Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

6. Tag

Montag, 30. Juli 2018

Der ewige Kreis


Da hat man endlich Urlaub und könnte wunderbar mal ausschlafen, doch nein wir müssen ja auf Safari fahren. Damit wir möglichst viel wieder von dem Tag genießen konnten , waren wir erneut um sechs wieder auf den Beinen. Heute wollten wir weiter in den Süden des Parks fahren, da wir unser nächstes Camp (Skukuza) erneut bis 17:30 Uhr erreichen mussten. Dabei wollten wir endlich Löwen und Nashörner finden. Die fehlten uns bis zu den Big Five ja noch. Im Camp war noch nicht viel Betrieb. Die Tore hatten ja auch gerade erst geöffnet. Wir packten unseren Wagen und schauten uns vor der Abfahrt noch kurz den Sonnenaufgang über dem Olifants River an. Es schien ein deutlich wärmerer Tag als gestern zu werden, da die Sonne ganz klar aufging, ohne das Nebel oder Wolken in der Luft hingen. Wir hatten freie Sicht über den Fluss, doch da das Camp so hoch liegt, sahen wir in der Dämmerung noch keine Tiere, sondern hörten sie nur. Nach ein paar Minuten starteten wir aber und verließen das Camp. Von nun an waren wir also wieder im Busch und waren auf der Suche nach wilden Tieren. Zunächst mal fuhren wir den Berg hinunter, auf dem das Olifants Camp gebaut wurde. Unterwegs sahen wir noch keine Tiere. An der Weggabelung sollten wir eigentlich Richtung Süden fahren, doch wir sahen schon bei der Abfahrt ein Auto nur wenige Meter in Richtung Norden stehen. Im Krüger Nationalpark ist das häufig ein Zeichen, dass ein Tier gesichtet wurde. Also wollten wir einfach mal schauen, was es da zu sehen gab. Wir fuhren langsam an das Auto heran und sahen an der Straße einen Leoparden liegen. Was ein Glücksfall dachten wir uns und näherten uns langsam.

Doch einem anderen Autofahrer war das daneben stehen wohl nicht nah genug und er rollte noch näher an das Tier heran. Wir waren noch etwa 50 Meter entfernt, als es dem Leopard zu bunt wurde und er sich in die Büsche zurückzog. So ärgerlich, aber manche Menschen können halt nie genug bekommen. Nun ja wir hatten ihn wenigsten kurz gesehen. Nun drehten wir aber und fuhren in Richtung Süden. Zu Beginn sahen wir einige uns inzwischen sehr bekannte Tiere. Elefanten, Giraffen, Impalas, Zebras und Gnus. Den ersten kleineren Stopp legten wir in Satara ein. Dieses Camp liegt relativ zentral im Park und ist daher ein sehr beliebtes. Wir wollten eigentlich auch hier übernachten, doch es war bereits ausgebucht.

Rund um Satara soll es viele Löwen geben. Also waren wir natürlich besonders konzentriert und überprüften nahezu jeden Stein in der Ferne auf Leben. Denn mit der Zeit sahen wir in allem einen Löwen. Doch wurden wir leider nicht belohnt. Also verließen wir die Gegend um Satara und fuhren weiter auf der Hauptstraße in Richtung Süden. Nach einer Weile ohne Tiersichtungen beschlossen wir, einen kleinen Loop zu fahren. Also ein Stück Gelände wenn man so will. Er sollte nur vier Kilometer lang sein. Am Anfang sahen wir wieder ein paar Grasfresser (Impalas, Zebras) doch nach einer Weile konnten wir keine Tiere mehr sehen. Wir bemerkten erst zu spät, dass wir dummerweise doch nicht den Loop genommen hatten, sondern die Schotterpiste parallel zur Hauptstraße. Gut umdrehen machte keinen Sinn mehr. Also fuhren wir einfach weiter. Plötzlich tauchte vor uns auf der Straße ein Mann in Tarnkleidung auf und machte winkend auf sich aufmerksam. Wir näherten uns und hielten an. Erst jetzt sahen wir, dass zwei weitere bewaffnete Männer neben ihm saßen. Sie trugen alle die offiziellen Ranger Uniformen. Der Mann fragte uns, ob wir einem Ranger Fahrzeug oder einem anderen Auto von Sanparks Bescheid geben könnten, dass sie hier warten würden. Klar den Gefallen konnten wir ohne Probleme erfüllen, doch bis zum Abend sahen wir leider keines mehr dieser Fahrzeuge. Hoffentlich geht’s den dreien gut.

Die Straße zog sich enorm und die Tiersichtungen waren eine absolute Seltenheit. Nicht die beste Route. Nun ja Löwen oder Nashörner suchten wir auf jeden Fall vergeblich. Nach über drei Stunden erreichten wir endlich wieder die Hauptstraße. Bis zum Schließen der Tore hatten wir noch eine Weile Zeit, so dass wir beschlossen nach Lower Sabie zu fahren. Dieses Camp liegt im Südosten des Parks. Wir bogen auf die Hauptstraße ab und es waren direkt wieder mehr Autos um uns herum. Immer noch nicht voll, aber die drei Stunden zuvor hatten wir vielleicht zwei gesehen. Wir fuhren parallel zum Sabie Fluss und hatten direkt Glück, wieder Büffel, Elefanten, Impalas und Kudus zu sehen. Außerdem hielten wir für eine lustige Fußtruppe an. Am Straßenrand liefen fünf Hornraben entlang. Diese bizarren Tiere sehen zugleich lustig und beängstigend aus.

Ein Stück weiter begegnete uns dann endlich das auf der Straße, was sich jeder im Krüger manchmal wünscht. Ein Haufen stehender Autos auf freier Straße. Was im Alltag keiner mag bedeutet hier soviel wie: Jackpot. Denn in der Regel sind hier besondere Tiere zu sehen. Wir mussten uns natürlich hinten anstellen und uns langsam nach vorne fahren. Durch Gespräche zwischen anderen Autos vor uns erfuhren wir, dass unten am Fluss tatsächlich drei Löwen liegen sollten. Sollten wir heute doch noch Glück haben. Mit Fernglas und großem Objektiv bewaffnet,  machten wir uns auf die Suche. Rechts… nix, links… nix, vor uns nur Bäume.. blöd. Also warteten wir kurz bis wir ein Stück vor fahren konnten und suchten erneut. Jetzt hatten wir Glück.

In etwa 500-700 Metern Entfernung lagen drei Löwen im Gras und beobachteten die Gegend. Zwei machten sich auf in die Wildnis, doch einer blieb noch eine ganze Weile liegen und ließ sich von uns beobachten. Endlich. Nun hatten wir 80% der Big Five gesehen. Wir genossen den Moment und warteten, bis der Löwe weiterzog. Dann fuhren wir auch weiter. Kurz vor dem Camp hielten wir noch kurz an einem Riesen Wasserloch, was gefüllt war mit Krokodilen, Hippos und Vögeln. Drum herum standen zudem weitere Tiere. Ein toller Anblick.

Wir stoppten kurz im Camp, mussten uns dann aber relativ zügig wieder auf den Weg machen, da wir bis zu Skukuza bestimmt noch 1,5 Stunden fahren würden. Es ging also wieder weiter. Nach ein paar Kilometern, standen wieder ein paar Autos auf der Straße. Wir hielten und sahen die Giraffe, welche am Straßenrand graste. Konnte sie der Grund für den Auflauf sein? War sie nicht. Um ihre Füße schlich ein Leopard herum. Er warum Gebüsch nur sehr schwer zu sehen. Wir versuchten uns eine bessere Sicht zu verschaffen und fuhren in einen Feldweg hinein. Natürlich hatten diese Idee mehrere. Wir warteten ab und dann kam er wirklich aus dem Gebüsch geschlichen. Er schien auf der Jagd zu sein und legte sich hinter einem der wartenden Autos auf die Lauer. Wir hatten Logenplätze und bekamen die vielleicht besten Leopardenfotos des Urlaubs. Den Leoparden störten die fünf Autos um ihn herum überhaupt nicht. Er nutzte sie viel mehr als Deckung um auch auf der Straße getarnt zu sein. Nach etwa 5 Minuten kroch er schließlich weiter.

Wir waren überglücklich das miterlebt zu haben und setzten unsere Reise fort. Gegen 17:20 Uhr kamen wir schließlich im Camp an. Wir checkten schnell ein und buchten noch einen Morning Drive im Jeep. Also morgen noch früher aufstehen… naja gehört dazu. Der Shop war leider schon quasi leergekauft, deswegen konnten wir leider nicht grillen, sondern gingen im Restaurant richtig lecker essen. Jetzt geht’s gleich in Bett, denn morgen klingelt der Wecker schon um 4:45 Uhr. Ich glaub nach der Reise brauche ich Urlaub… hehe. 

 

Bis bald Frederic

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