich beinahe eine Stunde draußen und genieße so den Morgen.​

Überraschenderweise fällt es mir in diesem Urlaub bisher wesentlich einfacher früh aufzustehen als Ann. Aber dafür ist Urlaub ja auch da, um mal richtig auszuschlafen... Gegen 7:30 klingelt auch ihr Wecker und wir machen uns auf zum Frühstück, nachdem wir die Koffer gepackt haben. Die Lodge trägt nicht umsonst den Namen Belvedere on River. Die Aussicht ist tatsächlich super schön und auch die Aufmachung des Hauses ist absolut top. Unser Frühstück steht dem in nichts nach. Wir sitzen hoch über dem Fluss und können beim Frühstück 5 Elefanten beim fressen beobachten. Der Lodge Besitzer Edward, der nicht viel älter als wir sein dürfte, ist super nett und fragt immer wieder ob wir noch Wünsche hätten. Nach dem Frühstück setzen wir uns noch auf die Aussichtsterasse und genießen die Sonne, den Ausblick und einfach mal wieder unseren Urlaub. Um 10 Uhr checken wir schließlich aus um uns auf den Weg zur Grenze zu machen, denn heute verlassen wir ja Südafrika. Wir verabschieden uns und düsen auch gleich los. Kurz halten wir noch in Malelane an einem, nun ja... Shopping Center, um uns mit Wasser und einigen kleinen Snacks für unterwegs auszustatten. Doch dann geht's los und wir fahren auf direktem Weg zu Grenze nach Swasiland.

An der Grenze angekommen steigen wir aus um uns die Stempel in unseren Pässen abzuholen. Dann dürfen wir passieren um nach etwa 100 Metern erneut auszusteigen um uns dort den Einreisestempel von Swasiland abzuholen und die Papiere für unser Auto entgegen zu nehmen. Doch nach einer weiteren Kontrolle an einer Schranke, wird diese dann für uns geöffnet und wir passieren die Grenze nach Swasiland. Auch wenn das Land ja komplett von Südafrika umschlungen ist, ändert sich ab hier das Erscheinungsbild. Die Straßen sind wesentlich enger und auch zum Teil kaputter als in Südafrika. Doch der größte Unterschied wird bei den Menschen deutlich. Die vielen Dörfer die wir durchfahren, bestehen zu einem enorm großen Teil aus einfachen Holzhütten  die bei uns nicht mal als Gartenlaube fungieren würden. Das Land und die Menschen hier scheinen ziemlich arm zu sein. Zwischen den Häusern, an den Straßen und teilweise auch auf den Straßen laufen Kühe umher, die gut in das Gesamtbild passen. Auch wenn es sich hart anhört, aber so hab ich mir das auch vorgestellt. Toll sind aber die Städtenamen. Ndela, Tinhlonhla oder Madlangempisi hören sich für uns eher so an, wie nach drei Gläsern Bier zu viel.

Wir fahren durch die Berge von Swasiland und können uns nicht verfahren, da es eigentlich nur eine Straße gibt. Nach etwa 50 Kilometern machen wir an einem kleinen Café eine Pause, von wo aus wir schön weit in die Ferne sehen können. Die nächsten 60 Kilometer bis Mbabane, der Hauptstadt, fährt Ann-Kristin. Voll konzentriert auf die schwierigen Straßen, brauchen wir für die Strecke etwa 45 Minuten. Mbabane gleicht und ist eine Großstadt. Ich hatte eigentlich gedacht, dass wir schön in die Stadt fahren und uns dort mal umsehen. Als wir aber von der Autobahn abfahren, kommt es uns eher so vor, als ob wir gerade in einer Millionen Stadt wären. Es ist super voll, dreckig, und völlig verraucht. Am Stadtrand wütet ein Buschbrand, um den sich aber keiner so wirklich kümmert. Der Verkehr ist sehr dicht und die unzähligen Fußgänger stören sich nicht wirklich an Ampeln oder Autos. Ann sitzt etwas verzweifelt am Steuer und erleidet in diesem Moment wohl einen Mega-Kulturschock. Wir tauschen und ich fahre uns aus der Stadt wieder raus. Bloß weg... Das hatte auch ich mir anders vorgestellt.

Zu unserer Lodge in Ezulwini sind es noch knapp 20 Kilometer. Außerhalb der Stadt ist es auch nicht mehr so schlimm. Wir finden die Lodge recht schnell und checken ein. Unser Zimmer ist diesmal nicht so schön wie die ersten die wir hatten, doch es ist sauber und völlig in Ordnung. Ann erholt sich noch etwas von dem innerlichen Bluescreen und muss ihr System erst wieder neustarten, doch nach einer Weile ist alles wieder gut und wir wollen den Nachmittag noch nutzen um uns hier ein wenig umzusehen. Als Tipp hatten wir gelesen, dass es in der Nähe eine schöne Candle Factory (Kerzenfabrik) gibt.  Wir fahren also die 10 Kilometer hin und werden tatsächlich nicht enttäuscht. Hier werden in Handarbeit unterschiedlichste Kerzen hergestellt. In buntesten Farben gibt es die Big Five, runde Kerzen, hohe Kerzen und und und. Außerdem kann man noch andere Dinge kaufen, die alle Handarbeit sind. Es gibt Schnitzereien, Malereien, Schmuck und Seife. Ein wirklich schöner Markt, der zwar etwas touristisch aufgemacht ist, doch trotzdem einen Besuch wert ist.

Anschließend fahren wir zur Lodge zurück, da die Sonne bereits untergeht und hier sonst auch nicht sooo viel zu sehen ist. Gegen 19 Uhr gehen wir noch im Lodge Restaurant etwas essen. Bei mir gibt es heute ein traditionelles Swasi Essen. Es schmeckt wirklich hervorragend und ist vor allem wegen der Gewürzmischungen etwas völlig Neues. Es handelt sich um Mandelbällchen mit Pesto und Ananas-Chutney und dazu Salat und eine Art Geschnetzeltes die über offenen Feuer frisch angemacht wird.

Morgen haben wir nochmal eine etwas weitere Fahrt nach St. Lucia vor uns. Es geht endlich ans Meer!! Da werden wir dann für vier Tage bleiben und uns nun der Küste widmen. Swasiland werden wir morgen also wieder verlassen aber vorher bestimmt noch ein bisschen besichtigen. Bis dahin genießen wir hier einfach mal wieder den Abend.

Bis bald Frederic 

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© Frederic Linker