Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

18. Tag

Samstag, 11. August 2018

Wale, Waffeln und Weine: Wahnsinn


Eine Rundreise ist natürlich nur dann „rund“, wenn sie ein klares Ziel vor Augen hat. Unser Ziel bei dieser Rundreise ist die „Mother City“ Kapstadt. Dieses Ziel würden wir heute erreichen. Eine letzte Fahrt, ein letztes Mal Koffer packen, ein letzter Umzug. Doch der Tag heute hatte weitaus mehr zu bieten, als nur diesen Umzug, deshalb alles der Reihe nach. Wir starteten in den wirklich kalten Morgen mit einem leckeren afrikanischen Frühstück. Hier überlegten wir, wie wir den Tag angehen wollten. Es war für Hermanus ein wirklich herrlicher Tag vorhergesagt worden, der auch schon durch die Sonne angekündigt wurde. Zwar war es noch recht kalt gegen acht, doch das könnte sich ja noch ändern. Wir entschieden uns dazu, noch eine Weile hier zu bleiben und erst später weiterzufahren. Also räumten wir unser Zimmer und packten alle Sachen ins Auto. Dies durften wir aber auf dem Gelände der Lodge stehen lassen, sodass wir uns keine Sorgen darum machen mussten.

Es waren nur wenige Gehminuten bis zum „Whale Trail“. Ja auch in Hermanus gibt es einen solchen. Er verläuft über zwölf Kilometer an der Küste entlang und bietet immer wieder phantastische Blicke auf die Bucht. Bereits nach wenigen Metern blieben wir stehen, um zwei der „Southern Right Backs“ nur wenige Meter vor der Küste zu beobachten. Es waren eine Mutter mit ihrem Kalb, die sich hier auf die Reise zum Nordpol vorbereiteten. Das muss man der selbsternannten „Welthauptstadt der Wale“ schon lassen, viel näher kann man von Land aus nicht an die Tiere rankommen. In der Bucht sehen wir noch einige weitere Tiere schwimmen und schauen den Tieren eine Weile zu. Zwar sprangen diese hier nicht so spektakulär aus dem Wasser, doch durch die unmittelbare Nähe war es auch hier etwas ganz besonderes.

Wir liefen einmal um die halbe Bucht, ehe wir drehten um noch einen Abstecher durch die Handarbeitsstände zu machen. Hier gab es die typischen afrikanischen Schnitzereien, Tücher, Bilder und Souvenirs. Zum Abschluss unseres Besuchs in Hermanus setzten wir uns noch in ein belgisches Waffel-Restaurant und bestellten uns mit Sonne und Meerblick eine heiße Schokolade und eine Waffel. Sie wurde hier in „Whale“ Größe oder in „Kalf“ Größe angeboten (also Wal oder Kalb). Naja wir waren hier zum Wale gucken, also natürlich Walgröße. Oh man da hätten wir doch vorher mal genauer recherchieren sollen… Walgröße könnte man auch mit DIN A4 beschreiben, denn genau so groß war diese Waffel. Gespickt mit einer Kugel Eis und einem Topping, handelte es sich nicht einfach nur um einen kleinen Snack, sondern eine absolute Kalorienbombe.

Doch sowohl die Waffel, als auch die heiße Schokolade waren super. Langsam machten wir uns auf den Rückweg zur Lodge und schauten noch einem letzten Wal zu, wie er langsam durch die Bucht schwamm. Dann kehrten wir wieder zu unserer Lodge zurück, um uns auf die letzte Reise für dieses Jahr zu begeben. Mit dem Ziel Kapstadt machten wir uns auf den Weg, entlang der Küste. Doch einfach nur nach Kapstadt fahren wollten wir auch nicht. Ziemlich „gewaffelt“ wollten wir noch einen Abstecher zu den „Frackträgern“ machen. Es ging immer entlang der Küste auf dem Clearence Drive, welche eine der schönsten Küstenstraßen der Welt ist. Es ging bis Bettys Bay, wo wir von der Straße abbogen und durch ein kleines Städtchen in Richtung Main Beach fuhren. Bereits hier waren immer wieder Schilder, die auf diese schwarz weißen Dinger hinwiesen. Wir parkten unseren Wagen in der Nähe des „Stony Points“ und liefen von hier zum Strand, wo wir einen kleinen Beitrag von 20 Rand als Eintritt zahlten.

Dann ging es auf einen Holzsteg, der mitten durch die Kolonie der kleinen Pinguine führte. Überall waren Pinguine zu sehen, die entweder gerade aus dem Wasser kamen, oder aber sich um den Nachwuchs kümmerten. Wir hatten auch nicht das Gefühl, dass die Tiere durch den Steg gestört wurden. Diese ließen sich von den Menschen hier gar nicht beeinflussen und genossen ihr Dasein. Neben den geschätzten 200-300 Pinguinen, lebten auf den Felsen auch noch weitere tierische Bewohner, wie Klipschliefer, Kormorane oder Enten. Sie alle teilten sich dieses große Areal, was durchaus auf reiche Fischbestände schließen ließ. Wir beobachteten die hübschen Vögel eine Weile und fuhren schließlich weiter.

Nun mussten wir uns erneut entscheiden, wie es weitergehen sollte. Die eine Möglichkeit wäre gewesen, einmal ums Kap der guten Hoffnung zu fahren und dann nach Kapstadt, oder aber einen Abstecher in die Weinberge zu machen und dann nach Kapstadt zu fahren. Beides hatten wir vor drei Jahren schon mal gemacht und beides war auch super, doch wir mussten uns für heute für eins entscheiden. Gewonnen hatten dann die Winelands. Wir fuhren nach Stellenbosch und hatten uns als Ziel die „Waterfort Estuary“ Winefarm ausgesucht.

Diese liegt etwas außerhalb von Stellenbosch gelegen. Mit wundervollen Blicken auf die Weinberge, die jetzt im Winter zwar leer, aber dennoch schön anzuschauen sind, erreichten wir Stellenbosch und hatten die Weinfarm auch schnell gefunden. Bereits die malerische Einfahrt war wunderschön. Umzäunt von Mandarinenbäumen parkten wir unser Auto und gingen in das wunderschöne Gebäude. Bereits am Eingang wurden wir sehr lieb empfangen und bekamen einige Infos. Wir durften uns umschauen wo wir wollten und uns dann gerne einen Platz im Innenhof nehmen, um eine Weinprobe zu machen. Als wir durch das Eingangstor der Farm gegangen waren, standen wir in einer Art Vorhalle, die in einen wundervollen Innenhof führte. Hier waren einige Tische toll eingedeckt und ein Springbrunnen sorgte in der Mitte für ein tolles Ambiente.

Wir liefen durch den angrenzenden Shop und suchten uns einen schönen in der Sonne gelegenen Platz. Sofort war eine nette Bedienung bei uns und erklärte, welche Möglichkeiten wir denn so hätten. Da ja einer von uns noch die 60 Kilometer bis Kapstadt fahren musste, machte nur ich die Weinprobe, während Ann nur an einzelnen Weinen nippte. Ich entschied mich für ein „White Wine Tasting“, was aus fünf unterschiedlichen Weißweinen bestand. Zu jedem Wein gab es eine kleine Geschichte von der Bedienung und einige Tipps zum Einsatz. Einige waren super, andere eher nicht so mein Geschmack. Doch für die besten beiden entschieden wir uns schließlich und nahmen uns davon je eine Flache mit. Die passen noch in den Koffer.

Es wurde langsam kalt und schattig draußen, als wir das Weingut verließen und uns nun aufmachten nach Kapstadt.  Wir fuhren nun aber den schnellen Weg über die Autobahn. Erschreckend war hierbei, dass wir an dem riesigen Township vor Kapstadt vorbeikamen. Diese Größe war einfach schockierend. Über circa 10 Kilometer reihten sich die „Hütten“ aneinander und das in dichtesten Reihen. Kinder spielten auf dem Standstreifen Fußball und andere machten ein Lagerfeuer am Straßenrand. Für uns absolut unvorstellbar, wie man so leben kann. Doch zumindest die Kinder wirken alle sehr glücklich, auch wenn wir ja nur vor den äußersten Zaun gucken können, ohne zu sehen was wirklich dahinter passiert. Bis zu unserem Hotel in Camps Bay war es dann nicht mehr weit.

 

Wir parkten und checkten ein. Was dann passierte, verschlug mir für einige Minuten die Sprache. Man brachte uns auf unser „Zimmer“… So was hatten wir wahrscheinlich in den letzten Jahren noch nie erlebt. Unser Zimmer befindet sich im obersten Stock und hat einen Balkon rund um das Zimmer. Zudem haben wir bodentiefe Fenster mit herrlichstem Blick auf den Lionshead, die Bucht vor Camps Bay und die Bergkette der zwölf Apostel. Einfach nur riesig und unvorstellbar schön. So lässt es sich für die letzten beiden Nächte in Südafrika leben. Wir gingen noch an der Promenade im „The 41.“ etwas essen. Zudem auch noch das beste Essen in diesem Urlaub. Doch nun sind wir auch müde und genießen noch ein bisschen den Abend in unserer Mega Suite. Morgen wollen wir uns noch Kapstadt anschauen und je nach Wetter auf den Tafelberg wandern. Leider ist eigentlich Regen angesagt, doch warten wir erstmal ab. 

 

Bis bald Frederic

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