Frederic und Ann-Kristin
Frederic und Ann-Kristin

Tag 19

Freitag, 25. August 2017
Das Ende

Da war er also wieder gekommen. In jedem Urlaub gibt es diesen Tag. Er gehört genauso dazu wie die anderen, doch am liebsten sollte er ausbleiben. Der letzte Tag. Der Ausblick aus unserem Zimmer auf den Strip war auch an diesem Morgen wundervoll. Wir hatten keine konkreten Pläne für den Tag, an dem wir ja noch bis 15 Uhr in etwa Zeit hatten, ehe es zum Flughafen gehen würde. Daher konnten wir das erste Mal in diesem Urlaub ausschlafen und taten das auch. Zum Frühstück hatten wir uns gestern ein Stück Original Cheesecake mitgenommen, welches auch an diesem Morgen noch super schmeckte. Wir stimmten uns kurz mit meinen Eltern ab, wie es heute weiter gehen würde und packten unsere Koffer zum Finale. Um 11 mussten wir auschecken, doch wir planten nur die Koffer ins Auto zu bringen, um uns dann noch an den Pool zu legen. Die Koffer waren dann auch schnell und gut verpackt und wir staunten nicht schlecht über die riesige Pool Landschaft des Excalibur Hotels. Vier Pools inklusive künstlichem Wasserfall und Wasserrutsche umfasste das Areal.

Wir suchten uns Liegen im Schatten und kühlten uns morgens um 11 im Wasser ab. Bereits jetzt waren die Temperaturen wieder über dreißig Grad. Selbst im Schatten war es außerhalb des Wassers sehr heiß. Etwa 1,5 Stunden gönnten wir uns die Entspannung. Aber dann wollten wir noch einen letzten Abstecher zum Shopping machen. Also verließen wir unser Hotel und machten uns auf zu einer der letzten Fahrten des Urlaubs 2017. Wir fuhren diesmal zum nördlichen Outlet Center von Las Vegas. Mein Vater schnappte sich sein Buch und suchte sich ein kühles Plätzchen. Shoppen zählt nun mal nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Ann, meine Mutter und ich drehten eine Runde durch die Mall.

Dabei machten einem die Temperaturunterschiede zwischen den Geschäften und draußen wirklich zu schaffen. Auf der einen Seite eine willkommene Abkühlung in den Geschäften, doch es traf einen jedesmal der Schlag, wenn es wieder raus ging. Die letzten Dollar wechselten so dann auch ihren Besitzer. Da unser Frühstück heute ja eher gering ausfiel, holten wir uns am Ende noch ein Sandwich gemeinsam und brachen nun endgültig zur letzten Fahrt auf. Auf dem Weg zum Flughafen steuerten wir zunächst eine Tankstelle an, um auch den Wagen meiner Eltern vollgetankt abgeben zu können. Dies war schnell erledigt. Bevor wir den Wagen abgeben würden, stand aber noch ein letzter Programmpunkt an. Bei einem Besuch in „Sin City“ muss man natürlich ein Foto mit dem Willkommensschild machen. Hierfür gibt es extra einen Parkplatz, der auch gut gefüllt war. Wir stellten uns also in die Reihe und warteten in der glühenden Sonne auf unsere Chance. Ein schöner Abschluss.

Die Fahrt von hier zum Flughafen dauerte keine 10 Minuten. Der Wagen wurde abgenommen und wir packten alles zusammen. Ein Fragezeichen stand noch hinter der Kühlbox meiner Eltern, die sie sich hier gekauft hatten. Ich fand es zu schade diese einfach zu verschenken und plante sie als mein Handgepäck ein. Mal sehen ob das klappen würde… mit dem Shuttlebus ging es schließlich zum Terminal. Die Koffer wurden schnell aufgegeben und so ging es in Richtung Sicherheitscheck. Eine lustige Geschichte gab es auch noch dabei. Ein Mann ging auf meinen Vater zu, behauptete ihn aus der Grundschule zu kennen und bat ihn ein Päckchen in seinem Koffer mit nach Deutschland zu nehmen, da seiner bereits aufgegeben wäre. Alle Alarmglocken waren alarmiert. Zwar sah das Parfüm verpackt aus, doch wer weiß was da drin war? Wir hielten seine Behauptung für einen Vorwand, damit vom Bodenpersonal keiner Fragen stellen würde. Doch mein Vater nahm das Päckchen belustigt an und verstaute es in seinem Koffer. Es stellte sich heraus, dass sie sich wirklich aus der Grundschule kannten. Nicht aus der eigenen Schulzeit, sondern beide saßen im Förderverein der Schule. Wie klein die Welt doch ist.

Nun ja zurück zum Sicherheitscheck. Ich hatte ja die Kühlbox genommen und zusätzlich einen Rucksack meiner Eltern. Alles wurde durchleuchtet, doch der Rucksack wurde aussortiert. Ich dachte mir schon, dass meine Eltern bestimmt eine Getränkedose oder ähnliches vergessen hatten… natürlich nicht. Es war ein etwa 15 Zentimeter langes Küchenmesser, was sie vergessen hatten in den Koffer zu tun. Na super… jetzt darf ich bestimmt nie mehr nach Amerika einreisen…. Ne so schlimm war es nicht. Das 1 Dollar teure Messer wurde den Sicherheitsbeamten als Souvenir überlassen und wir durften weiter. Die Zeit bis zum Boarding verging dann auch sehr schnell. Wir hatten die gleichen Plätze wie auf dem Hinflug und somit wieder ordentlich Beinfreiheit. Mit etwas mehr als dreißig Minuten Verspätung hob unser Flieger schließlich ab.

10,5 Stunden dauerte der Flug, der bis auf eine spektakuläre Turbulenz etwa eine Stunde vor der Landung sehr entspannt war. Die Verspätung holten wir nicht wieder auf, weshalb wir auch mit etwa dieser halben Stunde Verspätung landeten. Nun war der Urlaub wirklich vorbei. Alle Koffer waren nicht verloren gegangen und wurden uns über das Kofferband ausgehändigt. Auch die Kühlbox hat erfolgreich ihren Weg nach Deutschland gefunden. Mein Bruder holte uns dankenswerterweise ab, sodass auch die Rückfahrt für uns sehr entspannt verlief.

Tja… ein weiterer Reisebericht geht damit leider auch zu Ende. Auch ohne einigen Abstand zu dieser Zeit kann ich jetzt schon sagen, dass es aus meiner Sicht die vielleicht schönste Rundreise war, die wir bisher gemacht haben. Es war nahezu perfekt. Keine Panne, kein Streit, kein Reinfall. Wirklich jede Tag hatte mindestens ein Highlight zu bieten. Die Bonus so geschätzte Abwechslung wurde sogar auf die Spitze getrieben. Wüste-Meer, „Rote Steine“-„Gelbe Steine“, 8 (!) Nationalparks, 7 Bundesstaaten, Wälder-Berge, Städte-Wildnis… ich könnte diese Liste sicher noch weiterführen. Daher war diese Reise wirklich sehr nahe am perfekten Urlaub. Schon schade, dass es nun vorbei ist, aber das bedeutet nur, dass die Planungen für die nächste Reise gerne bald starten dürfen. Dieses Fieber hört wahrscheinlich nie mehr auf… Tschüss…

 

Bis bald Frederic. 

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© Frederic Linker