Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

15. Tag

Mittwoch, 8. August 2018
Gelbe Pfoten

 

Da Storms River ja wie beschrieben nicht das größte afrikanische Dörfchen ist, hatten wir gestern Abend auch nicht wirklich die Wahl, was wir denn essen wollen würden. Es gab eine mehr oder weniger hässliche Pizzeria und eben das Restaurant unseres Guesthouses zur Auswahl. Da lag es für uns ja nahe, dass wir hier etwas essen würden, damit wir auch nicht wieder in den Regen raus mussten. Doch wie das in so kleinen Dörfchen halt ist, waren von der Karte nur noch zwei Gerichte zur Auswahl. Ich bestellte Bobouti, den landestypischen Auflauf und Ann bestellte sich einen griechischen Salat. Das Essen war trotzdem sehr lecker und wir gingen gut gesättigt schlafen. Heute morgen „mussten“ wir ja etwas länger schlafen, da das Frühstück hier nur zwischen 8:30 Uhr und 9:00 Uhr als Buffet zur Verfügung stand. Also nutzten wir den morgen, um mal etwas auszuruhen. Denn richtig erholt sind wir bisher nur vom Kopf.

Das Frühstück war super. Wir konnten uns sehr gut stärken und hatten eine tolle Auswahl an warmen und kalten Speisen. Hier ist das Guesthouse absolut zu empfehlen. Nach dem Frühstück packten wir langsam unsere Sachen zusammen und verstauten, nun schon wieder in Profimanier, die Koffer im Auto. Alles war wieder fachmännisch verpackt und wir holten uns noch schnell unsere Lunch Pakete ab, die wir für die Wanderung bestellt hatten. Nach dem Auschecken fuhren wir erneut die wenigen Kilometer bis zum Tsitsikamma Nationalpark. Es war heute deutlich voller am Gate, was bei diesem wundervollen Wetter auch nicht sonderlich überraschend war. Es dauerte ein paar Minuten, doch dann konnten wir einfahren und parkten unser Auto direkt am Camping Platz, von wo aus der sogenannte „Waterfall Trail“ startete.

Auf dem Schild stand, dass dieser als „schwer“ eingestuft wurde und nur für erfahrene Wanderer mit ausreichend Fitness zu bewältigen sei. Nun ja auf der einen Seite war unser Stolz nun angekratzt, da wir uns natürlich unsere Fitness beweisen wollten und auf der anderen Seite wollten wir natürlich auch mal sehen, was die hier unter „schwer“ verstehen. Also Wanderschuhe an, Rucksack mit allem nötigen gepackt, Jacken am Start, Fotoapparat gezückt,  Sonnenbrillen auf und los ging’s. Der Trail war mit 6,4 Kilometern und einer Dauer zwischen 3 und 4 Stunden angegeben.

Bereits die ersten Meter waren wirklich wunderschön. Es ging entlang des Ozeans, der auch heute noch so hohe Wellen schlug, dass wir trotz einiger Entfernung immer wieder Tropfen der Wellen abbekamen. Es ging durch Regenwald, hohe Wurzeln und große Steine. Aber auch wenn hier und da mal eine Pfütze oder ein Stein zu überwinden waren, war dieser Trail nun wirklich nicht sonderlich schwer. Also doch alles nur heiße Luft?

NEIN…

um es mal ganz deutlich zu sagen.

Denn nach etwa der Hälfte des Hinwegs wurde es dann lustig. Die kleinen gelben Tatzen, die den Weg markierten, den man laufen sollte, waren nun nicht mehr einfach auf dem Boden, sondern an die Wände gewandert. Wir mussten über Stock und Stein klettern und teilweise ging es neben uns 5-10 Meter in die Tiefe, wobei unten die zerklüfteten Felsen keinen warmen Empfang bereitet hätten. Die Wege, wenn man sie denn so nennen möchte, waren oftmals nur einen Fuß breit. Zwischendurch musste man über Steinberge klettern, wo jeder sich seinen Weg suchen musste. Hier passte die Beschreibung „schwer“ auf jeden Fall. Es waren auch nur sehr wenige Leute unterwegs. Alle kletterten mehr oder weniger geschickt und schnell über die Felsbrocken. Dann ging es mal wieder nahezu gerade nach oben, wobei in einige Steine Fußtritte eingelassen waren. Für den Hinweg brauchten wir knapp 1:45 Stunden bis wir den Wasserfall erreichten.

Wegen des Winters war auch hier nicht mehr sehr viel Wasser zu sehen. Es war nur ein kleiner Rinnsal zu sehen, der die allerdings sehr hohe Wand herunterlief. Unter dem Wasserfall befand sich jedoch ein großer „Pool“, der mit dem Wasser des Falls gefüllt war. Direkt neben dem tobenden Ozean befand sich also ein eiskalter Süßwasserpool. Hier machten wir in der Sonne eine lange Pause und stärkten uns mit unseren Lunch Paketen. Dann bereiteten wir uns für den Rückweg vor. Hier war es teilweise schwerer die Markierungen auf dem Boden zu sehen, weshalb wir uns auch prompt einmal verliefen.

Das wäre uns beinahe zum Verhängnis geworden. Wir kamen an einer höheren Klippe an und wollten diese hinunter. Doch es war sehr steil und auch sehr hoch. Durch die Regenfälle der letzten Tage war der Boden zudem sehr glatt und schlammig. Ich versuchte mein Glück und rutschte ein Stück ab. Ein Baum rettete mich. Ann drehte richtigerweise um und ging den Weg bis zum richtigen Abzweig zurück. Ich wäre jedoch wegen des rutschigen Bodens nicht mehr hoch gekommen und musste weiter. Glücklicherweise trafen wir uns unten gesund wieder. Das war schon etwas gefährlich. Den restlichen Rückweg konnten wir dann wieder genießen

Im Regenwald stand auf einmal ein kleiner Buschbock vor uns und erschrak uns sogar etwas. Er hatte anscheinend gar keine Angst und graste ruhig weiter, obwohl wir nur einen Meter von ihm entfernt standen.

Nach knapp vier Stunden reiner Wanderzeit kamen wir glücklich wieder am Auto an. Wir hatten die vielen tollen Aussichten auf den tobenden Ozean wirklich genossen. Der Wasserfall ist bei diesem Trail nicht das Highlight, sondern der Weg an sich. Und die Bezeichnung „schwer“ ist wirklich zutreffend. Doch wir haben ihn geschafft. Glücklich machten wir uns langsam auf den Weg

Wir verließen den Nationalpark und machten uns auf nach Knysna. Die knapp 100 Kilometer hatten wir in etwas weniger als einer Stunde geschafft. Gegen 16 Uhr kamen wir am Cuninghams Guesthouse auf Lesure Island an. Knysna hat eine besondere Lage hier an der Küste. Die Berge unten zum Meer haben hier eine Lücke, durch die Wasser ins Land fließt. Jedoch ist es hier sehr ruhig und beinahe windstill. Es ist quasi ein kleiner See mit Meerwasser entstanden, in dessen Mitte eine Insel mit wirklich schicken Häusern liegt. Unser Zimmer ist wirklich schick eingerichtet. Wir bleiben jedoch nicht lange, sondern wollen das gute Wetter nutzen und uns die Insel anschauen. Sie ist so klein, dass man sie in vier Kilometern umrunden kann. Das machen wir auch. Die Insel scheint der Teil der Stadt für die reichen und schönen zu sein.

 

Es sind nur traumhafte Villen hier, die jedoch großteils leer zu stehen scheinen. Die andere Hälfte sind Lodges und Guesthäuser. Es ist wirklich schön hier. Wir genossen den Sonnenuntergang mit Blick auf die Bucht und trafen schließlich im Dunkeln wieder an unserer Lodge ein. Hier machten wir uns etwas frisch und überlegten, wo wir was essen wollten. Im Internet fanden wir ein paar Tipps an der Waterfront von Knysna. Dort fuhren wir mit dem Auto hin. Bereits im Dunkeln sah es hier wirklich toll aus. Wir entschieden uns für das Ocean Basket. Ein super Fischrestaurant, welches wir noch aus dem Urlaub vor drei Jahren kannten. Das Essen war auch diesmal perfekt. Gut gesättigt fuhren wir zurück und sind nun ziemlich platt aber glücklich über diesen tollen Tag. Morgen steht unsere letzte weite Fahrt auf dem Programm. Wir fahren nach Malgas in der Nähe des De Hoop National Reserve. Es sind circa 350 Kilometer. Vor der Fahrt wollen wir nochmal im hellen zur Waterfront. Danach lassen wir uns etwas treiben und schauen was der Tag so bringt. Jetzt aber die Beine hoch. 

 

Bis bald Frederic. 

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