Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

17. Tag

Freitag, 10. August 2018

The same Procedure as last year?

 

Leider neigt sich unsere tolle Reise ja so langsam wieder dem Ende. Unser Ziel Kapstadt ist nicht mehr so weit weg, doch trotzdem wollen wir noch nicht sagen, dass alles nun vorbei ist. Schließlich haben wir doch noch so einige Programmpunkte geplant, die dem Abenteuer dann die Krone aufsetzen sollen. Heute wachten wir ja wieder in Malgas auf. Man muss sich manchmal morgens tatsächlich überlegen, wo man eigentlich ist, da jeder Tag bisher einfach mit so vielen Highlights voll gepackt ist, dass man den Übernachtungsort schon mal vergessen kann. Unser Frühstück wurde uns von der sehr netten Farmerin in die Wohnung gebracht, wo sie uns von ihren Erlebnissen der letzten Nacht berichtete, dass sie ihre Söhne mit liegen gebliebenem Traktor abschleppen musste und die Melkanlage wegen eines Stromausfalls ausgefallen war.

Wir genossen das Frühstück und überlegten uns dabei schon einmal, wie der Tag denn in etwa ablaufen könnte. Unser Tagesziel ist die Stadt Hermanus, die als die Welthauptstadt der Wale gilt. Irgendwie hatten wir heute unseren persönlichen „Cranger Kirmes Tag“ hier in Afrika, doch dazu später mehr. Wir verabschiedeten uns nach dem Frühstück von einer wirklich außergewöhnlichen Übernachtung und fuhren ein zweites Mal in Richtung De Hoop. Heute hatten wir ja etwas mehr Zeit, die wir nutzen wollten, um einen kleinen Teil des „Whale Trails“ zu laufen. Wir fuhren also wieder zum Gate und kannten die Strecke ja nun schon. Ich bin wohl leider etwas zu schnell gefahren, so dass Ann die Hebungen und Senkungen wie eine Karussellfahrt auf der Wilden Maus vorkamen. Wir hielten ab und zu, um uns die tolle Landschaft und die wirklich faszinierenden Blumen anzuschauen. Glücklicherweise war hier kein verrückter holländischer Blumenhändler, der diese mit teils obszönen Sprüchen anpreisen musste. Der Anblick reichte für sich ganz alleine. Natürlich mussten wir nochmal zu dem Wasserloch fahren, an dem wir gestern die Flamingos gesehen hatten. Auch heute waren wieder jede Menge Tiere am Ufer zu sehen, die den Grund nach etwas essbarem absuchten. Das Mückenproblem bestand heute allerdings leider auch noch. Deshalb schauten wir den Tieren einfach ein paar Minuten zu, ehe wir weiter in Richtung „Koppie Alleen“fuhren. 

Hier hatten wir gestern auch geparkt, sind ja aber wie erwähnt nicht über die erste Düne hinaus gekommen. Damit wir heute mal mehr als nur „den ersten Bierstand“ mitnehmen würden, planten wir erst gar nicht zur Düne hoch zu laufen, sondern direkt auf den Trail zu gehen. Der Weg führte direkt an der Küste entlang, von wo aus wir jederzeit einen fantastischen Blick aufs Wasser hatten. Unterwegs kamen wir an tollen Muschelbänken vorbei und konnten wegen der Ebbe teilweise sogar unten an den Klippen spazieren. Doch ganz ohne Walgucken ging es dann auch nicht.

Wir schauten immer wieder aufs Wasser, weil sich auch heute sehr viele der großen Säuger in unmittelbarer Nähe zu uns befanden. Auch heute sprangen einige Tiere hoch aus dem Wasser und knallten mit großer Wucht auf die Wasseroberfläche. Was ein Spektakel. Auf der Landseite sahen wir zudem einige Strauße und eine Elenatilope. Wir setzten uns nach einer Weile oben auf eine Klippe und beobachteten die etwa 7-10 Wale, die nur wenige hundert Meter vor uns schwommen. Hier blieben wir eine Weile lang sitzen, um uns das Treiben auf „dem Rummelplatz“ anzuschauen. Nach einer Weile drehten wir hier um und liefen den Weg langsam zurück.

Eigentlich wollte ich gar nicht weg, doch wir mussten langsam los. Bis zum frühen Mittag blieben wir am Wasser und saugten die Atmosphäre auf. Für die Mittagspause fuhren wir ins Main Camp des Reservats. Hier aßen wir eine Kleinigkeit im Restaurant und ließen die Sonne auf uns einwirken. In unmittelbarer Nähe des Camps trafen wir, wie es zu einem guten Kirmesbesuch dazu gehört, viele alte Bekannte. So sahen wir Zebras, Strauße, Buntböcke, Paviane und Mangusten. Ein buntes Treiben war das… doch die Zeit war langsam gekommen Abschied zu nehmen.

Gegen 14 Uhr verließen wir den Nationalpark. Auf dem Weg nach Hermanus fuhren wir auf Landstraßen in Richtung Westen. Wir wollten nicht direkt zum Ziel fahren, sondern unterwegs noch das „Kap LˋAghulas“ mitnehmen. Auch wenn viele meinen, dass das Kap der guten Hoffnung der südlichste Punkt Afrikas ist, ist dies falsch, denn der befindet sich eben in LˋAghulas. Hier treffen auch, geografisch gesehen, die beiden Ozeane aufeinander. Von Osten der indische- und von Westen der atlantische Ozean. Die Fahrt zum Kap lag mehr oder weniger auf dem Weg. Aber wie das so ist, für gute Dinge nimmt man auch einen kleinen Umweg in Kauf. Der Ort LˋAghulas scheint gerade erst so richtig zu entstehen. Überall stehen an leeren Grundstücken Schilder mit „Sold“, was zeigt, dass hier in Zukunft wahrscheinlich deutlich mehr Häuser stehen werden. Der südlichste Punkt ist natürlich ausgeschildert und wird von einer großen Tafel markiert.

Hier ist es ein ähnlicher Touristenmagnet wie das Cranger Tor, wo man auch nicht gerade sagen kann, dass es wunderschön ist. Man muss halt einfach mal dort gewesen sein. Nach einem Erinnerungsfoto und einem kurzen Stopp am Leuchtturm, fuhren wir gerade rechtzeitig wieder los, sodass wir nicht vom kleinen Regenschauer erfasst wurden. Nun waren es noch etwa 130 Kilometer bis Hermanus, die wir nicht einfach auf der Autobahn abreißen wollten, sondern gerne so küstennah wie möglich. So fuhren wir durch nette kleine Dörfer, wie die Missionarsstadt Elin oder diesem Dörfchen, welches man nach drei Gummibärchenschnapps sicher nicht mehr aussprechen könnte. 

Weiter ging es durch die Stadt Gansbaai, die für das Tauchen mit weißen Haien berühmt ist. Würde ich ja schon gerne mal machen, doch erstens zu kalt, zweitens leider keine Zeit. Aber das wird irgendwann nachgeholt. Mit dem Sonnenuntergang fuhren wir um die „Whale Cost“ herum, die die beiden Städte Gansbaai und Hermanus trennt. Unser vorletztes Guesthouse liegt super gelegen und wir werden sehr nett empfangen. Nach einem Begrüßungsdrink und ein paar Infos, leerten wir unser Auto aus und fuhren ins Zentrum. Hier sind wir ja wie gesagt Wiederholungstäter, denn hier waren wir vor drei Jahren auch. Aber wie ein Besuch bei Steinmeister zur Cranger Kirmes gehört, gehört auch Hermanus an der Garden Route dazu.

 

Wir liefen ein Stück am Wasser entlang, bis es so dunkel war, dass man kaum noch was sehen konnte. Und was gehört abschließend zu jedem guten Kirmesabend? Genau… eine Pizza von „Roma“ oder „Toscana“. Unsere Pizzeria Roma war das Restaurant „Burgundy“, wo wir ebenfalls vor drei Jahren waren. Ich nahm sogar das gleiche Gericht, weil es mir so positiv in Erinnerung geblieben war. Es war auch diesmal wieder perfekt. Nach einem schönen Abend mit Wein und allem was dazu gehört, fuhren wir zurück ins Guesthouse. Wieder war der Tag einfach nur toll und wir hatten viel Spaß. Ein bisschen Heimat war ja heute immer mal wieder dabei #HEIMATLIEBECRANGE

 

Bis bald Frederic

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