Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

28.07.2016        Tag 10

Donnerstag, 28. Juli 2016
Tröpfchen per Tröpfchen!

Warum machen wir unsere Reisen eigentlich immer auf eigene Faust? Also mit dem eigenen Wagen und selber fahren und so? Warum nicht pauschal in den Reisebus setzen oder noch besser einfach in ein Hotel mit Verpflegung morgens, mittags und abends und am besten noch alles all inclusive!!! Warum machen wir diese Alleingänge? Heute Morgen war so ein Moment wo wir eine perfekte Antwort geben konnten. Gestern Abend hatten wir noch geplant heute mit unserem Toronto Pass nach Downtown zu fahren und uns dort das Royal Ontario Museum anzusehen. Anschließend wollten wir uns auf den Weg zu den Niagara Fällen machen und uns dort umsehen. Wir gingen also heute Morgen zum Frühstück in die Lobby unseres Hotels, wo sowohl in Amerika als auch in Kanada eigentlich immer mindestens ein Fernseher läuft. Dort konnten wir ein wenig dem Frühstücksfernsehn folgen und unter anderem auch den Wetterbericht des Tages sehen. Morgens 30 Grad und Sonne. Mittags leicht bewölkt und 29 Grad und nachmittags... Gewitter, Regen und 29 Grad. Das passte uns natürlich so gar nicht, dass wir bei gutem Wetter in diesem riesigen Museum versauern würden und danach dann bei Regen und womöglich Gewitter zu den Niagara Fällen fahren... Wären wir nun mit einem Bus hier unterwegs und die ganze Gruppe hätte die Tickets fürs Museum ginge da leider nix außer hoffen, dass das Wetter sich möglichst lange hält. Doch wir sind ja alleine da und können reagieren. Es bedurfte nur zweier kurzer Blicke, da wussten wir beide schon was der andere dachte und es war klar, dass wir uns das Museum schenken würden und direkt nach Niagara fahren würden. So sparten wir uns nicht nur 3-4 Stunden an Zeit sondern auch mindestens 15 Dollar Parkgebühren. Wir frühstückten in Ruhe zu Ende und packten anschließend unsere Koffer. Alles ins Auto geschmissen und schon waren wir auf der Interstate in Richtung Westen. In Hamilton erreichten wir den westlichsten Ort den wir in diesem Jahr in Kanada befahren würden und fuhren an der Küste des Ontario Sees (der eher Ontario Meer heißen sollte weil man am Horizont kein Land mehr sieht) entlang. Nach einer guten Stunde erreichten wir Niagara on The Lake. Ann hatte unterwegs noch den Tipp von Kevin und Miriam umgesetzt und schon mal die Tickets für die Bootsfahrt reserviert um später Zeit zu sparen. Unser Hotel hat wirklich eine perfekte Lage und liegt direkt neben dem Skylon Tower, der einen Rundumblick auf die Falls gewährt. Wir waren zum Einchecken natürlich viel zu früh, durften aber unseren Wagen kostenlos stehen lassen und machten uns direkt auf den Weg. Wir konnten direkt von der Straße die Wasserfälle schon entdecken wie ein Tröpfchen nach dem anderen in die Tiefe schoss. Ohne näher heranzugehen nutzten wir die Gunst der Check Out Time um den leeren Skylon Tower hochzufahren.

Wir stiegen oben aus und konnten auf die faszinierenden amerikanischen Niagara Fälle schauen. Jawohl amerikanischen, denn die Grenze verläuft mitten durch den Fluss und auf der anderen Seite ist bereits wieder die USA. Die Wassermassen sind extrem beeindruckend... Doch dann gingen wir einige Meter um die runde Aussichtsplattform herum und erblickten die kanadischen Fälle.  Überspitzt gesagt sehen die amerikanischen Fälle dagegen wie ein undichter Wasserhahn aus. In einer U-Form stürzen sich hier die Wassermassen in die Tiefe und irgendwie wartete man nur darauf, dass es aufhörte, denn so viel Wasser kann doch da nicht sein...

Es hatte sich gelohnt so früh zu fahren, denn zumindest sahen wir die Fälle so bei strahlend blauem Himmel. Doch nun wollten wir so nah wie möglich ran und fuhren runter. Von unserem Hotel aus sind es vielleicht 5 Minuten zu Fuß zum Fluss. Hier konnte man an einer langen Passage am Fluss entlang laufen und die Fälle beobachten. Durch die Gischt wurde man selbst hier noch nass. Wir sahen schon die Schiffe auf dem Fluss in die Fälle eintauchen und machten uns auch zum Bootsanleger auf. Es war bereits brechendvoll und trotz des Tipps der zuvor gekauften Tickets mussten wir bald eine Stunde warten bis wir an Bord konnten. Ohne die Tickets hätten wir aber wohl doppelt so lange gewartet. Wir wurden mit roten Regencapes ausgestattet und betraten mit bestimmt 250 anderen eines der Schiffe. Dann ging es auch schon los. Wir führen nur wenige Meter an den Ameisen, Ansichten fällen vorbei was schon sehr beeindruckend war.

Doch dann steuerten wir mit Vollgas auf die kanadischen Fälle zu und wussten nun warum die Capes. Bis auf ca. 20 Meter fuhren wir an die Fälle heran und das Wasser kam aus allen Himmelsrichtungen. Eigentlich hätten wir auch schwimmen können so nass wurden wir. Doch die roten Plastikmäntel erfüllten ihren Job. Die Gewalt der Natur war auf jeden Fall mehr als deutlich zu spüren. Ein unbeschreibliches Gefühl. Dann ging es auch schon wieder zurück und wir legten an. Wir schlenderten noch bis zu den kanadischen Fällen, wo man bis auf 5-6 Meter an den Abgrund herantreten kann. Hier wird einem nochmal deutlich wie viele Liter Wasser jede Sekunde hier herunterstürzen. Durch das anstehen in der Sonne mussten wir uns mit einem Eis erst einmal wieder kühlen. Um ein wenig die Mittagshitze zu meiden (außerdem war es so brechend voll) beschlossen wir noch ein letztes Mal in Kanada zu einem Outlet in unmittelbarer Nähe zu unserem Hotel zu fahren. 

Dort konnten wir uns in den unterkühlten Geschäften abkühlen und nochmals vom guten Wechselkurs profitieren. Anschließend ging es zurück zum Hotel. Wir hatten heute noch nichts gegessen nach dem Frühstück und suchten nach einer schönen Gelegenheit. Da Niagara Falls ein bisschen mit Las Vegas vergleichbar ist, und sich hier ebenfalls Casinos, Freizeitparks und andere Touristenattraktionen befinden gibt es hier verschiedene Anbieter mit Buffets. Das Grand Hotel gegenüber bietet dies auch an und dafür entschieden wir uns auch. Nach kurzer Wartezeit wurde uns ein Tisch zugewiesen, der nicht besser hätte sein können mit Blick auf die Fälle hatten wir ein perfektes Abendessen mit einer so großen Vielfalt an essen, dass wir gar nicht alles probieren konnten.

Die Qualität war herausragend. Alle Speisen wurden immer wieder frisch nachgelegt und es gab wirklich alles. Frisches Sushi, Steak, Pizza, Pasta, asiatisch, Paella, Lachs, Scampis und Salate. Getränke waren auch noch im Preis inbegriffen. Zudem noch ein riesiges Nachtischbuffet. Alles war perfekt. Nach dem Essen liefen wir noch ein bisschen durch das angrenzende Casino, wo Erinnerungen an Vegas wach wurden. Anschließend gingen erneut zu den Falls, denn jeden Samstag, Sonntag und Mittwoch gibt es hier ein kostenloses Feuerwerk zu bestaunen. Zudem werden die Fälle ab 21 Uhr bunt angeleuchtet. Wir ergattern einen Platz in der ersten Reihe, als mit einiger Verspätung das Gewitter einsetzte. Ich holte schnell noch unsere Regenjacken und als ich zurück kam hatte der Regen natürlich wieder aufgehört. Egal. Das Feuerwerk war echt schön, doch Crange ist besser.

Nach dem Feuerwerk strömten alle nach Hause. Wir liefen noch in Ruhe eine Runde und setzten uns ins Hard Rock Café mit Bier und Cocktail und lauschten live Musik. Dann gingen aber auch wir nach Hause und genossen noch die leeren Straßen und die angeleuchteten Wasserfälle. Wir gingen ins Hotel, wo wir uns unsere Gedanken für morgen machten, denn da wissen wir noch nicht, was wir genau machen. Wir werden wohl nicht noch in den Shenandoah Nationalpark fahren, wie geplant, da uns die Fahrerei einfach zu viel ist. Eventuell werde ich morgen in "Meine" Stadt fahren... Lasst euch überraschen.

 

Bis bald Frederic.

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© Frederic Linker