Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

3. Tag

Freitag, 27.Juli 2018

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Für mich war die Nacht bereits früh zu Ende. Nachdem ich gestern auch bereits sehr früh geschlafen hatte, war es nun ein Gefühl wie Jetlag. Doch das war halb so schlimm. Die kleine Heizung an der Wand war auch eher nur Zierde, denn es war a…kalt bei uns im Zimmer. Nur unter zwei dicken Decken war es überhaupt auszuhalten. Gegen halb acht standen wir dann schließlich auf und gingen zum Frühstück. Ein toller Blick auf die Schlucht vor unserer Lodge mit der hellen und warmen Sonne, versüßte uns den Morgen. Hier versuchten wir etwas den Tag zu planen, doch eins war dabei klar: Wir mussten bis zum Abend in Phallaborwa sein.

Die Strecke von Graskop sind nur 240 Kilometer, sodass wir unterwegs genug Zeit für Stopps und Wanderungen entlang der Panorama Route haben würden. Mit uns hatten zwei volle Reisebusse mit Holländern in der doch sehr großen Lodge übernachtet, sodass wir so schnell wie möglich los wollte, ehe es hier zu trubelig werden würde. Also packten wir die Koffer und fuhren gegen 9 Uhr weiter. Die Stadt Graskop wachte erst langsam auf. Es waren noch immer keine 15 Grad draußen, doch in unserem Sommerurlaub wollte ich die kurze Hose nicht verzichten. Unser erster Stopp sollte „Gods Window“ sein. Nach etwa 15 Minuten erreichten wir den Viewpoint, zahlten die zwei Euro Eintritt und wanderten zum Aussichtspunkt.

Wir waren zwar schon mal hier, doch der Blick ist immer noch überwältigend. Doch anders als beim letzten Mal, wollten wir diesmal noch etwas in den Regenwald wandern. Einige schmale Trampelpfade führten durch dichte Vegetation zu immer neuen Aussichtspunkten, an denen der Berg regelmäßig um mehrere hundert Meter steil abfiel. Regelmäßig staunten wir erneut über die tolle Aussicht. Nach gut 1,5 Stunden kehrten wir zum Auto zurück und fuhren ein Stück weiter.

Nächster Stopp war ein kleiner Viewpoint, der nur über eine holprige Schotterpiste zu erreichen war. Es war kein Auto zu sehen, obwohl hier ein Restaurant sein sollte. Wir waren mitten im Busch an einem kleinen Fluss. Wo sollte hier ein Restaurant sein? Nach ein paar Metern zu Fuß fanden wir schließlich den kleinen aus Brettern zusammengebauten Unterstand. Es qualmte und sah einfach nur super authentisch aus. Wir beschlossen zunächst ein bisschen wandern zu gehen und anschließend mal im Restaurant vorbei zu schauen. Außer uns hatte sich noch niemand hier verirrt. Die Wanderung war eher unspektakulär, doch dafür wurde unser Besuch in dem Restaurant zu etwas ganz besonderem. Die Tische und Hocker waren alle aus Baumstämmen selber gebastelt. Die Küche bestand aus einer alten Autofelge als Feuerstele, mit einem Rost darauf und ein paar Töpfen.

Zwei afrikanische Frauen standen im Qualm des Feuers und der Töpfe und kochten irgendetwas. Wir suchten uns ein Plätzchen und bestellten Getränke und ein Gericht, welches wir uns teilten. Inzwischen war noch eine andere Familie da sonst niemand, doch es wurde mit der Zeit voller. Das Essen war wirklich perfekt. Die „Boskombuis“ ist wirklich zu empfehlen, da sie sehr authentisch wirkt.

Für uns ging es weiter zu den Bourke Lucks Pottholes. Auch hier waren wir bereits beim letzten Mal, doch irgendwie hatte ich das schöner in Erinnerung. Die vergleichsweise teuren 4 Euro Eintritt pro Person waren es leider nicht wert. So viel dieser Stopp auch nur kurz aus und wir fuhren weiter. Letzter Halt auf der Route war der Blyde River Canyon. Auch hier sind wir Wiederholungstäter. Doch anders als beim letzten Halt kann man sagen, dass dieses Panorama vielleicht das Schönste ist, welches wir auf unseren Reisen gesehen haben. Paradiesisch schauen wir ins Tal und die drei Hügel (genannt „three Rondavels“) und genießen eine Weile einfach die Ruhe und Einsamkeit.

Kurz zuvor hatten zwei afrikanische Mädchen die blonde, (für afrikanische Verhältnisse auch..) große und weiße Ann-Kristin entdeckt und machten Fotos mit ihr. Sie waren total geflasht, dass wir aus Deutschland bis hierher gekommen waren. 
Nach einer Weile und hunderten Fotos fuhren wir weiter.

Die Panorama Route endet hier, sodass wir von nun an bis nach Phallaborwa durchfahren wollten. Wir würden gerne bei Tageslicht ankommen, weshalb wir dafür auch durchfahren mussten. Wir näherten uns also immer mehr dem Kruger Nationalpark. Die tollen Schilder, die vor Warzenschweinen, Hippos, Elefanten und Springböcken auf den Straßen warnten, waren echt witzig. Hier war Afrika wie man es sich vorstellt. Die Dörfer entlang der Straße waren sehr klein und wir fragten uns, was die Menschen wohl den ganzen Tag zu tun haben?

Nun ja wir erreichten Phalaborwa kurz vor Sonnenuntergang gegen 17:30 Uhr.  Zu unserer Lodge (Masorini Bush Lodge) mussten wir eine circa 8 Kilometer lange Schotterpiste zwischen zwei Game-Reserves fahren. Schlussendlich standen wir vor einem verschlossenen Tor irgendwo im nirgendwo. Na toll und nun? Wir riefen an und prompt öffnete sich das schwere Tor. Die Lodge liegt wirklich mitten im Bush. Einzelne kleine Hütten stehen mit großem Abstand verteilt. Wir werden von Maxi, dem Hund der Besitzer begrüßt. Als wir aussteigen staunen wir nicht schlecht, dass direkt vor der Rezeption Warzenschweine und Wasserböcke grasen. Es herrscht eine wundervolle Bushstimmung.

Wir bekamen eine kurze Einweisung und ein paar Tipps, wo wir heute noch etwas zu essen bekommen könnten. Außerdem einen Taster für das Tor. Es war inzwischen fast komplett dunkel und wir hatten doch ordentlichen Hunger. Also folgten wir der Empfehlung der Besitzer, und fuhren zum Eingang des Krüger Nationalparks, wo wir im „Bushveld and Terrace“ essen wollten. Wow was ein Laden… sehr edel und schön mit mehreren Lagerfeuern angelegt. Wir bestellten einen Salat und Kudu. Die große Antilope aus dem Krüger… es war absolut perfekt. Dazu teilten wir uns eine Flasche Wein und genossen den Abend. Nachdem wir wirklich toll und günstig gegessen hatten, fuhren wir entspannt zur Lodge zurück. Zuvor hatte uns der Besitzer darüber informiert, dass heute Nacht eine Mondfinsternis erwartet würde. Das glaubt uns keiner, dass wir die Urlaube nicht nach irgendwelchen Finsternissen der Gestirne planen. Was ein Zufall.

Wir setzten uns auf die Terrasse, als die Besitzerin mit Hund und Taschenlampe vorbei kam. Sie warnte uns davor nicht wild durch die Lodge zu laufen, da nur wenige Meter entfernt ein großer Elefantenbulle sei. Wir machten riesen Augen und freuten uns total. Also saßen wir auf unser Terrasse und lauschten der Wildnis. Tatsächlich hörten wir ganz in der Nähe mehrere Bäume brechen. Dabei bestaunten wir noch die Mondfinsternis. Der Mond wurde Blutrot. Als die Geräusche lauter würden und näher kamen, würde uns dann doch etwas mulmig. Der Elefant konnte keine 20 Meter mehr entfernt sein, doch es war stockfinster. Sicherheitshalber bauten wir uns einen Fluchtweg ins Haus. Diese Safari für die Ohren war ein weiteres Tageshighlight. Gegen halb elf, als die Geräusche sich wieder entfernten gingen wir schließlich ins Bett. 

Morgen starten wir dann eine Safari für alle Sinne. 

Bis dahin sollten wir nun aber schlafen. 

 

Bis bald Frederic.  

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